{"id":39492,"date":"2016-12-14T07:29:30","date_gmt":"2016-12-14T06:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=39492"},"modified":"2016-12-12T13:17:49","modified_gmt":"2016-12-12T12:17:49","slug":"bio-schmierstoffe-aus-frittenfett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-schmierstoffe-aus-frittenfett\/","title":{"rendered":"Bio-Schmierstoffe aus Frittenfett"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_39493\" aria-describedby=\"caption-attachment-39493\" style=\"width: 503px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-39493\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/bio-schmierol-neu.jpg\" alt=\"bio-schmierol-neu\" width=\"503\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/12\/bio-schmierol-neu.jpg 770w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/12\/bio-schmierol-neu-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/12\/bio-schmierol-neu-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-39493\" class=\"wp-caption-text\">Das altfettbasierte Schmier\u00f6l ist hautvertr\u00e4glich und biologisch abbaubar. Quelle: BAM<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ohne Schmierstoffe funktioniert keine Anlage und l\u00e4uft kein Motor. Vor allem die metallverarbeitende Branche ist auf die fettigen oder \u00f6ligen Mittel angewiesen. Die Mehrheit der Schmierstoffe besteht allerdings aus Mineral\u00f6len fossilen Ursprungs. Doch auch Bio-Schmiermittel aus Sonnenblumen- oder Rapspflanzen dr\u00e4ngen auf den Markt. Sie k\u00f6nnen durchaus mit dem erd\u00f6lbasierten Konkurrenten mithalten. Noch sind sie jedoch Nischenprodukte. Das Problem: Bio-Schmierstoffe sind meist teurer. Au\u00dferdem geht der Lebensmittelindustrie durch die Nutzung der Pflanzenfr\u00fcchte zur Schmierstoffproduktion ein wertvoller Rohstoff verloren.<\/strong><\/p>\n<p>Konkurrenzlos zur Ern\u00e4hrungswirtschaft sind dagegen Altfette, wie sie in Gastst\u00e4tten und Imbissbuden t\u00e4glich in gro\u00dfen Mengen anfallen. Im Rahmen der europ\u00e4ischen ERA-Net-F\u00f6rderinitiative EuroTransBio haben Forscher der Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung und -pr\u00fcfung (BAM) in Berlin gemeinsam mit dem Schmierstoffhersteller Greibo Chemie GmbH nach einem Weg zur Herstellung von Schmierstoffen aus Abfallfetten gesucht. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) \u00fcber drei Jahre mit 175.000 Euro gef\u00f6rdert. \u201eUnser Ziel war es, bestimmte mineral\u00f6lbasierte Produkte durch Recyclingprodukte aus Altfett zu ersetzen und Schmierstoffe zu gestalten, die biologisch abbaubar sind aber auch den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df verbessern und hautvertr\u00e4glicher sind\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Christian Adam.<\/p>\n<h3>Frittenfette gewinnen Reinheitstest<\/h3>\n<p>Im Projekt experimentierten die Forscher mit Frittenfett. \u201eFrittenfett ist ein Abfallstoff, der kosteng\u00fcnstig ist und mit dem man sonst wenig anfangen kann. Auf Grund der pflanzlichen Stoffe sind die Schmierstoffe auch biologisch abbaubar\u201c, so Adam weiter. Nicht nur als nat\u00fcrlicher Abfallstoff \u00fcberzeugte der Stoff. Bei der Untersuchung verschiedener Abfallfette, darunter auch Fisch\u00f6l, zeigten sich hier nur minimale Verunreinigungen wie durch kurzkettige Fetts\u00e4uren, die bei der Veresterung nur schwer abgetrennt und zu unerw\u00fcnschten Nebenprodukten f\u00fchren und so die Qualit\u00e4t der Schmierstoffe beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Hefeenzym meistert Hydrolyse und Veresterung<\/h3>\n<p>Um die Frittenfette zu verestern, musste aus