{"id":38515,"date":"2016-11-04T07:26:29","date_gmt":"2016-11-04T06:26:29","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Ffoerderungen-preise%2Fmit-bakterien-wertstoffe-aus-kohlendioxid-gewinnen.html"},"modified":"2016-11-02T14:25:26","modified_gmt":"2016-11-02T13:25:26","slug":"mit-bakterien-wertstoffe-aus-kohlendioxid-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-bakterien-wertstoffe-aus-kohlendioxid-gewinnen\/","title":{"rendered":"Mit Bakterien Wertstoffe aus Kohlendioxid gewinnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mikroben werden schon vielfach f\u00fcr die Produktion von Treibstoffen und Basischemikalien eingesetzt, aber die meisten m\u00fcssen daf\u00fcr mit Zucker \u201egef\u00fcttert\u201c werden. Da die Zucker-basierte Biotechnologie in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, ger\u00e4t sie immer st\u00e4rker in die Kritik. Als Alternative ist inzwischen Kohlendioxid als Rohstoff f\u00fcr biotechnologische Verfahren in den Fokus ger\u00fcckt. Die Goethe-Universit\u00e4t hat nun die Leitung eines europ\u00e4ischen Verbundprojekts \u00fcbernommen, das die Entwicklung von Verfahren zur mikrobiellen, CO<sub>2<\/sub>-basierten Biotechnologie vorantreiben soll. Es wird in den n\u00e4chsten drei Jahren mit zwei Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDiese anwendungsorientierte Arbeit ist eine logische Fortsetzung unserer jahrelangen erfolgreichen Bem\u00fchungen, den Stoffwechsel CO<sub>2<\/sub>-reduzierender acetogener Bakterien zu verstehen. Nun k\u00f6nnen wir beginnen, deren Stoffwechsel so zu lenken, dass sie f\u00fcr den Menschen interessante Wertstoffe und Treibstoffe produzieren\u201c, so Prof. Volker M\u00fcller, Professor am Institut f\u00fcr Molekulare Biowissenschaften der Goethe-Universit\u00e4t. Er koordiniert das transnationale Projekt im Rahmen des European Research Area NETwork \u201eIndustrielle Biotechnologie\u201c, in dem die deutschen Gruppen \u00fcber das Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert werden. Damit hat die Goethe-Universit\u00e4t eine herausragende Stellung in der Entwicklung einer Zukunftstechnologie eingenommen.<\/p>\n<p>Die besondere Gruppe der acetogenen Bakterien verarbeitet\u00a0 Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) in einem Fermentationsprozess, der von Licht und Sauerstoff unabh\u00e4ngig ist. Als Energietr\u00e4ger nutzen die Bakterien Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) oder Kohlenmonoxid (CO) oder eine Mischung aus beiden (Synthesegase). Allerdings erzeugen die Bakterien bei diesem Stoffwechsel nur sehr wenig Energie. Das schr\u00e4nkt die die Produktpalette der Gasfermentation dramatisch ein, so dass zur Zeit nur Essigs\u00e4ure und Ethanol im industriellen Ma\u00dfstab hergestellt werden k\u00f6nnen. Das europ\u00e4ische Verbundprojekt hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, relevante acetogene Bakterien gentechnisch derart zu modifizieren, dass diese energetischen Barrieren \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen. Beteiligt sind die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt sowie die Universit\u00e4ten in Ulm, G\u00f6ttingen und La Coruna. Industriepartner ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Stahlproduzent ArcelorMittal.<\/p>\n<p>Die mikrobielle, CO<sub>2<\/sub>-basierte Biotechnologie k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig eine umweltfreundliche Alternative zur Wiederaufbereitung von Energie- und Kohlenstoff reichen Abfallgasen aus der Industrie bieten und die Abh\u00e4ngigkeit von Roh\u00f6l reduzieren. Die mikrobielle Fixierung und Umwandlung von CO<sub>2<\/sub> in biologisch hergestellte Rohstoffe erm\u00f6glicht es zudem, den Aussto\u00df von Treibhausgasen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Eine Grafik zum Download finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.uni-frankfurt.de\/63820642\" target=\"_blank\">www.uni-frankfurt.de\/63820642<\/a><\/p>\n<p>Acetogene (essigs\u00e4urebildende) Bakterien produzieren aus H<sub>2<\/sub> + CO<sub>2<\/sub> oder CO Essigs\u00e4ure oder Ethanol. Dabei wird Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) frei. Die Synthese anderer industriell interessanter Produkte aus dem Zwischenprodukt Acetyl-CoA verbraucht aber zus\u00e4tzlich ATP. Ziel des Projektes ist es, die Energiebilanz der Bakterien durch genetische Modifikation so zu ver\u00e4ndern, dass auch die Produktion solcher zus\u00e4tzlich Energie-verbrauchender Verbindungen m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. Volker M\u00fcller<br \/>\nInstitut f\u00fcr Molekulare Biowissenschaften<br \/>\nCampus Riedberg<br \/>\nTel.: (069)798-29507<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:VMueller@bio.uni-frankfurt.de\" target=\"_blank\">VMueller@bio.uni-frankfurt.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroben werden schon vielfach f\u00fcr die Produktion von Treibstoffen und Basischemikalien eingesetzt, aber die meisten m\u00fcssen daf\u00fcr mit Zucker \u201egef\u00fcttert\u201c werden. Da die Zucker-basierte Biotechnologie in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, ger\u00e4t sie immer st\u00e4rker in die Kritik. Als Alternative ist inzwischen Kohlendioxid als Rohstoff f\u00fcr biotechnologische Verfahren in den Fokus ger\u00fcckt. Die Goethe-Universit\u00e4t hat nun [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12463,10743],"supplier":[187,1064],"class_list":["post-38515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-ccu2016","tag-useco2","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-goethe-universitaet-frankfurtmain"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38515\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38515"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=38515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}