{"id":40170,"date":"2017-01-31T06:45:00","date_gmt":"2017-01-31T05:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.umsicht.fraunhofer.de%2Fde%2Fpresse-medien%2F2017%2Fbiomates.html"},"modified":"2017-01-30T16:25:38","modified_gmt":"2017-01-30T15:25:38","slug":"hochwertige-biobasierte-einsatzstoffe-fuer-den-erdoelverarbeitenden-raffinerieprozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hochwertige-biobasierte-einsatzstoffe-fuer-den-erdoelverarbeitenden-raffinerieprozess\/","title":{"rendered":"Hochwertige biobasierte Einsatzstoffe f\u00fcr den erd\u00f6lverarbeitenden Raffinerieprozess"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bisher entstehen Kraftstoffe mit biogenem Anteil fast ausschlie\u00dflich durch das Mischen (Blenden) von Kraftstoffen aus konventionellen Raffinerien mit fertig produzierten Biokraftstoffen, die erst am Ende beider Prozesse zusammengemischt werden. Die Qualit\u00e4t der Biomasse-Vorprodukte ist oft nicht gleichbleibend, und ihre Eigenschaften sind oft nicht mit den herk\u00f6mmlichen Raffinerieprozessen kompatibel. Folglich ist in Europa eine gemeinsame Verarbeitung mit Erd\u00f6l in konventionellen Raffinerien auch kaum verbreitet; lediglich Pflanzen\u00f6le werden in Einzelf\u00e4llen eingesetzt. Um in Zukunft biobasierte Materialien im gro\u00dfen Ma\u00dfstab mit in die Raffinerien einflie\u00dfen lassen zu k\u00f6nnen (anstatt fossile Kraftstoffe nur nach der Fertigstellung mit Biokraftstoffen zu vermischen), wird hoch definiertes Material ben\u00f6tigt. Hier setzt das im Oktober 2016 gestartete EU-Projekt BioMates an, das im Europ\u00e4ischen Rahmenprogramm f\u00fcr Forschung und Innovation Horizon 2020 gef\u00f6rdert wird.<\/strong><\/p>\n<p>Das Vorhaben zielt darauf ab, Zwischenprodukte aus holz- oder halmgutartigen Restoffen und Agrarprodukten wie Stroh und Gr\u00e4sern herzustellen, die verl\u00e4ssliche Stoffeigenschaften aufweisen und f\u00fcr den hoch sensiblen Erd\u00f6l-Raffinerieprozess geeignet sind. Die kosteneffiziente und dezentralisierte Aufwertung von lignocellulosehaltigen Reststoffen und Agrarprodukten wie Stroh und das schnell wachsende, mehrj\u00e4hrige Gras Miscanthus f\u00fcr die Herstellung der beschriebenen Zwischenprodukte ist das zentrale Element des Projektes. Der von fossilen Brennstoffen dominierte Raffineriesektor k\u00f6nnte solche biobasierten Zwischenprodukte mit zuverl\u00e4ssig gleichbleibenden Eigenschaften in bereits existierenden Konversionseinheiten beimischen. Dabei w\u00fcrden Hybridkraftstoffe mit hohem biogenen Anteil und vollst\u00e4ndiger Kompatibilit\u00e4t mit herk\u00f6mmlichen Verbrennungsmotoren entstehen.<\/p>\n<h3>Nicht-Nahrungspflanzen im Fokus<\/h3>\n<p>Die Herangehensweise von BioMates basiert auf innovativen Umwandlungstechniken f\u00fcr Nicht-Nahrungspflanzen. Diese beinhalten die \u00bbablative Schnellpyrolyse\u00ab sowie eine schonende, katalytische Umsetzung mit Wasserstoff, die \u00bbmilde Hydrierung\u00ab. Der Prozess beinhaltet zudem hochmoderne Technologien zur regenerativen Wasserstoffproduktion und zur elektrochemischen Aufreinigung und Verdichtung des Wasserstoffs sowie eine optimierte Energienutzung.