{"id":38266,"date":"2016-10-25T07:25:19","date_gmt":"2016-10-25T05:25:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=38266"},"modified":"2016-10-20T14:35:14","modified_gmt":"2016-10-20T12:35:14","slug":"wundermaterial-biokunststoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wundermaterial-biokunststoff\/","title":{"rendered":"Wundermaterial Biokunststoff"},"content":{"rendered":"<p>Verpackungen, PET-Flaschen oder Plastikt\u00fcten &#8211; Kunststoffe sehen wir an jeder Ecke und trotzdem gelten sie als die B\u00f6sewichte unserer Zeit. Sie bestehen aus dem immer knapper werdenden Rohstoff Erd\u00f6l und nach einmaligem Nutzen landen sie oft schon wieder in der Tonne. Oder sie verschmutzen unsere Meere und werden als Mikroplastik von Fischen gefressen. Trotzdem hat der Allesk\u00f6nner Kunststoff auch viele Vorz\u00fcge. Er ist leicht, haltbar und g\u00fcnstig wie kaum ein anderes Material. Deswegen geht der Trend inzwischen zum Biokunststoff.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungsweise ein Prozent aller Kunststoffe sind inzwischen aus Biokunststoff. Heute noch ein Nischenprodukt, prophezeien Experten dem Material allerdings ein starkes Wachstum, insbesondere auf dem Verpackungsmarkt. Teilweise, und vielleicht ohne dass wir es merken, verwenden wir auch schon Bio-PET-Flaschen oder Bio-Einkaufst\u00fcten.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Bio-Label auf Lebensmitteln, ist der Begriff \u201eBio\u201c bei Kunststoffen allerdings etwas anders definiert. Denn das alternative Material soll haupts\u00e4chlich unsere Erd\u00f6lreserven und das Klima schonen. Um herauszufinden ob Bioplastik tats\u00e4chlich besser f\u00fcr unsere Umwelt ist, m\u00fcssen wir uns deswegen zwei ganz unterschiedliche Bio-Kunststoffarten ansehen: die biologisch abbaubaren Kunststoffe und die biobasierten Kunststoffe.<\/p>\n<p>Bio ist nicht gleich Bio<br \/>\nEin Name zwei Varianten<br \/>\nDie Vorsilbe Bio steht normalerweise f\u00fcr etwas Nat\u00fcrliches. Vielleicht stellen wir uns darunter, die M\u00f6hre aus biologischer Landwirtschaft vor, die nicht mit Pestiziden bespr\u00fcht wurde und die nicht gentechnisch behandelt ist. Aber wie passt das Pr\u00e4fix Bio dann zum Kunststoff?<\/p>\n<p>Mit der Herstellungsart hat es zumindest nur indirekt zu tun, denn chemisch hergestellt wird der Biokunststoff nach wie vor. Kunststoffe d\u00fcrfen aus anderen Gr\u00fcnden die Vorsilbe \u201eBio\u201c tragen. Denn sie sind entweder aus biologischen Rohstoffen erzeugt oder biologisch abbaubar.<\/p>\n<p>Schnell wachsen versus schnell zersetzen<br \/>\nIm Supermarkt gibt es inzwischen schon Wasserflaschen aus Biokunststoff. Sie sehen aus wie normaler Kunststoff und lediglich ein gr\u00fcnes Logo vom Hersteller deutet darauf hin, dass es sich hier um ein besonderes Produkt handelt. Denn die Basis der Flaschen bildet nicht nur Erd\u00f6l, sondern zus\u00e4tzlich noch Zuckerrohr. Weil die Flaschen teilweise aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen, nennt man sie biobasiert.<\/p>\n<p>Das Ausgangsmaterial f\u00fcr diese Art von Plastik sind meistens Pflanzen wie Hanf, Weizen oder Zuckerrohr, wobei der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe nicht festgeschrieben ist. Biobasierte Kunststoffe k\u00f6nnen aber auch aus tierischen Produkten, wie zum Beispiel Milch bestehen, da sich diese ebenfalls regenerieren. Die biobasierten Kunststoffe m\u00fcssen nicht biologisch abbaubar sein, teilweise sind sie sogar genauso lange haltbar wie herk\u00f6mmlicher Kunststoff.<\/p>\n<p>Das genaue Gegenteil hiervon bilden die biologisch abbaubaren Kunststoffe. Deren Ausgangsmaterial spielt f\u00fcr den Namen keine Rolle. Sie m\u00fcssen aber zu mindestens 90 Prozent biologisch abbaubar sein. Das hei\u00dft Mikroorganismen k\u00f6nnen diese Kunststoffe soweit in ihre Grundbestandteile zerlegen, dass am Ende fast nur noch Wasser, Kohlendioxid und Biomasse \u00fcbrig bleibt. Eine DIN-Norm schreibt dazu genau vor, unter welchen Bedingungen und in welchem genauen Zeitraum sich der Stoff zersetzen muss, damit er als biologisch abbaubar gilt.