dem pflanzlichen Fett zun\u00e4chst das unbrauchbare Glycerin mittels Hydrolyse abgetrennt werden, um so langkettige Fetts\u00e4uren herzustellen, die mit Alkohol zu Ester umgesetzt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr diesen anspruchsvollen Prozess bedienten sich die Forscher eines Multitalents. Das Hefeenzym Candida antarctica Lipase A (CAL-A) hatte das seltene Potenzial, sowohl die Hydrolyse als auch die Veresterung zu meistern. \u201eHier konnte man mit gro\u00dfen Wasseranteilen arbeiten, die das Glycerin aufnehmen und dabei gleichzeitig Fett zu Ester umsetzen\u201c, erkl\u00e4rt Adam.<\/p>\n<figure id=\"attachment_39494\" aria-describedby=\"caption-attachment-39494\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-39494\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/schmierstoff-reaktor-neu-bam.jpg\" alt=\"schmierstoff-reaktor-neu-bam\" width=\"520\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/12\/schmierstoff-reaktor-neu-bam.jpg 570w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/12\/schmierstoff-reaktor-neu-bam-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-39494\" class=\"wp-caption-text\">Reaktor zur Herstellung von Schmierstoffen aus Altfett Quelle: BAM<\/figcaption><\/figure>\n<h3>\u00d6ltropfengr\u00f6\u00dfe beeinflusst Fetts\u00e4ureausbeute<\/h3>\n<p>Zudem untersuchten die Forscher die Wirkung des Enzyms bei der Hydrolyse als auch bei der Veresterung ausgiebig. Daf\u00fcr wurden jeweils Frittenfett und Enzym in einen R\u00fchrreaktor zusammengebracht und die optimalen Prozessbedingungen ermittelt. \u201eDazu waren viele Experimente n\u00f6tig. Wir mussten abw\u00e4gen, wie man den Prozess so optimal wie m\u00f6glich gestalten kann und so wenig wie m\u00f6glich Stoffe hat, die st\u00f6ren\u201c, erkl\u00e4rt Adam. Neben Temperatur, pH-Wert und Verweildauer war die Scherrate mit Einfluss auf die Gr\u00f6\u00dfe der \u00d6ltropfen ein bedeutender Faktor. Diese wird von der Geschwindigkeit des R\u00fchrers bestimmt. \u201eHier war es wichtig, dass ein hoher Energieeintrag \u00fcber den R\u00fchrer hineingelangt, um ganz kleine Tr\u00f6pfchen zu haben.\u201c Im Ergebnis zeigte sich: Je kleiner die \u00d6ltr\u00f6pfchen, um so h\u00f6her war die Ausbeute an Fetts\u00e4uren.<br \/>\nAnleitung zur altfettbasierten Schmierstoffherstellung<\/p>\n<p>Unterm Strich konnten die Forscher die optimalen Parameter f\u00fcr den enzymatischen Prozess bestimmen und im Gro\u00dfma\u00dfstab erfolgreich testen. \u201eWir haben jetzt einen Datensatz erzeugt, mit dem man nachvollziehen kann, wie man solche Prozesse f\u00e4hrt und was man f\u00fcr Produkte erreichen kann\u201c, fasst Adam zusammen. Die altfettbasierten Schmierstoffe w\u00e4ren damit sowohl f\u00fcr Hydraulik- und Motoren\u00f6le, aber auch Verlust-, K\u00fchl- und Kettens\u00e4genschmierstoffe geeignet.<\/p>\n<p>Dennoch: Trotz erfolgreicher Tests in Gro\u00dfanlagen beim Projektpartner Greibo Chemie bleibt das Konzept bis auf weiteres in der Schublade. Der Grund: Die Herstellungskosten f\u00fcr Fetts\u00e4ureester aus biobasierten Ausgangstoffen sind mit 3 bis 5 Euro pro Kilogramm dreimal h\u00f6her als mineral\u00f6lbasierte Produkte. Materialforscher Christian Adam ist dennoch zuversichtlich: \u201eWenn die Mineral\u00f6lpreise wieder ansteigen, kann das schnell wirtschaftlich werden. Au\u00dferdem ist der enzymatische Prozess \u00fcbertragbar \u2013 und keineswegs nur auf Frittenfette beschr\u00e4nkt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Schmierstoffe funktioniert keine Anlage und l\u00e4uft kein Motor. 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