{"id":40059,"date":"2017-01-27T06:42:13","date_gmt":"2017-01-27T05:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmaterialwissenschaften%2Finnovatives-hochleistungsmaterial-biofasern-aus-florfliegenseide.html"},"modified":"2017-01-23T12:07:05","modified_gmt":"2017-01-23T11:07:05","slug":"innovatives-hochleistungsmaterial-biofasern-aus-florfliegenseide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovatives-hochleistungsmaterial-biofasern-aus-florfliegenseide\/","title":{"rendered":"Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in gro\u00dfen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material k\u00fcnftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen f\u00fcr die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster pr\u00e4sentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Gr\u00fcnen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.<\/strong><\/p>\n<p>Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Bl\u00e4ttern ab \u2013 auf der Spitze von stabilen seidenen F\u00e4den. Die sogenannten Eierstiele sind nur etwa 15 Mikrometer dick und halten das Gewicht der Eier problemlos. Um diese beeindruckende Faser herzustellen, sondert die Florfliege auf dem Blatt ein Proteinsekret ab. Das Ei wird anschlie\u00dfend in den Tropfen gelegt und senkrecht zur Oberfl\u00e4che herausgezogen. Der entstehende Seidenfaden h\u00e4rtet dann<br \/>\nan der Luft aus.<\/p>\n<p>\u00bbIm Unterschied zu den meisten anderen Seidenarten weist der Eistiel der Florfliege eine spezielle Struktur mit faszinierenden mechanischen Eigenschaften auf: Die Florfliegenseide ist \u00e4u\u00dferst biegesteif und stabil. Diese Besonderheiten m\u00f6chten wir auf Fasern aus Florfliegenseide \u00fcbertragen. Bisher war es jedoch nicht m\u00f6glich, derartige Seidenproteine in ausreichender Menge und Reinheit herzustellen\u00ab, erkl\u00e4rt Martin Schmidt, Biotechnologe am Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Firma AMSilk GmbH arbeitet der Forscher daran, Florfliegen-Seidenproteine mit Hilfe von Bakterien in gro\u00dfen Mengen mittels eines biotechnologischen Prozesses herzustellen. Die molekularbiologischen Vorarbeiten f\u00fchrte das Team von Professor Dr. Thomas Scheibel vom Lehrstuhl Biomaterialien der Universit\u00e4t Bayreuth durch. Sie konstruierten eine spezielle Gensequenz, welche Bakterien bef\u00e4higt, das Seidenprotein herzustellen. Am Fraunhofer IAP optimiert Martin Schmidt nun das Herstellungsverfahren, so dass das Seidenprotein kosteng\u00fcnstig in industrierelevanten Mengen hergestellt werden kann. Erst dann wird die Materialentwicklung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Firma AMSilk unterst\u00fctzt dieses Projekt mit molekularbiologischen Arbeiten, sowie mit ihrem umfangreichen Knowhow im Bereich der Seidenanalytik und -produktion. Das mittelst\u00e4ndische Unternehmen aus Martinsried entwickelt seit Jahren erfolgreich seidenbasierte Biopolymere f\u00fcr verschiedenste Anwendungen. \u00bbUnsere Seidentechnologie ist mittlerweile etabliert und erste Produkte sind bereits am Markt verf\u00fcgbar. W\u00e4hrend die von uns verwendete Biosteel\u00ae-Faser nach dem Vorbild der Spinnenseide aber eher weich und flexibel ist, ist Florfliegenseide sehr biegesteif. Diese spezielle Eigenschaft macht sie f\u00fcr die Medizintechnik, aber auch als Verst\u00e4rkungsfaser f\u00fcr den Leichtbau, also beispielsweise f\u00fcr Autos, Flugzeuge oder Schiffe, interessant. Wir freuen uns, mit dem Fraunhofer IAP einen Partner gefunden zu haben, der dieses Projekt in allen Bereichen \u2013 von der Entwicklung des Seidenmaterials bis zur fertigen Faser \u2013 mit seiner Expertise unterst\u00fctzen kann\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Lin R\u00f6mer, wissenschaftlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von AMSilk. Gef\u00f6rdert wird das Projekt durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR, einem Projekttr\u00e4ger des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Sowohl die Entwicklung und Charakterisierung von Fasern und faserverst\u00e4rkten Compositen f\u00fcr den Leichtbau als auch die Entwicklung von biobasierten Polymeren sind bereits seit 25 Jahren ein Spezialgebiet des Fraunhofer IAP. Im institutseigenen Spinntechnikum k\u00f6nnen technische Fasern entweder aus einer L\u00f6sung oder aus einer Schmelze im industrienahen Ma\u00dfstab hergestellt werden. \u00bbDie Kombination von Biotechnologie und Polymerforschung unter einem Dach bietet beste Voraussetzungen f\u00fcr die Herstellung von Fasern aus Florfliegenseide. Das ist ein enormer Vorteil, um innovative Anwendungsfelder zu erschlie\u00dfen\u00ab, so Schmidt.<\/p>\n<p>Auf der Internationalen Gr\u00fcnen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 k\u00f6nnen die Besucher der der nature.tec-Fachschau Bio\u00f6konomie in Halle 4.2 \/ Stand 212 die Entwicklungen aus den Bereichen Biotechnologie und Biopolymerforschung des Fraunhofer IAP besichtigen, darunter ein erstes Materialmuster aus Florfliegenseide.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in gro\u00dfen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material k\u00fcnftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen f\u00fcr die Verkehrstechnik eingesetzt werden. 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