<\/p>\n<p>Abbaubarkeit versus Langlebigkeit<br \/>\nWenn ein Kunststoff eines dieser Kriterien erf\u00fcllt, gilt er als Biokunststoff. Es gibt aber durchaus Kunststoffe, die beides leisten &#8211; die aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen und biologisch abbaubar sind. Das sind zum Beispiel St\u00e4rkechips, die man als Verpackungsmaterial oder Kinderspielzeug kennt. Sie werden meistens aus Mais hergestellt.<\/p>\n<p>Von den meisten Kunststoffen wird aber im Vergleich zu den St\u00e4rkechips auch Langlebigkeit und Stabilit\u00e4t erwartet. Da dies im Widerspruch zur biologischen Abbaubarkeit steht, haben den h\u00f6chsten Marktanteil momentan Biokunststoffe, die nicht biologisch abbaubar sind. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das Bio-PET 30, das teilweise aus Bioethanol hergestellt wird.<\/p>\n<p>Vom Lebewesen zum Kunststoff<br \/>\nDie wundersame Verwandlung der Pflanzen und Abf\u00e4lle<br \/>\nLange Zeit war der Hauptrohstoff f\u00fcr Kunststoffe Erd\u00f6l oder Erdgas. Aus ihren Kohlenwasserstoffen werden die langkettigen Verbindungen hergestellt, die das Plastik flexibel und gleichzeitig fest machen.<\/p>\n<p>Mit der Verbreitung von Biokunststoffen hat sich das ge\u00e4ndert, denn zumindest die biobasierten Kunststoffe bestehen ganz oder teilweise aus erneuerbaren Rohstoffen. Trotzdem sollen sie genauso vielseitig sein wie ihre Vorbilder: mal elastisch, mal durchsichtig und hauchd\u00fcnn oder stabil und bunt, wie ein Legobaustein. Genauso vielf\u00e4ltig wie ihre Anwendung sind dementsprechend auch die Rohstoffe aus denen Biokunststoffe bestehen. Hauptsache daraus lassen sich die kunststofftypischen Molek\u00fclketten bilden.<\/p>\n<p>Zuckerrohr, Milch, Weizen, Kautschuk, Schlachthofabf\u00e4lle &#8211; die Liste der Ausgangsmaterialien l\u00e4sst sich beliebig weit fortf\u00fchren. Denn als Basis der Kunststoffe dienen in der Regel Biopolymere, die nat\u00fcrlich in Lebewesen vorkommen. Deswegen nutzen die Hersteller f\u00fcr die Kunststoffproduktion sowohl Pflanzenteile als auch Produkte von Tieren oder Tomatenreste die in der Lebensmittelproduktion anfallen. Aber wie genau werden unsere Kunststoffe nun Bio?<\/p>\n<p>Von der s\u00fc\u00dfen Pflanze zum Alkohol<br \/>\nDie Rohstoffquelle f\u00fcr den meistverbreiteten Biokunststoff weltweit ist eine s\u00fc\u00dfe Pflanze aus der Familie der Gr\u00e4ser \u2013 das Zuckerrohr. Nachdem das Gew\u00e4chs jahrhundertelang haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Zuckerproduktion angebaut wurde, entdecken inzwischen immer mehr Branchen seine vielf\u00e4ltigen Qualit\u00e4ten. Zuerst f\u00fcr die Verarbeitung zum Biokraftstoff und nun f\u00fcr die Herstellung von Bio-PET (Bio-Polyethylenterephthalat).<\/p>\n<p>Zuckerrohr braucht ein tropisches- bis subtropisches Klima und viel Wasser, um gut zu gedeihen. Dann k\u00f6nnen die Hersteller aus der Melasse, dem braunen Sirup der Pflanzen, Bioethanol produzieren. Der Alkohol ersetzt bei der Kunststoffherstellung die Terephatals\u00e4ure, die gemeinsam mit Monoethylenglykol die Hauptkomponenten f\u00fcr die Herstellung von PET sind. Da der Bioethanol nur die S\u00e4ure ersetzt, wird PET quasi durch einen simplen Rohstoffaustausch zum Bio-PET. Bisher beruhen aber meistens nur circa 30 Prozent des Kunststoffs auf Zuckerrohr, deswegen nennt sich das verbreitetste Material Bio-PET 30.<\/p>\n<p>Das Bio-PET hat dieselben Produkteigenschaften wie sein konventionelles Vorbild und geh\u00f6rt damit zur Gruppe der sogenannten \u201edrop in\u201c L\u00f6sungen. Die Wertsch\u00f6pfungskette wird bei solchen Kunststoffen nur am Anfang ver\u00e4ndert. Dadurch sparen die Produzenten Zeit bei der Entwicklung und Vermarktung, ihrer Produkte. Im Falle des Bio-PET ist der Kunststoff ebenso haltbar, bruchsicher und transparent wie der petrochemische PET. Aus diesem Grund ist er aber auch nicht biologisch abbaubar. Er kann aber zusammen mit herk\u00f6mmlichem PET recycelt werden.