{"id":38489,"date":"2016-11-03T07:26:24","date_gmt":"2016-11-03T06:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=38489"},"modified":"2021-09-09T21:39:54","modified_gmt":"2021-09-09T19:39:54","slug":"premiere-power-to-gas-anlage-bietet-regelenergie-im-lokalen-stromnetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/premiere-power-to-gas-anlage-bietet-regelenergie-im-lokalen-stromnetz\/","title":{"rendered":"Premiere: Power-to-Gas-Anlage bietet Regelenergie im lokalen Stromnetz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach einem mehrw\u00f6chigen erfolgreichen Testlauf nimmt der neuartige Windgas-Elektrolyseur der St\u00e4dtischen Betriebe Ha\u00dffurt und des Hamburger \u00d6koenergieanbieters Greenpeace Energy heute seinen Regelbetrieb auf. Die hochmoderne Anlage am Mainhafen wandelt \u00fcbersch\u00fcssigen Strom aus dem nahen B\u00fcrgerwindpark Sailersh\u00e4user Wald sowie aus weiteren Windenergie- und Solaranlagen in erneuerbaren Wasserstoff um, auch Windgas oder Power to Gas genannt. Pro Jahr wird der containergro\u00dfe Elektrolyseur eine Million Kilowattstunden des \u00d6ko-Gases f\u00fcr die 14.000 proWindgas-Kunden von Greenpeace Energy ins Gasnetz einspeisen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Windgas-Technologie ist ein zentraler Baustein f\u00fcr das Gelingen der Energiewende\u201c, sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Nils M\u00fcller. \u201eWir betreten heute zugleich technisches Neuland: Denn unser extrem reaktionsschneller Elektrolyseur hilft dabei, sowohl das lokale Stromnetz als auch das \u00fcbergeordnete Verteilnetz zu stabilieren. In Deutschland und wohl auch weltweit ist dies ein absolutes Novum. Wir tragen so zu einer sicheren Stromversorgung in einer erneuerbaren Energie-Welt bei.\u201c<\/p>\n<p>Der in der fr\u00e4nkischen 14.000-Einwohner-Stadt eingesetzte 1,25-Megawatt-Elektrolyseur von Siemens geh\u00f6rt zur neuesten Generation: Die PEM-Anlage (PEM = polymer electrolyte membrane) produziert nicht nur Wasserstoff, sondern verhindert auch Ausf\u00e4lle im lokalen Stromnetz, wo Erzeugung und Verbrauch immer im Gleichgewicht bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich macht das die Steuerungssoftware der Firma Next Kraftwerke, die den Elektrolyseur mit anderen Anlagen zu einem \u201eVirtuellen Kraftwerk\u201c zusammenschaltet. Binnen Millisekunden reagiert der Elektrolyseur auf Leitsignale und f\u00e4hrt seine Leistung hinauf oder herunter \u2013 bietet also Regelleistung zur Netzstabilisierung. Diese Bereitstellung sogenannter Flexibilit\u00e4t auf lokaler wie regionaler Ebene ist derzeit einzigartig \u2013 wird aber in Zukunft in einem erneuerbaren Energiesystem unverzichtbar sein.<\/p>\n<p>\u201eWir gehen als innovatives Stadtwerk bei Windgas und mit neuen Technologien im Dienste der Energiewende voran\u201c, sagt der Ha\u00dffurter Stadtwerk-Chef Norbert Z\u00f6sch bei der Einweihung des Elektrolyseurs. Bislang z\u00f6gert die Politik, Windgas die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung zu gew\u00e4hren. Dabei zeigen Studien, dass Windgas nicht nur im Strombereich unverzichtbar ist, sondern zudem als einzige Technologie die n\u00f6tigen Kapazit\u00e4ten bietet, um in Zukunft auch im Verkehrssektor, in der W\u00e4rmeversorgung oder in der Chemieindustrie die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen drastisch zu senken.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es erste Anzeichen f\u00fcr ein Umdenken: So \u00e4u\u00dferte sich inzwischen die Bayerische Staatsministerin f\u00fcr Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner, im Interview positiv zur Rolle von Power to Gas (siehe auch: blog.greenpeace-energy.de). Und auch der im Bundeswirtschaftsministerium f\u00fcr Energiethemen zust\u00e4ndige Staatssekret\u00e4r <a href=\"http:\/\/blog.greenpeace-energy.de\/themen\/energiepolitik\/baake-sieht-windgas-als-wichtigen-energiewende-baustein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rainer Baake, bislang ein Windgas-Skeptiker, betonte erst am Mittwoch auf einer Diskussionsveranstaltung der Klima-Allianz in Berlin<\/a>, \u201ePower to Gas wird immer wichtiger\u201c. Zudem seien Investitionen ins Gasnetz notwendig, denn mit Hilfe von Power to Gas k\u00f6nne Strom darin viel einfacher gespeichert werden als in Batterien, sagte Baake.<\/p>\n<p>Mit Windgas wird Wind- und Sonnenstrom speicherbar: Wenn mehr erneuerbarer Strom produziert als verbraucht wird, kann er dazu verwendet werden, um per Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und klimafreundlichen Wasserstoff aufzuspalten. Statt erneuerbare Kraftwerke wie bisher abzuschalten, wenn das Netz deren Energie nicht aufnehmen kann, k\u00f6nnen die \u00dcbersch\u00fcsse k\u00fcnftig als erneuerbare Gase gespeichert werden \u2013 in Form von Wasserstoff oder Methan.<\/p>\n<p>So lassen sich selbst in einem vollst\u00e4ndig erneuerbaren Energiesystem l\u00e4ngere windstille und sonnenarme Phasen von bis zu drei Monaten \u00fcberbr\u00fccken. Die notwendige Kapazit\u00e4t f\u00fcr Versorgungssicherheit bei solchen \u201eDunkelflauten\u201c bietet in Deutschland einzig die Windgas-Technologie, die das normale Gasnetz samt seinen unterirdischen Lagern als Speicher nutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Download<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace-energy.de\/fileadmin\/gfx\/windgas\/Windgas-Brosch%C3%BCre_Web-PDF.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brosch\u00fcre &#8220;Wind wird Wasserstoff &#8211; Warum Windgas f\u00fcr die Energiewende unverzichtbar ist&#8221;<\/a> (PDF)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem mehrw\u00f6chigen erfolgreichen Testlauf nimmt der neuartige Windgas-Elektrolyseur der St\u00e4dtischen Betriebe Ha\u00dffurt und des Hamburger \u00d6koenergieanbieters Greenpeace Energy heute seinen Regelbetrieb auf. 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