{"id":38468,"date":"2016-11-02T07:26:39","date_gmt":"2016-11-02T06:26:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=38468"},"modified":"2016-10-31T12:07:32","modified_gmt":"2016-10-31T11:07:32","slug":"kit-chemikalien-aus-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kit-chemikalien-aus-biomasse\/","title":{"rendered":"KIT: Chemikalien aus Biomasse"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_38471\" aria-describedby=\"caption-attachment-38471\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-38471 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2016_148_Chemikalien_aus_Biomasse-1_72dpi.jpg\" alt=\"2016_148_chemikalien_aus_biomasse-1_72dpi\" width=\"251\" height=\"167\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-38471\" class=\"wp-caption-text\">Eine neuartige Prozesskette soll die Synthese der Basis-Chemikalie Methanol aus nachwachsenden Rohstoffen oder Nebenproduktstr\u00f6men erm\u00f6glichen. (Foto: TVT\/ TU Kaiserslautern)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nachwachsende Rohstoffe sollen k\u00fcnftig Grundbausteine f\u00fcr die chemische Industrie liefern, um den Verbrauch fossiler Ressourcen zu reduzieren. Ein Verbund aus Forschungsinstitutionen und Industriepartnern forscht unter der wissenschaftlichen Leitung des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) daran, den in Biomasse enthaltenen Kohlenstoff und das in der industriellen Produktion als Nebenprodukt anfallende Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle nutzbar zu machen. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen Prozesskette f\u00fcr die Synthese der Basis-Chemikalie Methanol. Der Verbund OptiMeOH wird nun vom BMBF mit 1,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Erzeugung von Strom und W\u00e4rme gibt es im Zuge der Energiewende bereits zahlreiche kohlenstofffreie Alternativen. Die chemische Industrie ist f\u00fcr die Herstellung ihrer Produkte jedoch auch k\u00fcnftig auf Kohlenstoff angewiesen. Als weltweit verf\u00fcgbare nachhaltige Kohlenstoffquelle k\u00f6nnte in Zukunft auch Biomasse genutzt werden, um einen Teil des Rohstoffbedarfs der chemischen Industrie zu decken. Vorzugsweise werden daf\u00fcr organische Reststoffe aus Industrie und kommunaler Entsorgung verwendet. Forscher des KIT, der DVGW-Forschungsstelle (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), der Universit\u00e4t Stuttgart und der TU Kaiserslautern haben gemeinsam mit drei Industriepartnern das Projekt \u201eOptimierte Prozesskette zur ressourceneffizienten Methanolsynthese &#8211; OptiMeOH\u201c gestartet.<\/p>\n<p>In dem Forschungsvorhaben soll eine innovative Prozesskette zur Synthese von Methanol entwickelt werden, bei der auf fossile Rohstoffe entweder ganz verzichtet wird oder aber Kohlendioxid aus fossilen Quellen nochmals Verwendung findet, welches ansonsten in der Industrie als ungenutztes Nebenprodukt anf\u00e4llt. \u201eDie Kohlenstoffausnutzung und Ressourceneffizienz werden dadurch deutlich verbessert\u201c, sagt Dr.-Ing. Siegfried Bajohr, der am Engler-Bunte-Institut des KIT das Arbeitsgebiet katalytisch-chemische Verfahren der Brennstoffwandlung leitet.<\/p>\n<p>Methanol ist ein wichtiges Ausgangsmaterial f\u00fcr die chemische Industrie. Der aus einem Kohlenstoff-, einem Sauerstoff- und vier Wasserstoffatomen bestehende Chemie-Rohstoff ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel f\u00fcr die Produktion von Ameisen- und Essigs\u00e4ure, Formaldehyd sowie von Lacken und Farben. 2015 umfasste der weltweite Bedarf an Methanol zirka 65 Millionen Tonnen.<\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-38470 alignleft\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/2016_148_Chemikalien_aus_Biomasse-2_72dpi.jpg\" alt=\"2016_148_chemikalien_aus_biomasse-2_72dpi\" width=\"101\" height=\"300\" \/>Eine Blasens\u00e4ule geh\u00f6rt zum Versuchsaufbau f\u00fcr ein Verfahren, das Kohlendioxid aus Biomasse und Abgasen der chemischen Industrie als Kohlenstoffquelle nutzbar machen soll. (Foto: KIT) <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\/downloads\/pi_bilder\/2016_148_Chemikalien_aus_Biomasse-2.