{"id":39265,"date":"2016-12-02T07:29:19","date_gmt":"2016-12-02T06:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=39265"},"modified":"2016-12-01T13:54:06","modified_gmt":"2016-12-01T12:54:06","slug":"palmoel-amnesty-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-kosmetik-hersteller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/palmoel-amnesty-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-kosmetik-hersteller\/","title":{"rendered":"Palm\u00f6l: Amnesty erhebt schwere Vorw\u00fcrfe gegen Kosmetik-Hersteller"},"content":{"rendered":"<p>Amnesty International hat Menschenrechtsverletzungen auf den Palm\u00f6lplantagen einer indonesischen Firma angeprangert, die nach den Angaben der Organisation f\u00fchrende internationale Konsumg\u00fcterhersteller beliefert. Viele gro\u00dfe Unternehmen wie Procter &amp; Gamble, Nestl\u00e9 oder Unilever bez\u00f6gen Palm\u00f6l aus Raffinerien, die mit dem Produzenten zusammenarbeiteten, erkl\u00e4rte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin.<\/p>\n<p>Bei der Recherche sprach Amnesty nach eigenen Angaben mit 120 Arbeitern auf Plantagen von Tochterfirmen des Palm\u00f6l-Produzenten Wilmar und drei Zulieferern. Demnach seien die Besch\u00e4ftigten einem giftigen Unkrautvernichtungsmittel ausgesetzt. Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren m\u00fcssten gef\u00e4hrliche Arbeit verrichten und k\u00f6nnten teils nicht mehr zur Schule gehen, weil sie Eltern helfen m\u00fcssten, deren Zielvorgaben zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Arbeiterinnen erhielten dem Ergebnis der Recherchen der Organisation zufolge &#8220;in extremen F\u00e4llen&#8221; au\u00dferdem nur einen Lohn von 2,50 US-Dollar (1,41 Euro) pro Tag. Sie w\u00fcrden auch mit Lohnk\u00fcrzungen f\u00fcr den Fall bedroht, dass sie \u00dcberstunden verweigerten.<\/p>\n<p>Amnesty kritisierte die Konsumg\u00fcterhersteller. Keines der gro\u00dfen Unternehmen habe auf Nachfrage erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, warum es die Menschenrechtsverletzungen bei den Zulieferern nicht erkannt und verhindert habe, erkl\u00e4rte die deutsche Expertin der Organisation, Verena Haan. &#8220;Dabei sind die Palm\u00f6l-Lieferketten meist kurz und wenig kompliziert.&#8221;<\/p>\n<p>Der K\u00f6rperpflege- und Haushaltsmittelkonzern Procter &amp; Gamble erkl\u00e4rte auf Nachfrage, er arbeite &#8220;eng&#8221; mit der Firma Wilmar zusammen, &#8220;um etwaiges Fehlverhalten zu korrigieren&#8221;. Die eigenen Richtlinien f\u00fcr Zulieferer seien &#8220;eindeutig und unmissverst\u00e4ndlich&#8221;, erkl\u00e4rte deren deutschen Tochterfirma in Schwalbach am Taunus. Procter &amp; Gamble sei \u00fcberzeugt, positiv auf die Situation dort einwirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch der Konsumg\u00fcterriese Unilever erkl\u00e4rte seinen Willen, Missst\u00e4nde beseitigen zu helfen. Er begr\u00fc\u00dfe den Amnesty-Bericht und stimme zu, &#8220;dass noch viel mehr getan werden muss, um die tiefgreifenden gesellschaftlichen Probleme zu l\u00f6sen&#8221;, die mit dem Anbau von Palm\u00f6l verbunden seien, teilte dessen deutscher Ableger in Hamburg der Nachrichtenagentur AFP mit. Unilever sei entschlossen, dabei eine &#8220;f\u00fchrende Rolle&#8221; zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Palm\u00f6l ist ein wichtiges Basisprodukt f\u00fcr Lebensmittel sowie K\u00f6rperpflege-, Pharma-, Haushalts- und Hygieneartikel. Es findet sich etwa in Margarine, Cremes, Fertiggeb\u00e4ck, Pizza und Waschmittel. Der Umweltschutzorganisation WWF zufolge ist es rund in jedem zweiten Produkt enthalten, dass in Superm\u00e4rkten verkauft wird. Der Anbau wird seit Langem wegen der damit verbundenen Umweltzerst\u00f6rung und Arbeitsbedingungen kritisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amnesty International hat Menschenrechtsverletzungen auf den Palm\u00f6lplantagen einer indonesischen Firma angeprangert, die nach den Angaben der Organisation f\u00fchrende internationale Konsumg\u00fcterhersteller beliefert. Viele gro\u00dfe Unternehmen wie Procter &amp; Gamble, Nestl\u00e9 oder Unilever bez\u00f6gen Palm\u00f6l aus Raffinerien, die mit dem Produzenten zusammenarbeiteten, erkl\u00e4rte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin. 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