<\/p>\n<p>Kautschukb\u00e4lle zu Ehren der G\u00f6tter<br \/>\nEin weiterer Vertreter der Biokunststoffe hat eine wesentlich l\u00e4ngere Geschichte als das Bio-PET: der Naturkautschuk. Denn schon die Mayas verwendeten Kautschukb\u00e4lle f\u00fcr Spiele, die sie zu Ehren der G\u00f6tter veranstalteten. Damals wie heute gewinnt man den Milchsaft (Latex) haupts\u00e4chlich aus dem Kautschukbaum Hevea brasiliensis. In der Natur sch\u00fctzt der Saft den Baum zum Beispiel vor einem Bakterienbefall. Dazu tritt Saft aus der verletzten Stelle der Baumrinde aus und dichtet diese ab.<\/p>\n<p>Bei der Verarbeitung zu Gummi werden dem Rohstoff meistens Stabilisatoren zugegeben. Diese Zus\u00e4tze sind in der Regel nicht biologisch abbaubar und verbinden sich mit dem Naturkautschuk. Dennoch z\u00e4hlt auch Gummi zu den rein biobasierten. Bis heute wird noch circa 40 Prozent des Gummibedarfs aus Naturkautschuk hergestellt.<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach Naturkautschuk steigt momentan, weshalb Forscher nach Alternativen zum Kautschukbaum suchen. Forscher des Fraunhofer-Instituts haben deswegen russischen L\u00f6wenzahn f\u00fcr sich entdeckt. Aus dem Milchsaft der Pflanze haben sie ebenfalls Kautschuk hergestellt, der zu Autoreifen verarbeitet wurde. Im Test hat er sich bereits bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Was Tomatenketchup mit Autos zu tun hat<br \/>\nEin anderer Weg, um an die begehrten Biopolymere zu gelangen, ist die Verwendung von Abfallprodukten. Denn dahinter steckt eine simple Idee: M\u00fcll, vor allem aus der Lebensmittelindustrie, beinhaltet ebenfalls vielversprechende Rohstoffe. Er braucht jedoch keine Extra- Energie wie der Pflanzenanbau und konkurriert nicht mit Nahrungsmitteln.<\/p>\n<p>Eine auf den ersten Blick eher ungew\u00f6hnliche Kooperation gingen deswegen der Ketchupproduzent H. J. Heinz und der Autobauer Ford ein. Ingenieure beider Unternehmen erforschen, ob sich aus den Tomatenresten der Ketchupproduktion stabile und leichte Kunststoffe herstellen lassen. Daf\u00fcr testen die Ingenieure, ob sie aus getrockneten Tomaten Innenablagen f\u00fcr Autos herstellen k\u00f6nnen und inwieweit sich Samen, St\u00e4ngel und Schalen eignen, um daraus 100 Prozent biobasierten Kunststoff herzustellen.<\/p>\n<p>Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt<br \/>\nDie Rohstoffpalette ist mit diesen Produkten aber lange noch nicht abgedeckt. Aus Weizen, Mais und Kartoffeln wird beispielsweise thermoplastische St\u00e4rke (TPS) hergestellt. Diese Pflanzen enthalten Mehrfachzucker (Polysaccharide), die dazu dienen die Zellwand zu st\u00fctzen \u2013 aber der sich auch als Grundstoff und Beimischung f\u00fcr Bioplastik eignet.<\/p>\n<p>Doch den Hauptbestandteil der Zellwand, die Zellulose, kann man ebenfalls chemisch l\u00f6sen und wieder neu als Faser zusammensetzen, woraus unter anderem Viskose besteht. Doch auch Pflanzen\u00f6le, Proteine oder Lignin dienen als Basis f\u00fcr die Biokunststoffproduktion und k\u00f6nnen wahlweise direkt aus der Pflanze oder aus Abf\u00e4llen gewonnen werden. Der Fantasie der Kunststoffhersteller sind damit kaum Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>Plastik f\u00fcr die Ewigkeit?<br \/>\nVon zu langer Haltbarkeit und plastikfressenden Bakterien<br \/>\nAls ein Vorteil von herk\u00f6mmlichem Plastik galt fr\u00fcher, dass dieser lange haltbar ist &#8211; zu lange haltbar kann man inzwischen sagen. Denn Experten gehen heute davon aus, dass Standard-Kunststoff niemals komplett von Mikroorganismen zersetzt wird. Eine Wegwerfwindel oder eine Plastikflasche braucht laut dem Bundesumweltamt 450 Jahre, bis sie weitgehend zersetzt ist. Vollst\u00e4ndig verrottet ist sie aber auch dann nicht.