{"id":38235,"date":"2016-10-26T06:45:56","date_gmt":"2016-10-26T04:45:56","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fvon-der-pflanze-in-den-mikroreaktor.html"},"modified":"2016-10-24T14:07:06","modified_gmt":"2016-10-24T12:07:06","slug":"von-der-pflanze-in-den-mikroreaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/von-der-pflanze-in-den-mikroreaktor\/","title":{"rendered":"Von der Pflanze in den Mikroreaktor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit diesem Wissen konnten die Hallenser Pflanzenforscher um Prof. Alain Tissier den \u00f6konomisch wertvollen Pflanzenstoff auf biotechnologischem Weg in Hefezellen herstellen. Das Projekt wurde in der renommierten Zeitschrift Nature Communications publiziert.<\/strong><\/p>\n<p>Carnosins\u00e4ure ist ein nat\u00fcrliches Antioxidationsmittel, das in den Bl\u00e4ttern von Rosmarin und Salbei vorkommt. Es wird weltweit als Konservierungs- und Aromastoff in Fleischwaren, \u00d6len, Fetten, Saucen und Tierfutter verwendet. Obgleich man Carnosins\u00e4ure in steigenden Mengen ben\u00f6tigt, wird es wegen fehlender Syntheseverfahren noch immer aus Pflanzen gewonnen. Getrocknete Salbei- und Rosmarinbl\u00e4tter enthalten maximal 2,5 Prozent Carnosins\u00e4ure \u2013 es erfordert demnach eine gro\u00dfe Menge an Pflanzenmaterial, um die Produktion des Antioxidationsmittels im Industriema\u00dfstab zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die Biosynthese von Carnosins\u00e4ure innerhalb der Pflanze findet in mehreren Reaktionsschritten statt, die von unterschiedlichen Enzymen katalysiert werden. Jenes Enzym, das den letzten Schritt der Reaktionskette katalysiert, war bisher noch nicht bekannt. Diese Erkenntnisl\u00fccke wurde von den Pflanzenexperten des IPB jetzt geschlossen. Dabei fanden sie ein zus\u00e4tzliches, bisher unbekanntes Zwischenprodukt und neue Enzyme, die von ihnen beschrieben und charakterisiert wurden. Mit dem Wissen um alle beteiligten Reaktionspartner konnten die Wissenschaftler die Gene, die f\u00fcr die entsprechenden Enzyme codieren, in Hefezellen einbringen und diese dazu bewegen, Carnosins\u00e4ure herzustellen. Damit ist der erste Schritt f\u00fcr die Entwicklung eines biotechnologischen Produktionsverfahrens des Antioxidationsmittels getan.<\/p>\n<p>Carnosins\u00e4ure ist zudem der Ausgangsstoff f\u00fcr die Biosynthese von vielen weiteren phenolischen Diterpenen, die als bioaktive Substanzen gegen Entz\u00fcndungen, Krebs und verschiedene neurodegenerative Erkrankungen wirken. Auch aus diesem Grund wird es interessant werden Carnosins\u00e4ure k\u00fcnftig biotechnologisch und damit unabh\u00e4ngig von Klimaschwankungen, Bodenqualit\u00e4t und Ernteertr\u00e4gen zu produzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Wissen konnten die Hallenser Pflanzenforscher um Prof. Alain Tissier den \u00f6konomisch wertvollen Pflanzenstoff auf biotechnologischem Weg in Hefezellen herstellen. Das Projekt wurde in der renommierten Zeitschrift Nature Communications publiziert. Carnosins\u00e4ure ist ein nat\u00fcrliches Antioxidationsmittel, das in den Bl\u00e4ttern von Rosmarin und Salbei vorkommt. 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