{"id":40212,"date":"2017-01-31T07:23:40","date_gmt":"2017-01-31T06:23:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=40212"},"modified":"2017-01-27T12:32:34","modified_gmt":"2017-01-27T11:32:34","slug":"deutsche-umwelthilfe-kritisiert-umweltinitiative-von-coca-cola-danone-pepsi-und-co-als-greenwashing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-umwelthilfe-kritisiert-umweltinitiative-von-coca-cola-danone-pepsi-und-co-als-greenwashing\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe kritisiert Umweltinitiative von Coca-Cola, Danone, Pepsi und Co. als Greenwashing"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Verlautbarte Umweltziele stimmen nicht mit tats\u00e4chlichen Unternehmensstrategien \u00fcberein<\/strong><\/li>\n<li><strong> Coca-Cola k\u00e4mpft gegen Mehrwegflaschen, h\u00f6here Recyclingquoten und mehr Sammelmengen von Plastikflaschen<\/strong><\/li>\n<li><strong> DUH fordert Abfallvermeidungsziele und Mehrwegquoten im europ\u00e4ischen Kreislaufwirtschaftspaket und im deutschen Verpackungsgesetz<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums 2017 in Davos haben sich 40 global agierende Gro\u00dfkonzerne einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur f\u00fcr eine neue Plastikwirtschaft angeschlossen. Unternehmen wie Coca-Cola, Danone oder Pepsi m\u00f6chten weniger und umweltfreundlicheres Plastik verwenden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Umweltinitiative als Greenwashing, die vor allem dazu dienen soll, wirksame Gesetze zur Vermeidung von Plastikabf\u00e4llen zu verhindern und von der gezielten Zerst\u00f6rung ressourcenschonender Mehrwegsysteme abzulenken. Die im Rahmen der Initiative von Coca-Cola und Co. formulierten Ziele zum Schutz der Umwelt sind allesamt unverbindlich, ohne einen konkreten zeitlichen Rahmen und stehen in einem gro\u00dfen Missverh\u00e4ltnis zum tats\u00e4chlichen unternehmerischen Handeln.<\/strong><\/p>\n<p>Dass sich ausgerechnet Coca-Cola als ein um die Weltmeere besorgtes Unternehmen darstellt ist ein Skandal. Anstatt Mehrweg zu f\u00f6rdern und Plastikabf\u00e4lle zu vermeiden \u2013 wie in den Zielen der Wirtschaftsinitiative formuliert \u2013 hat Coca-Cola in den letzten Jahren in Norwegen seine Mehrwegflaschen abgeschafft und ist auch in Deutschland dabei aus dem Mehrwegsystem auszusteigen. <em>\u201eEin von DC-Leaks in 2016 ver\u00f6ffentlichtes internes Strategiepapier von Coca-Cola zeigt, dass das Unternehmen gegen Mehrwegflaschen, gegen h\u00f6here gesetzliche Recyclingquoten und gegen mehr gesammelte Plastikflaschen k\u00e4mpft. Weltweit z\u00e4hlt Coca-Cola zu den am r\u00fccksichtslosesten gegen den Umweltschutz agierenden Unternehmen. Dass ein solches Unternehmen nun eine freiwillige Initiative f\u00fcr weniger Plastikabf\u00e4lle in den Meeren anf\u00fchrt, ist ein T\u00e4uschungsman\u00f6ver und nicht mehr als die logische Fortsetzung des weltweiten Kampfes gegen Mehrwegsysteme\u201c,<\/em> kritisiert der DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Resch. Der Brause-Gigant sieht die Zukunft in Einweg-Plastikflaschen, die jedoch zu mehr und nicht zu weniger Kunststoffabf\u00e4llen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Anstatt Coca-Cola gesetzlich zur Vermeidung von Plastikabf\u00e4llen zu verpflichten, spielt die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks dem Brausekonzern in die Karten. Sie will im neuen Verpackungsgesetz die Mehrwegquote f\u00fcr Getr\u00e4nkeverpackungen ersatzlos streichen. Um Plastikabf\u00e4lle und die Verschmutzung der Meere dauerhaft zu verringern, sind jedoch gesetzliche Regelungen statt freiwilliger Selbstverpflichtungen von Gro\u00dfkonzernen notwendig. Die DUH fordert deshalb von Ministerin Hendricks eine verbindliche Mehrwegquote im Verpackungsgesetz und von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Festlegung von Abfallvermeidungszielen im EU-Kreislaufwirtschaftspaket. Zus\u00e4tzlich w\u00fcrde die europaweite Einf\u00fchrung von Pfandsystemen f\u00fcr Einweggetr\u00e4nkeverpackungen die Entsorgung von Plastikflaschen in der Umwelt nahezu komplett verhindern.