<\/p>\n<p>Deswegen findet man inzwischen sowohl in den Ozeanen, als auch in Fl\u00fcssen und sogar in Getr\u00e4nken und Honig bereits Mikroplastik &#8211; kleinste Kunststoffteilchen, die unsere Kl\u00e4ranlagen meist nicht herausfiltern k\u00f6nnen. Doch wie ist das mit dem Biokunstoff, zersetzt er sich tats\u00e4chlich schneller und schont damit unsere Umwelt?<\/p>\n<p>Biologisch abbaubar ja &#8211; kompostierbar nein<br \/>\nNach dem Einkauf die Tomaten aus der Verpackung nehmen und dann mit der Schale zum Kompost geben. Nach ein paar Wochen sehen wir keinen Plastik mehr, aber daf\u00fcr braune, n\u00e4hrstoffreiche Erde, die im Blumenbeet verteilt wird. Viele Menschen stellen sich so den Abbau von Biokunststoff vor. In der Realit\u00e4t funktioniert das mit dem Biokunststoff aber meistens nicht so einfach &#8211; obwohl Zertifikate dies suggerieren.<\/p>\n<p>Das wohl bekannteste Logo f\u00fcr Biokunststoffe ist das Seedling-Zeichen. Produkte, die eine Zertifizierung nach Din EN 13432 durchlaufen, d\u00fcrfen diesen stilisierten Keimling auf ihre Ware drucken. Der Kunststoff ist dann zwar nachweislich biologisch abbaubar aber er zersetzt sich nicht unbedingt auf dem heimischen Kompost. Die Ursache daf\u00fcr liegt in den Vorgaben der Norm.<\/p>\n<p>Kunststoffprodukte m\u00fcssen daf\u00fcr nur nachweisen, dass sie sich in industriellen Kompostieranlagen zersetzen. Nach zw\u00f6lf Wochen soll sich dort 90 Prozent der Polymermasse in Kohlendioxid umgewandelt haben. Da in den Anlagen konstantes Klima herrscht und die Temperatur mit circa 70 Grad Celsius sehr hoch ist, bekommen viele Produkte auch das Zertifikat.<\/p>\n<p>Auf dem heimischen Kompost oder in der freien Umwelt kann es aber passieren, dass sich der Kunststoff \u00fcberhaupt nicht oder nur sehr langsam zersetzt. Denn dort ist es einiges k\u00fchler als in der Anlage und die Temperatur schwankt. Im Bioabfall darf die T\u00fcte deswegen gerne landen, auf den Komposthaufen im Garten geh\u00f6rt sie aber nicht. Gleiches gilt f\u00fcr die Entsorgung in der Natur. Deswegen belasten auch die R\u00fcckst\u00e4nde dieser Biokunststoffe unsere Umwelt dauerhaft.<\/p>\n<p>Umstrittener Mehrwert<br \/>\nEin anderes Label unterscheidet eindeutig zwischen der Abbaubarkeit auf dem Kompost und der in einer Industrieanlage. Die belgische Zertifizierungsorganisation vergibt dazu die Logos \u201eOK compost\u201c und \u201eOK composthome\u201c. Das home-Logo steht daf\u00fcr, dass sich der Plastik tats\u00e4chlich auch im heimischen Kompost abbaut, also auch bei normaler Temperatur.<\/p>\n<p>Trotzdem sind auch diese kompostierbaren Produkte umstritten. Denn meistens hat die Kompostierung keinen Mehrwert f\u00fcr die B\u00f6den. Statt den gew\u00fcnschten N\u00e4hrstoffen entsteht aus den Biokunststoffen haupts\u00e4chlich Kohlenstoffdioxid und Wasser. Zur Bodend\u00fcngung sind die Reste daher nicht geeignet, sie verunreinigen aber auch nicht \u00fcber Jahrhunderte unsere Umwelt.<\/p>\n<p>PET und Co: Je stabiler desto besser<br \/>\nEin ganz anderes Abbauverhalten weisen Biokunststoffe auf, die ausschlie\u00dflich biobasiert, aber nicht abbaubar sind. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel die \u201edrop in\u201c Kunststoffe. Sie haben dieselben Eigenschaften wie ihre erd\u00f6lbasierten Kollegen. Sie sind deswegen auch genauso lange haltbar und stabil.<\/p>\n<p>Bei diesen Kunststoffen ist die Abbaubarkeit oft kein Thema f\u00fcr Entwickler. Es geht ihnen darum, das knappe Erd\u00f6l zu ersetzen, aber den Kunststoff trotzdem haltbar zu machen, damit er lange genutzt werden kann. Diese Kunststoffe tragen deswegen \u00fcberhaupt nicht dazu bei, den Plastikm\u00fcll im Meer oder der Umwelt zu reduzieren. Wie bei den erd\u00f6lbasierten Kunststoffen gilt deswegen: So lange wie m\u00f6glich verwenden und dann richtig entsorgen. Dadurch wird unsere Natur am wenigsten belastet.