{"id":39066,"date":"2016-11-28T07:29:39","date_gmt":"2016-11-28T06:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=39066"},"modified":"2016-11-24T14:56:28","modified_gmt":"2016-11-24T13:56:28","slug":"oesterreich-biobasierte-industrie-ermoeglicht-einblicke-in-materialien-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-biobasierte-industrie-ermoeglicht-einblicke-in-materialien-der-zukunft\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Biobasierte Industrie erm\u00f6glicht Einblicke in Materialien der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Elektroauto mit Kunststoffteilen aus Tomatenschalen f\u00e4hrt mit Reifen aus L\u00f6wenzahn. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist dank modernster, chemischer Verfahren heute schon m\u00f6glich. Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Biobasierten Industrie bot die Veranstaltung \u201eStakeholderdialog Biobased Industry\u201c, zu der der Fachverband der Chemischen Industrie \u00d6sterreichs sowie das Bundesministerium f\u00fcr Verkehr, Innovation und Technologie einluden.<\/strong><\/p>\n<p>Autoreifen aus Kautschuk, Textilfasern oder Papier aus Holz \u2013 all das sind Produkte aus Biomasse, die bereits seit langer Zeit im industriellen Ma\u00dfstab gefertigt werden. Der neue Trend der Biobasierten Industrie hat aber ein anderes Ziel: weg vom Erd\u00f6l als Rohstoff. Damit schont die Biobasierte Industrie einerseits fossile Ressourcen, andererseits reduziert sie Umweltbelastungen und erh\u00f6ht die regionale Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Wie weitreichend alternative Ressourcen bereits einsetzbar sind, zeigt das Beispiel des Autos der Zukunft: Schaumstoffe f\u00fcr Sitze k\u00f6nnten aus Soja gemacht werden, Autoteppiche aus Verbundwerkstoffen auf Kokosnussbasis, die Fasern der Tomatenhaut dienen als Grundsubstanz eines biobasierten Kunststoffs f\u00fcr das Innenleben des Wagens. Und zu guter Letzt sind die Reifen noch aus L\u00f6wenzahnkautschuk. Produktentwicklungen aus Biomasse sind kaum Grenzen gesetzt.<\/p>\n<h3>Kaskadische Nutzung erzielt h\u00f6chste Wertsch\u00f6pfung<\/h3>\n<p>\u201eDie stoffliche Nutzung von Biomasse darf nicht als Konkurrent zur energetischen Nutzung gesehen werden\u201c, erkl\u00e4rt Sylvia Hofinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie \u00d6sterreichs und Mitveranstalter der Stakeholderdialogs Biobased Industry. \u201eWenn ich zum Beispiel Textilfasern aus Holz herstelle, macht es durchaus Sinn, wenn ich die Stoffreste, die bei der Produktion von Kleidung anfallen, nochmals f\u00fcr die Fasergewinnung verwende. Sind die Produkte irgendwann nicht mehr recycelbar, so kann man sie zur Energiegewinnung nutzen.\u201c Auf diese Art und Weise k\u00f6nnen vorhandene Ressourcen bestm\u00f6glich eingesetzt werden.<\/p>\n<h3>Digitalisierung als Chance f\u00fcr die Biobased Industry<\/h3>\n<p>Die Chancen, die Digitalisierung als zentraler Produktivit\u00e4tshebel in der biobasierten Prozessindustrie in sich birgt, skizzierte Christoph Herwig vom Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Prozessanalyse der Technischen Universit\u00e4t Wien in seiner Keynote. \u201eDie Generierung und Bereitstellung von Wissen erm\u00f6glicht eine effiziente Nutzung der neuen M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung. Dies f\u00fchrt zu neuen Gesch\u00e4ftsfeldern in der intelligenten Herstellung von Bioprodukten entlang der Wertsch\u00f6pfungskette und des Lebenszyklusses.\u201c<\/p>\n<h3>Gesetze m\u00fcssen langfristige Planungen erm\u00f6glichen<\/h3>\n<p>Was die Wettbewerbsf\u00e4higkeit biobasierter Produkte angeht, steht die Biobasierte Industrie &#8211; abgesehen von den bereits technologisch etablierten &#8211; erst am Beginn der Entwicklung. \u201eHier gibt es freilich f\u00fcr die Politik eine Reihe von Ansatzpunkten f\u00fcr entsprechende Ma\u00dfnahmen\u201c, so Hofinger. \u201eIn der \u00f6ffentlichen Beschaffung lassen sich durchaus Anreize setzen, um biobasierten Produkten Markteintritt zu erm\u00f6glichen.\u201c Weiters ist es f\u00fcr die Industrie von essentieller Bedeutung, dass politische Entscheidungen langfristig halten, damit bereits get\u00e4tigte Investitionen gesichert sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber den Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO)<\/h3>\n<p>Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) vertritt die Interessen von etwa 300 Mitgliedsunternehmen. Die chemische Industrie ist die zweitgr\u00f6\u00dfte Industriebranche in \u00d6sterreich. Mit etwa 44.000 Besch\u00e4ftigten erwirtschaftet sie einen Produktionswert von fast 15 Milliarden Euro. Sie ist international ausgerichtet und exportiert mehr als zwei Drittel ihrer Erzeugnisse. Zuletzt lagen die Ausgaben f\u00fcr F&amp;E bei 747 Millionen Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO)<br \/>\nMag. Dorothea Pritz<br \/>\nTel.: +43(0)5 90 900-3364<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:pritz@fcio.at\" target=\"_blank\">pritz@fcio.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Elektroauto mit Kunststoffteilen aus Tomatenschalen f\u00e4hrt mit Reifen aus L\u00f6wenzahn. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist dank modernster, chemischer Verfahren heute schon m\u00f6glich. 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