<\/p>\n<p>Wie unglaubw\u00fcrdig die neue Wirtschaftsinitiative von Gro\u00dfkonzernen f\u00fcr einen schonenden Umgang mit Ressourcen und f\u00fcr weniger Plastikabf\u00e4lle ist, zeigen ebenfalls die Beispiele der teilnehmenden Unternehmen Danone und Pepsi sowie der Biokunststoffhersteller Novamont und NatureWorks. <em>\u201eDanone f\u00fchrte 2016 in Deutschland eine neue Einweg-Plastikflasche ein, die um mehr als 40 Prozent schwerer geworden ist und Pepsi finanziert einen deutschen Lobbyverband, der sich f\u00fcr mehr Wegwerfplastikflaschen einsetzt. Die Verschwendung von Ressourcen wird billigend in Kauf genommen, wenn es den Konzernen wirtschaftlich n\u00fctzt. Von Umweltschutz kann hier keine Rede sein \u201c<\/em>, sagt der DUH-Leiter f\u00fcr Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.<\/p>\n<p><em>\u201eDie Biokunststoffhersteller Novamont und NatureWorks sorgen daf\u00fcr, dass Verbraucher weiterhin milliardenfach zu Plastikt\u00fcten aus Biokunststoffen greifen, obwohl diese keine bessere \u00d6kobilanz aufweisen als konventionelle Plastikt\u00fcten. Mehrweg-Tragetaschen werden gerade nicht gef\u00f6rdert. Zudem verdr\u00e4ngen immer mehr Wegwerfbecher aus Bioplastik abfallarme Mehrwegbechersysteme in deutschen Fu\u00dfballstadien. Das Ergebnis sind Millionen von Bioplastikbechern im \u00f6ffentlichen Raum, die sich in der Natur \u00e4hnlich langsam abbauen wie normaler Kunststoff\u201c<\/em>, kritisiert Fischer weiter. Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen zur Herstellung von Kunststoffen ist nicht falsch, aber der Missbrauch von Bio-Plastik, um die Herstellung sowie den teuren Verkauf unn\u00f6tiger Einweg-Plastikverpackungen zu legitimieren, schon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergr\u00fcnde<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.duh.de\/mehrweg_klimaschutz0\/vorteile-von-mehrweg\/\" target=\"_blank\">Informationen zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung durch Mehrwegflaschen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.duh.de\/mehrweg_klimaschutz0\/einweg-plastikflaschen\/\" target=\"_blank\">Informationen zu negativen Umweltauswirkungen durch Einweg-Plastikflaschen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.duh.de\/pwc_getraenkestudie.html\" target=\"_blank\">Studie zur Vorteilhaftigkeit von Mehrwegflaschen<\/a>, vor Einwegflaschen mit Pfand und der Sammlung von Getr\u00e4nkeverpackungen im gelben Sack<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/l.duh.de\/zc2vm\" target=\"_blank\">Pressemitteilung zum internen Strategiepapier von Coca-Cola<\/a> vom 30.11.2016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakte<\/h3>\n<p>J\u00fcrgen Resch, DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>\nTel.: 0171 3649170<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:resch@duh.de\" target=\"_blank\">resch@duh.de<\/a><\/p>\n<p>Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft DUH<br \/>\nTel.: 030 2400 867 43<br \/>\nmobil: 0151 18256692<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:fischer@duh.de\" target=\"_blank\">fischer@duh.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlautbarte Umweltziele stimmen nicht mit tats\u00e4chlichen Unternehmensstrategien \u00fcberein Coca-Cola k\u00e4mpft gegen Mehrwegflaschen, h\u00f6here Recyclingquoten und mehr Sammelmengen von Plastikflaschen DUH fordert Abfallvermeidungsziele und Mehrwegquoten im europ\u00e4ischen Kreislaufwirtschaftspaket und im deutschen Verpackungsgesetz Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums 2017 in Davos haben sich 40 global agierende Gro\u00dfkonzerne einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur f\u00fcr eine neue [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608,12875,11567],"supplier":[279,1245,5520,2464,7281,103,509,1775],"class_list":["post-40212","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","tag-kompostierbarkeit","tag-umwelt","supplier-bundesministerium-fuer-umwelt-naturschutz-und-reaktorsicherheit","supplier-coca-cola-co","supplier-danone-sa","supplier-deutsche-umwelthilfe-ev-duh","supplier-ellen-macarthur-foundation","supplier-natureworks-llc","supplier-novamont","supplier-pepsico"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40212\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40212"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=40212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}