<\/p>\n<p>Einen kleinen Hoffnungsschimmer sehen manche Forscher jedoch in dem winzigen Lebewesen Ideonella sakaiensis. Das Bakterium ern\u00e4hrt sich von PET und sorgt damit daf\u00fcr, dass sich Kunststoff wesentlich schneller zersetzt. Bei 30 Grad Celsius hatten die Bakterien nach sechs Wochen Teile einer PET-Folie nahezu vollst\u00e4ndig zersetzt.<\/p>\n<p>Umstrittene \u00d6kobilanz<br \/>\nTats\u00e4chlich Bio oder doch nur greenwashing?<\/p>\n<p>Weil Danone ihre Joghurtbecher als umweltfreundlich bezeichnete und Rewe und Aldi mit biologisch abbaubaren Kunststofft\u00fcten warben, mussten sie sich schon einigen Vorw\u00fcrfen stellen. Die Werbung mit dem Einsatz von Biokunststoffen wird inzwischen h\u00e4ufig mit &#8220;greenwashing&#8221; gleichgesetzt. Aber nutzen Biokunststoffe tats\u00e4chlich nur dem gr\u00fcnen Image der Firmen oder ist die \u00d6kobilanz auch wirklich besser?<\/p>\n<p>Obwohl nur die wenigsten Biokunststoffe zur Entm\u00fcllung der Meere beitragen, haben sie trotzdem umweltrelevante Vorz\u00fcge. Denn sie sparen Erd\u00f6lreserven und werden als klimaneutral bezeichnet, weil bei der Verbrennung einer Verpackung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanze beim Wachstum aufgenommen hat. In dieser Hinsicht werden die Biokunststoffe ihrer Vorsilbe also schon mal gerecht. Die neutrale oder gar positive \u00d6kobilanz dieser Materialien ist trotzdem umstritten.<\/p>\n<p>Monokulturen f\u00fcr die Bio-Flasche<br \/>\nIn Brasilien, dem weltweit wichtigsten Lieferanten f\u00fcr Zuckerohr, wachsen die gr\u00fcnen St\u00e4ngel auf \u00fcber zehn Millionen Hektar Land. Damit ist die Gesamtgr\u00f6\u00dfe der Anbaufl\u00e4chen gr\u00f6\u00dfer als ganz Portugal. \u00dcberwiegend in Monokulturen angebaut, bedeckt die Pflanze riesige Fl\u00e4chen, bevor sie von Hand oder mit Maschinen geerntet wird.<\/p>\n<p>Obwohl der Anbau f\u00fcr Biokunststoff bisher einen geringen Anteil der Anbaufl\u00e4che ausmacht, m\u00fcssen sich die Produzenten mit \u00e4hnlichen Vorw\u00fcrfen auseinandersetzen, wie die Biokraftstoff-Produzenten: Der Anbau konkurriert mit Nahrungsmitteln und die \u00d6kobilanz ist schlechter als behauptet.<\/p>\n<p>Denn der Anbau in Monokulturen gef\u00e4hrdet die Artenvielfalt und \u00d6kosysteme. Umweltverb\u00e4nde kritisieren au\u00dferdem, dass die vielen Zuckerrohrfelder zum Teil Kleinbauern verdr\u00e4ngen, die dann in bewaldete Regionen ausweichen, wodurch auch der Regenwald indirekt gef\u00e4hrdet wird. Zudem wird auch f\u00fcr den Anbau, die Ernte und die Weiterverarbeitung in der Bioraffinerie Energie aufgewendet und damit CO2 ausgesto\u00dfen. Chemische D\u00fcngemittel sorgen au\u00dferdem daf\u00fcr, dass Lachgas in die Atmosph\u00e4re abgegeben wird, das ebenfalls zum Klimawandel beitr\u00e4gt. Komplett klimaneutral ist biobasierter Kunststoff also nicht.<\/p>\n<p>Der Bedarf w\u00e4chst<br \/>\nBisher wird zwar der Gro\u00dfteil der Pflanzen zu Zucker, Cacha\u00e7a und Biokraftstoff verarbeitet, doch wenn der Biokunststoffanteil wie erwartet w\u00e4chst, werden deutlich mehr Anbaufl\u00e4chen ben\u00f6tigt. Brasilien ist auch der Hauptlieferant des Gro\u00dfkonzern Coca Cola, der das Zuckerrohr zu Bio-PET 30 verarbeitet. Dieser verweist allerdings darauf, dass besonders zuckerrohrbasiertes Bio-Ethanol als \u00f6kologisch und nachhaltig gilt und dass Coca Cola ihre Pflanzen \u00fcberwiegend auf bisher ungenutzten Agrarfl\u00e4chen anbaut.<\/p>\n<p>Trotzdem sucht der Hersteller parallel nach anderen Pflanzen, die auch weltweit angebaut werden k\u00f6nnen. Denn auch der Bedarf des Konzerns wird wachsen, da das Unternehmen zusammen mit anderen Firmen an einer 100 Prozent biobasierten Flasche arbeitet.<\/p>\n<p>Vielseitiger Biokunststoff<br \/>\nMehrwert f\u00fcr spezielle Anwendungsgebiete<br \/>\nDen mit Abstand gr\u00f6\u00dften Marktanteil an Biokunststoffen hat der Verpackungsbereich. Plastikflaschen aus Bio-PET, Bio-T\u00fcten oder Bio-Obstschalen sind hier schon lange keine Seltenheit mehr. Doch wie vielf\u00e4ltig Biokunststoffe tats\u00e4chlich sind, zeigt sich auch bei Nischenprodukten. Denn besonders hier wird das Bioplastik nicht nur eingesetzt, um die herk\u00f6mmlichen Kunststoffe zu ersetzen, sondern auch, um seine spezifischen Vorteile zu nutzen. Der \u00f6kologische Nutzen ist dabei nicht immer entscheidend.