{"id":38714,"date":"2016-11-11T07:29:33","date_gmt":"2016-11-11T06:29:33","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=38714"},"modified":"2016-11-09T14:31:23","modified_gmt":"2016-11-09T13:31:23","slug":"neue-miscanthus-sorten-erobern-grenzstandorte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-miscanthus-sorten-erobern-grenzstandorte\/","title":{"rendered":"Neue Miscanthus-Sorten erobern Grenzstandorte"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_38715\" aria-describedby=\"caption-attachment-38715\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-38715 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/2aedda84ad.jpg\" alt=\"2aedda84ad\" width=\"240\" height=\"180\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-38715\" class=\"wp-caption-text\">Miscanthus auf Versuchsfl\u00e4chen der Universit\u00e4t Hohenheim. | Bildquelle: Universit\u00e4t Hohenheim \/ Olena Kalinina <a href=\"https:\/\/www.uni-hohenheim.de\/uploads\/pics\/Miscanthus_Uni_Hohenheim_Olena_Kalinina.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kalte, flachgr\u00fcndige B\u00f6den, moorige Standorte \u2013 auf vielen Fl\u00e4chen in Baden-W\u00fcrttemberg gedeihen Nahrungspflanzen nicht besonders gut. Der Anbau des schnell wachsenden Grases Miscanthus zur Biomasse-Produktion k\u00f6nnte hier eine Alternative darstellen. Das Problem: Eigentlich behagen auch Miscanthus keine allzu rauen Bedingungen. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Hohenheim machen sich deshalb auf die Suche nach neuen, robusteren Miscanthus-Sorten. Die hervorragende \u00d6kobilanz der Kultur zeigt ihr Potential die Umwelt zu schonen \u2013 und ein vereinfachtes Anbauverfahren soll dem Landwirt n\u00fctzen. Das Projekt ist Teil des Forschungsverbunds Lignozellulose.<\/strong><\/p>\n<p>Es ben\u00f6tigt kaum Pestizide und D\u00fcngemittel, liefert hohe Ertr\u00e4ge und schneidet als Dauerkultur bei der \u00d6kobilanz besonders gut ab: das Chinaschilf Miscanthus. Wegen seiner geringen Auswirkungen auf die Umwelt gilt es als interessante Quelle f\u00fcr Lignozellulose zur stofflichen und energetischen Nutzung.<\/p>\n<p>\u201eGrunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich Miscanthus auch auf n\u00e4hrstoffarmen B\u00f6den kultivieren, die f\u00fcr den Anbau von Nahrungspflanzen uninteressant sind\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Iris Lewandowski, Expertin f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe an der Universit\u00e4t Hohenheim. \u201eIn Baden-W\u00fcrttemberg haben wir neben guten auch sogenannte marginale Fl\u00e4chen, auf denen Mais oder Getreide eher schlecht als recht gedeihen. Hier w\u00e4re Miscanthus eine gute Anbaualternative.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Sache hat einen Haken: Bis jetzt steht den Landwirten f\u00fcr den Anbau lediglich der Riesen-Chinaschilf vom Typ Miscanthus x giganteus zur Verf\u00fcgung, und der ist nur bedingt f\u00fcr kalte, flachgr\u00fcndige oder feuchte Standorte geeignet. Gemeinsam mit Moritz Wagner sucht Prof. Dr. Lewandowski deshalb nach widerstandsf\u00e4higeren Miscanthus-Typen.<\/p>\n<h3>Stresstoleranter Miscanthus f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg<\/h3>\n<p>Die beiden Forscher greifen daf\u00fcr auf ein europ\u00e4isches Z\u00fcchtungsprogramm zur\u00fcck, das seit 2012 stresstolerante Miscanthus-Pflanzen selektiert. \u201eF\u00fcnf Genotypen, also Pflanzen, deren genetische Ausstattung auf h\u00f6here Stresstoleranz schlie\u00dfen l\u00e4sst, haben wir f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg ausgew\u00e4hlt\u201c, erkl\u00e4rt Wagner. \u201eNun testen wir sie auf drei verschiedenen marginalen Standorten auf ihre Eignung in der Praxis.\u201c<\/p>\n<p>Seit 2014 wachsen die neuen Genotypen neben M. x giganteus als Kontrollpflanze auf drei Hohenheimer Versuchsstationen mit unterschiedlichen Standortbedingungen: Am Ihinger Hof auf einem Teilst\u00fcck mit sehr flachgr\u00fcndigen B\u00f6den, auf dem Oberen Lindenhof an einem Standort mit k\u00fchlem Lokalklima sowie bei Aulendorf, auf einem Standort mit moorigem Boden.<\/p>\n<p>\u201eWir erfassen zum Beispiel, wie gut die Pflanzen anwachsen und sich etablieren, wie viele St\u00e4ngel sie bilden und wie hoch die \u00dcberwinterungsrate ist\u201c, berichtet Wagner. \u201eEinen Vollertrag gibt es bei Miscanthus zwar erst ab dem dritten Jahr. Aber bereits jetzt k\u00f6nnen wir sagen, dass einige Genotypen mit der \u00dcberwinterung sehr gut klarkommen und beim Ertrag mit M. x giganteus mithalten oder ihn sogar \u00fcbertreffen\u201c, fasst er erste Ergebnisse zusammen.<\/p>\n<h3>Direktaussaat statt Auspflanzung<\/h3>\n<p>Doch es gibt ein weiteres Problem, das den Anbau von Miscanthus derzeit noch einschr\u00e4nkt: Die Samen sind sehr klein, weshalb eine Direktaussaat nicht m\u00f6glich ist. \u201eMomentan wird Miscanthus \u00fcber Rhizome vermehrt und ausgepflanzt, wodurch die Neuanlage pro Hektar sehr teuer ist\u201c, sagt Prof. Dr. Lewandowski.