<\/p>\n<p>Mittels der ablativen Schnellpyrolyse wird die Biomasse zun\u00e4chst zu so genanntem \u00bbBio\u00f6l\u00ab umgesetzt, wobei dieser erste Prozessschritt in der sp\u00e4teren Realisierung m\u00f6glichst direkt beim landwirtschaftlichen Erzeuger erfolgen soll. Dabei wird der Einsatzstoff bei hoher Temperatur gegen einen rotierenden W\u00e4rmetr\u00e4ger gepresst und so in weniger als einer Sekunde verfl\u00fcssigt. Zus\u00e4tzlich soll untersucht werden, ob die festen Pyrolyser\u00fcckst\u00e4nde als D\u00fcnger wieder auf das Feld aufgebracht werden k\u00f6nnen. Insbesondere strukturschwache l\u00e4ndliche R\u00e4ume werden so von der Bio\u00f6l-Erzeugung profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nachfolgend soll das Bio\u00f6l mittels milder Hydrierung zu definierten Intermediaten, also Zwischenprodukten zum Einspeisen in die Raffinerie, umgesetzt werden. Dieser Schritt sollte direkt in der N\u00e4he der Raffinerien erfolgen, die sp\u00e4ter diese Intermediate einsetzen sollen. Dies erm\u00f6glicht wichtige Synergieeffekte, insbesondere durch Nutzung von \u00dcberschuss-Wasserstoff aus der Raffinerie f\u00fcr die katalytische Hydrierungsreaktion. Dieser Reaktionsschritt ist letztlich daf\u00fcr verantwortlich, dass das Bio\u00f6l in Intermediate mit genau festgelegten Eigenschaften \u00fcberf\u00fchrt wird: die \u00bbBio-based Intermediates\u00ab, kurz \u00bbBioMates\u00ab. So wird gew\u00e4hrleistet, dass die zur Einspeisung in den hoch sensiblen Raffinerieprozess wichtigen Stoffeigenschaften wie z. B. S\u00e4urezahl, Sauerstoff- oder Schwefelgehalt zu jeder Zeit die vorgegebenen Werte einhalten.<\/p>\n<h3>Tests in Pilotanlagen geplant<\/h3>\n<p>Die Praxistauglichkeit des vorgeschlagenen Wegs zur Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emission von Kraftstoffen wird in Pilotanlagen in einer realit\u00e4tsnahen Umgebung demonstriert. Im Englischen wird diese technologische Entwicklungsstufe als \u00bbTechnology Readiness Level 5\u00ab (TRL5) bezeichnet. Dies erlaubt die Entwicklung eines integrierten, Nachhaltigkeitsaspekte ber\u00fccksichtigenden Gesch\u00e4ftsmodells, das kommerzielle wie soziale Aspekte umfasst.<\/p>\n<p>Das Team besteht aus acht Partnern aus f\u00fcnf EU-L\u00e4ndern, die alle wesentlichen Produktions- und Nutzungsschritte entlang der Wertsch\u00f6pfungskette abbilden und sich somit ideal erg\u00e4nzen. Das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen koordiniert das Projekt und entwickelt die ablative Schnellpyrolyse weiter. Analog zur zweigeteilten sp\u00e4teren Produktionsanlage (beim Stroherzeuger und bei den Raffinerien) wird es auch eine zweigeteilte Validierungsanlage (in Oberhausen und bei CERTH in Thessaloniki) geben, in der die Gesamttechnologie umgesetzt wird. HyET aus Arnheim wird die Einheit zur elektrochemischen Wasserstoffverdichtung beisteuern, und Ranido aus Prag wird mit Unterst\u00fctzung der Universit\u00e4t f\u00fcr Chemie und Technologie Prag die Katalysatoren entwickeln. ifeu aus Heidelberg wird gemeinsam mit dem Imperial College aus London eine einheitliche Nachhaltigkeitsbewertung beisteuern. Als Raffineriebetreiber wird BP die Analysen und \u00f6konomische Auswertung durchf\u00fchren. Schlie\u00dflich wird der Einsatz der hergestellten \u00bbBioMates\u00ab in einer griechischen Pilotraffinerie praxisnah getestet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher entstehen Kraftstoffe mit biogenem Anteil fast ausschlie\u00dflich durch das Mischen (Blenden) von Kraftstoffen aus konventionellen Raffinerien mit fertig produzierten Biokraftstoffen, die erst am Ende beider Prozesse zusammengemischt werden. 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