<\/p>\n<p>Bioplastik im OP<br \/>\nIm Operationssaal vermuten die meisten Menschen sicher keine Biokunststoffe. Doch gerade hier wird Bioplastik schon seit Jahrzenten selbstverst\u00e4ndlich eingesetzt. Denn Nahtmaterialien aus Polymilchs\u00e4ure (PLA) tragen dazu bei, den Patienten das Leben zu erleichtern. Weil sich die F\u00e4den im K\u00f6rper zersetzen, ersparen sie den Patienten h\u00e4ufig eine zweite Operation, in der F\u00e4den gezogen werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Schrauben, Platten und Implantate, zur Stabilisierung von Knochenbr\u00fcchen wird PLA schon eingesetzt. Doch andere Biopolymere haben ebenfalls Potential f\u00fcr die medizinische Anwendung. \u00d6sterreichische Forscher testen bereits Hydroxybutters\u00e4ure als Basis f\u00fcr Implantate aus Biokunststoff. Die Bio-F\u00e4den, Schrauben und Implantate nutzen die Mediziner allerdings nicht wegen ihrer erneuerbaren Rohstoffbasis, sondern wegen ihrer guten Abbaubarkeit im K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Ausnahmsweise erw\u00fcnscht: Plastik im Meer<br \/>\nAus demselben Grund besch\u00e4ftigt sich ein nieders\u00e4chsisches Forschungsprojekt mit Seegras aus Bioplastik. Nur steht hier nicht die Gesundheit des Menschen, sondern die der Meere im Vordergrund. Anlass f\u00fcr diese Idee war es, dass Seegraswiesen bedeutende \u00d6kosysteme der Erde sind, die aber gef\u00e4hrdet sind.<\/p>\n<p>Das Problem dabei: Ist eine Seegraswiese einmal zerst\u00f6rt oder dezimiert, siedelt sich kaum neues an. Je weniger Seegras vorhanden ist, desto schwieriger ist die Anzucht neuer Pflanzen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, soll das Seegras aus Biokunststoff \u00fcbergangsweise im Meer eingesetzt werden, damit sich wieder nat\u00fcrliches Seegras ansiedelt. Dadurch dass sich das Bio-Seegras sp\u00e4ter wieder zersetzt, bleibt nicht dauerhaft ein k\u00fcnstliches Gebilde im Wasser stehen.<\/p>\n<p>Mulchfolie darf liegen bleiben<br \/>\nIn der Landwirtschaft punkten bioabbaubare Materialien ebenfalls vor allem aus praktischen Gr\u00fcnden. Zum Beispiel im Falle der abbaubaren Mulchfolie. Solche Folien werden meistens im Gem\u00fcseanbau genutzt, um den Unkrautwuchs zu reduzieren, die Erde warm zu halten und damit das Gem\u00fcse nicht zu stark verschmutzt. Nach der Ernte m\u00fcssen herk\u00f6mmliche Folien aber wieder entfernt werden. Die biologisch abbaubaren Folien k\u00f6nnen dagegen liegen bleiben, bis sie sich zersetzen und danach untergegraben werden.<\/p>\n<p>Die Folien bestehen meistens aus St\u00e4rke-Blends, also Gemischen verschiedener langkettiger Kohlenhydrate. H\u00e4ufig handelt es sich dabei um thermoplastische St\u00e4rke, die zusammen mit petrobasierten Kunststoffen verarbeitet wird. Die Blends zersetzen sich aber trotzdem in der Regel nach einigen Wochen.<\/p>\n<p>Eine Kapsel aus Mais und Zuckerrohr<br \/>\nDoch auch Kunststoffe bei denen der Abbau zumindest auf dem Kompost nicht so schnell klappt, k\u00f6nnen bei den Herstellern punkten. Ein Kaffeeproduzent setzt Biokunststoff inzwischen ein, um eine Alternative zur Aluminiumkapsel zu etablieren. Denn das edle Material hat einen fragw\u00fcrdigen \u00f6kologischen Ruf, weil die Herstellung extrem energieaufwendig ist.<\/p>\n<p>Das Unternehmen entwickelte daher eine Kapsel auf der Basis von Mais und Zuckerrohr. Die Kapsel zersetzt sich innerhalb von zw\u00f6lf Wochen in einer industriellen Kompostieranlage, und darf deswegen das Keimling-Zeichen tragen. Im Vergleich zum Aluminium k\u00f6nnte die neue Kapsel die Klimabilanz der Kaffeeverpackung, tats\u00e4chlich verbessern.<\/p>\n<p>Der komplizierte Weg des Biokunststoff<br \/>\nIn welcher Tonne soll er landen?