<\/p>\n<p>Zusammen mit Prof. Dr. Michael Kruse vom Fachgebiet Saatgutwissenschaft und -technologie an der Universit\u00e4t Hohenheim suchen die Forscher daher nach einer M\u00f6glichkeit, die Samen zu ummanteln, damit sie einfacher ausges\u00e4t werden k\u00f6nnen. Auch Mikron\u00e4hrstoffe in der Ummantelung f\u00fcr eine verbesserte Keimung erproben sie. Ergebnisse werden im n\u00e4chsten Jahr erwartet.<\/p>\n<h3>H\u00f6here Deckungsbeitr\u00e4ge auf Risikostandorten<\/h3>\n<p>Am Ende des Projekts wollen die Forscher Miscanthus-Typen f\u00fcr die Landwirte in Baden-W\u00fcrttemberg selektieren, die diese dann zuk\u00fcnftig als Sorten \u00fcber die Z\u00fcchtungspartner k\u00e4uflich zur Aussaat erwerben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eMit angepassten Sorten und kosteng\u00fcnstiger Aussaat k\u00f6nnte der Miscanthus-Anbau dann den Landwirten auch auf marginalen Fl\u00e4chen gute Einkommensm\u00f6glichkeiten bieten\u201c, ist Prof. Dr. Lewandowski \u00fcberzeugt.<\/p>\n<h3>Hintergrund zum Projekt<\/h3>\n<p>Das Projekt \u201eMiscanthus-Genotypen f\u00fcr lignozellulosebasierte Wertsch\u00f6pfungsketten\u201c startete am 1.9.2014. Das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg f\u00f6rdert es \u00fcber drei Jahre im Rahmen des Forschungsprogramms Bio\u00f6konomie Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Mehr Infos: <a href=\"http:\/\/www.bioeconomy-research-bw.de\/tp70\" target=\"_blank\">www.bioeconomy-research-bw.de\/tp70<\/a><\/p>\n<h3>Hintergrund: Forschungsverbund Lignozellulose im Forschungsprogramm Bio\u00f6konomie Baden-W\u00fcrttemberg<\/h3>\n<p>Im Forschungsverbund Lignozellulose f\u00f6rdert das Land Baden-W\u00fcrttemberg 19 Teilprojekte, die Lignozellulose als alternativen Rohstoff f\u00fcr neue Materialien und Produkte untersuchen.<\/p>\n<p>Die Forscher nehmen dazu den gesamten Stoffstrom vom Acker bis zum Produkt in den Blick. Alle Pflanzenbestandteile sollen in der Wertsch\u00f6pfungskette vollst\u00e4ndig und, wenn m\u00f6glich, mehrfach verwertet werden. Die Auswahl, Z\u00fcchtung und Kultivierung der lignozellulose-liefernden Pflanzen spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Weiterentwicklung von Konversionsverfahren.<\/p>\n<p>Au\u00dfer der Universit\u00e4t Hohenheim sind an dem Forschungsverbund die Universit\u00e4ten Freiburg, Stuttgart, Ulm und Heidelberg sowie die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg, das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie (ICT) beteiligt.<\/p>\n<p>Die Gesamtkoordination des Forschungsprogramms \u00fcbernimmt die Landesgesch\u00e4ftsstelle, die an der Universit\u00e4t Hohenheim angesiedelt ist.<\/p>\n<p>Mehr Infos: <a href=\"http:\/\/www.bioeconomy-research-bw.de\" target=\"_blank\">www.bioeconomy-research-bw.de<\/a><\/p>\n<h3>Hintergrund: Bio\u00f6konomie \u2013 Leitthema der Universit\u00e4t Hohenheim<\/h3>\n<p>Die Bio\u00f6konomie ist das Leitthema der Universit\u00e4t Hohenheim und einer ihrer drei Forschungsschwerpunkte. Sie verbindet die agrarwissenschaftliche, die naturwissenschaftliche sowie die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p>Diese interdisziplin\u00e4re Thematik an der Universit\u00e4t Hohenheim zu koordinieren und umzusetzen ist Aufgabe des Forschungszentrums Bio\u00f6konomie. Ziel der Bio\u00f6konomie ist es die weltweite Ern\u00e4hrung zu sichern, die Agrarproduktion nachhaltig zu gestalten, gesunde und sichere Lebensmittel zu produzieren, nachhaltige Rohstoffe industriell zu nutzen sowie Energietr\u00e4ger auf der Basis von Biomasse auszubauen. Dabei genie\u00dft die Ern\u00e4hrungssicherung stets Vorrang vor anderen Nutzungen von Biomasse (Nationale Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030, BMBF).<\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie greift ein zentrales Anliegen von Politik und Gesellschaft auf und ber\u00fccksichtigt gleicherma\u00dfen \u00f6kologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Belange. Homepage: <a href=\"http:\/\/www.bioeconomy.uni-hohenheim.de\/forschungszentrum\" target=\"_blank\">www.bioeconomy.uni-hohenheim.de\/forschungszentrum<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kalte, flachgr\u00fcndige B\u00f6den, moorige Standorte \u2013 auf vielen Fl\u00e4chen in Baden-W\u00fcrttemberg gedeihen Nahrungspflanzen nicht besonders gut. Der Anbau des schnell wachsenden Grases Miscanthus zur Biomasse-Produktion k\u00f6nnte hier eine Alternative darstellen. Das Problem: Eigentlich behagen auch Miscanthus keine allzu rauen Bedingungen. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Hohenheim machen sich deshalb auf die Suche nach neuen, robusteren Miscanthus-Sorten. 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