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Das bis Ende 2019 laufende Projekt OptiMeOH, mit dessen Hilfe das Methanol fossiler Herkunft teilweise durch \u201eerneuerbares\u201c Methanol ersetzt werden soll, erh\u00e4lt rund 1,4 Millionen Euro aus der F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eCO2Plus &#8211; Stoffliche Nutzung von CO<sub>2<\/sub> zur Verbreiterung der Rohstoffbasis\u201c des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung. Zusammen mit rund 300.000 Euro, die die beteiligten Industriepartner zur Verf\u00fcgung stellen, betr\u00e4gt das Gesamtbudget f\u00fcr das Forschungsvorhaben rund 1,7 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Im Fokus der theoretischen und experimentellen Untersuchungen stehen unter anderem die energiesparende Biogaserzeugung durch Druckfermentation &#8211; die Verg\u00e4rung von Biomasse unter hohem Druck von 30 bar und mehr -, ein neuartiges Reaktorkonzept zur Methanolsynthese und ein innovatives Verfahren zur Aufbereitung von Industriegasen durch die chemische Gasw\u00e4sche mit ionischen Fluiden.<\/p>\n<p>\u201eEine unserer Hauptaufgaben ist es, zu untersuchen, wieviel Treibhausgas durch verfahrenstechnische Verbesserungen eingespart werden kann\u201c, sagt Chemieingenieurin Nike Trudel vom KIT. Die neue Prozesskette wird unter wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Gesichtspunkten mit etablierten Prozessen verglichen und bewertet. In einer Machbarkeitsstudie soll die Einbindung der Technologie in zwei unterschiedliche Industriestandorte &#8211; einen gro\u00dfen Industriepark und eine dezentral gelegene Anlage &#8211; beurteilt werden. \u201eDer Prozess wird ganzheitlich bilanziert, sein Wirkungsgrad und seine \u00d6kobilanz werden mit den Methanol-Herstellungsprozessen basierend auf Kohle, Erd\u00f6l oder Erdgas verglichen\u201c, so Bajohr.<\/p>\n<p>Die Projektgruppe OptiMeOH besteht je zur H\u00e4lfte aus Forschungsinstituten und Industriepartnern. Beteiligt sind das KIT mit dem EBI und die dort angesiedelte DVGW-Forschungsstelle (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), die Universit\u00e4t Stuttgart, Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung am Lehrstuhl f\u00fcr Bauphysik, und die TU Kaiserslautern, Lehrstuhl f\u00fcr Thermische Verfahrenstechnik; von industrieller Seite bringt die Infraserv GmbH &amp; Co. H\u00f6chst KG, das den Industriepark H\u00f6chst in Frankfurt am Main betreibt, seine Expertise ebenso ein wie das auf Anlagenbau spezialisierte Duisburger Unternehmen Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe und das Starnberger Planungs- und Projektb\u00fcro keep it green, das sich mit der Einspeisung regenerativ erzeugter Gase in das \u00f6ffentliche Versorgungsnetz und mit neuen Technologien zur Verbesserung der Kohlenstoffausnutzung bei der Umwandlung von Biomasse befasst.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u00dcber das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/h3>\n<p>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) verbindet seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation zu einer Mission. Mit rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 25 000 Studierenden ist das KIT eine der gro\u00dfen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachwachsende Rohstoffe sollen k\u00fcnftig Grundbausteine f\u00fcr die chemische Industrie liefern, um den Verbrauch fossiler Ressourcen zu reduzieren. Ein Verbund aus Forschungsinstitutionen und Industriepartnern forscht unter der wissenschaftlichen Leitung des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) daran, den in Biomasse enthaltenen Kohlenstoff und das in der industriellen Produktion als Nebenprodukt anfallende Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle nutzbar zu machen. 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