<br \/>\nBiotonne, Restm\u00fcll oder Wertstoff? Die Verwirrung dar\u00fcber, wie Biokunststoff richtig entsorgt werden soll, ist gro\u00df. Kein Wunder. Denn erstens kann man den Biokunststoff optisch nicht vom herk\u00f6mmlichen unterscheiden und zweitens gibt es auch unter den Biokunststoffen keine einheitliche Regelung, wo dieser landen soll.<\/p>\n<p>Offiziell darf der biologisch abbaubare Kunststoff in die Biotonne, wenn er den Keimling oder ein vergleichbares Logo tr\u00e4gt. Trotzdem empfiehlt das Umweltbundesamt, auch die abbaubaren Plastikvarianten nicht in den Bioabfall zu geben.<\/p>\n<p>Ab in die Biotonne &#8211; oder doch nicht?<br \/>\nApfelschalen, Teebeutel und Eierschalen, sie alle landen normalerweise in der Biotonne. Von dort aus geht es in die Kompostieranlage und aus unserem Abfall wird Kompost, der in der Landwirtschaft oder im Garten gebraucht wird. Der Biokunststoff schafft es dagegen h\u00e4ufig nicht bis aufs Feld, denn vorher gibt es noch einige H\u00fcrden zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Die erste H\u00fcrde kuriose H\u00fcrde ist dabei der Verbraucher selbst. Obwohl jeder Haushalt laut Gesetz eine Biotonne besitzen muss, ist das in der Realit\u00e4t nicht immer der Fall. In diesem Fall landet die Bioverpackung direkt nach dem Gebrauch schon wieder im gelben Sack oder im Restm\u00fcll. Dasselbe gilt, wenn wir nicht erkennen, dass es sich um Biokunststoff handelt, weil die Verpackung kein Siegel hat oder weil wir es dieses nicht kennen.<\/p>\n<p>Aussortiert &#8211; Kurz vor dem Ziel<br \/>\nDoch selbst wenn Biokunstoff in der Biotonne entsorgt wird, muss er nicht in der Kompostieranlage enden. Mitarbeiter der Anlagen k\u00f6nnen den Biokunststoff n\u00e4mlich nicht so einfach von fossilem Kunststoff unterscheiden. Deswegen werden selbst biologisch abbaubare M\u00fcllt\u00fcten oft von Mitarbeitern aussortiert und als Fehlwurf gewertet. Manche Abfallentsorgungsunternehmen empfehlen daher von vornerein, die bioabbaubaren Kunststoffe nicht in die Biotonne zu werfen.<\/p>\n<p>Und selbst wenn die Verpackung es bis in die industrielle Kompostieranlage schafft, macht sie manchmal Schwierigkeiten. Denn in vielen Anlagen verweilt der Bioabfall nur f\u00fcr sechs bis acht Wochen. Der Biokunststoff darf aber laut Norm bis zu zw\u00f6lf Wochen brauchen, bis er zersetzt ist. Wenn die Verpackung diese Zeit tats\u00e4chlich braucht, st\u00f6ren die gr\u00f6\u00dferen Teile im restlichen Kompost. Das gilt zumindest solange der Biokunststoffanteil noch so gering ist, dass sich die Kunststoffe nicht getrennt f\u00fcr die Kompostieranlage sammeln lassen.<\/p>\n<p>Doch selbst wenn die Kunststoffabf\u00e4lle sich vollst\u00e4ndig zersetzen, stuft das Umweltbundesamt die Verbrennung in einer M\u00fcllverbrennungsanlage als sinnvoller ein. Der Grund daf\u00fcr: Der Biokunststoff hat einfach keinen Wert f\u00fcr den Kompost. Es entstehen keine N\u00e4hrstoffe, Mineralien oder bodenverbessernder Humus. Wenn ein Recycling nicht m\u00f6glich ist, empfiehlt das Umweltbundesamt daher eine energetische Verwertung. Denn mit der Verbrennung erzeugt der Abfall zumindest wieder Energie in Form von Strom und W\u00e4rme. Auf dem Kompost dagegen nichts.<\/p>\n<p>Problem Sortierung<br \/>\nEine bessere Alternative zur Verbrennung stellt das Recycling dar, so wie es beim herk\u00f6mmlichen Kunststoff schon teilweise erfolgreich gemacht wird. Zumindest bei sortenreinem Kunststoff kann durch Einschmelzen und neu in Form gie\u00dfen dann aus einer Flasche eine Sp\u00fclb\u00fcrste oder \u00c4hnliches werden. Dadurch werden Rohstoffe f\u00fcr die Kunststoffherstellung eingespart.<\/p>\n<p>Eine Herausforderung ist hierbei aber gerade die optische \u00c4hnlichkeit der Biokunststoffe zu den erd\u00f6lbasierten Varianten. Denn alle Biopolymere haben denselben Recyclingcode: die 07. Dass die Sorten jedoch ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, wird nicht differenziert, da das Material einfach unter &#8220;andere Kunststoffe&#8221; eingeordnet wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein sortenreines Recycling m\u00fcssten daher die Sortiermaschinen oder der Mensch das Material sortieren. Doch h\u00e4ufig k\u00f6nnen weder die Sensoren noch die Mitarbeiter die Kunststoffe unterscheiden. Die Vermischung kann aber zu Problemen beim Recycling f\u00fchren. Denn aufgrund unterschiedlicher Schmelztemperaturen und andere Kunststoffeigenschaften macht eine gemischte Verwertung der Abf\u00e4lle kaum Sinn.<\/p>\n<p>Renaissance des Biokunststoff<br \/>\nEine alte Idee wird neu entdeckt<br \/>\nMit einem Marktanteil von circa einem Prozent ist Biokunsttoff bis heute eher rar. Das ist umso verwunderlicher, wenn man sich die Entwicklung des Biokunststoffs anschaut. Denn so neu, wie der Name es suggeriert, ist das Material nicht &#8211; ganz im Gegenteil: Schon vor mehreren hundert Jahren war der Naturkautschuk als Rohstoff bekannt und im 19. Jahrhundert wurde Plastik auch schon aus anderen Biopolymeren hergestellt.<\/p>\n<p>Eine Kugel gab den Ausschlag<br \/>\nDen Ansto\u00df f\u00fcr die Massenproduktion des ersten Biokunststoffes gab ausgerechnet ein Preisausschreiben. In diesem wurde nach einem Material gesucht, das teures Elfenbein in Billardkugeln ersetzen sollte. Der Engl\u00e4nder Alexander Parks reichte daraufhin den Vorschlag f\u00fcr das Material Parkesine ein. Es wurde aus Campher und Cellulosenitrat hergestellt und gilt heute als Vorl\u00e4ufer des Celluloids. Das Material wurde f\u00fcr Kamerafilme, K\u00e4mme und Tischtennisb\u00e4lle verwendet. Lange halten konnte es sich allerdings nicht, es war zu schnell entflammbar.<\/p>\n<p>Stattdessen setzte sich aber kurze Zeit sp\u00e4ter Biokunststoff auf Basis von Casein durch. Das Material \u00e4hnelte Horn und war beliebt als Ausgangsmaterial f\u00fcr Kn\u00f6pfe und Schmuck. Doch auch andere Biopolymere wurden in dieser Zeit erprobt und gingen zum Teil in Serie. Doch der Erd\u00f6lboom zu Beginn des 20. Jahrhundert verdr\u00e4ngte die erneuerbaren Rohstoffe. Das g\u00fcnstige Erd\u00f6l war zun\u00e4chst attraktiver und der Biokunststoff war vorerst vergessen.<\/p>\n<p>Verbreitung h\u00e4ngt mit \u00d6lpreis zusammen<br \/>\nEine Renaissance erlebte das Material erst wieder in den letzten Jahren. Denn besonders die Debatten um den Klimawandel und den knappen Rohstoff Erd\u00f6l machen Bioplastik wieder interessant. Dass der Biokunststoff trotzdem noch als Nischenprodukt gilt, h\u00e4ngt laut Experten vor allem mit dem Preis zusammen. Denn bisher ist der herk\u00f6mmliche Kunststoff noch einiges g\u00fcnstiger als die Bio-Varianten. Eine Ver\u00e4nderung des Erd\u00f6lpreises k\u00f6nnte demnach auch direkten Einfluss auf die Verbreitung des Biokunststoffs haben.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom \u00d6lpreis gehen Experten aber davon aus, dass der Biokunststoffanteil kontinuierlich wachsen wird. Daf\u00fcr sorgen nicht zuletzt gro\u00dfe Konzerne wie Coca Cola, die auf Biokunststoffe setzen und dazu auch mit anderen Firmen kooperieren. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus f\u00fcnf global agierenden Gro\u00dfunternehmen unterschiedlicher Branchen, arbeitet schon seit 2012 zusammen um PET zu 100 Prozent biobasiert zu produzieren. Und der LEGO-Konzern baut gerade ein eigenes Forschungszentrum f\u00fcr die Entwicklung nachhaltigerer Materialien f\u00fcr ihre bunten Baukl\u00f6tze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpackungen, PET-Flaschen oder Plastikt\u00fcten &#8211; Kunststoffe sehen wir an jeder Ecke und trotzdem gelten sie als die B\u00f6sewichte unserer Zeit. Sie bestehen aus dem immer knapper werdenden Rohstoff Erd\u00f6l und nach einmaligem Nutzen landen sie oft schon wieder in der Tonne. Oder sie verschmutzen unsere Meere und werden als Mikroplastik von Fischen gefressen. 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