{"id":38203,"date":"2016-10-20T07:23:13","date_gmt":"2016-10-20T05:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=38203"},"modified":"2021-09-09T21:40:14","modified_gmt":"2021-09-09T19:40:14","slug":"bp-und-uniper-wollen-gruenen-wasserstoff-fuer-die-herstellung-von-kraftstoffen-nutzbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bp-und-uniper-wollen-gruenen-wasserstoff-fuer-die-herstellung-von-kraftstoffen-nutzbar-machen\/","title":{"rendered":"BP und Uniper wollen &#8216;gr\u00fcnen Wasserstoff&#8217; f\u00fcr die Herstellung von Kraftstoffen nutzbar machen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Uniper und BP wollen gemeinsam M\u00f6glichkeiten zur Nutzung der Power to Gas-Technologie f\u00fcr den Raffinerieprozess pr\u00fcfen und entwickeln. Dazu haben die beiden Unternehmen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Beide Partner wollen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Power to Gas-Anlage am BP Standort in Lingen pr\u00fcfen und sich f\u00fcr eine erforderliche Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen einsetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Mittels der Power to Gas-Technologie kann aus erneuerbarer Energie erzeugter Strom genutzt werden, um Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. So produzierter erneuerbarer Wasserstoff kann auf verschiedene Weise verwendet werden. Beispielsweise betreibt Uniper im brandenburgischen Falkenhagen und in Hamburg bereits zwei derartige Anlagen, in denen unterschiedliche Elektrolyseverfahren angewandt werden. Der dort erzeugte Wasserstoff wird jeweils in das Erdgasnetz vor Ort eingespeist.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die Power to Gas-Technologie auch dazu geeignet, den f\u00fcr die Produktionsprozesse in einer Raffinerie ben\u00f6tigen Wasserstoff aus gr\u00fcnem Strom zu erzeugen. Bislang wird dieser Wasserstoff, der in der Raffinerie unter anderem zur Entschwefelung von Dieselkraftstoff genutzt wird, aus fossilen Quellen produziert. Die Nutzung von Power to Gas in einer Raffinerie unterst\u00fctzt gleich vier Leitprinzipien der Energiewende.<\/p>\n<ul>\n<li>Energieeffizienz: Die erneuerbaren Energien werden in die Industrieproduktion integriert. Dadurch entfallen Effizienzverluste, die sonst in einer Wiederverstromung mit Wasserstoff anfallen.<\/li>\n<li>Geringere Emissionen: Mit Hilfe von Power to Gas k\u00f6nnen \u00fcber 90 Prozent der beim herk\u00f6mmlichen Verfahren zur Produktion von Wasserstoff entstehenden Treibhausgase in der Raffinerie vermieden werden.<\/li>\n<li>Sektorkopplung: Es wird eine Br\u00fccke vom Strommarkt in den Verkehr geschlagen, indem umweltfreundlichere Kraftstoffe unter Einbau von Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt werden.<\/li>\n<li>Stromspeicherung: Power to Gas im Raffineriebereich ist ein innovativer Schritt in Richtung gro\u00dfvolumige Stromspeicherung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass die Power to Gas-Technologie von politischer Seite als wichtiger Baustein der Energiewende gesehen wird, zeigt die explizite Erw\u00e4hnung in dem k\u00fcrzlich vorgestellten Gr\u00fcnbuch des Bundeswirtschaftsministeriums zur Energieeffizienz, zu dem ein bis 31. Oktober 2016 laufender Konsultationsprozess gestartet wurde.<\/p>\n<p>Trotz dieser \u00f6kologischen Vorteile wird ein derartiger Einsatz von Power to Gas bislang in den rechtlichen Rahmenbedingungen nicht angemessen als wirkungsvoller Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz anerkannt. Dabei geht es um die Anrechnung der so erzielbaren Treibhausgasminderung auf die Biokraftstoffquote. Durch die Nutzung von Power to Gas im Raffinerieprozess wird der Anteil erneuerbarer Energie, der in die Benzin- und Dieselkraftstoffproduktion eingeht, erh\u00f6ht. Der damit verbundene \u00f6kologische Vorteil sollte daher auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden. Dies h\u00e4tte dar\u00fcber hinaus weitere Vorteile: Im Vergleich zu einer Steigerung des Bio-Anteils in Kraftstoffen wird eine Konkurrenz mit der Lebens- und Futtermittelproduktion vermieden. Ferner sind auf der Verbrauchsseite keine Anpassungen der Kraftstoffinfrastruktur oder der Fahrzeugmotoren notwendig.<\/p>\n<p>\u201eWir verf\u00fcgen bereits \u00fcber einige Jahre Erfahrung mit der innovativen und flexiblen Power to Gas-Technologie. Sie kann nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energie in das Stromversorgungssystem leisten. Aus regenerativer Energie erzeugter Wasserstoff kann beispielsweise auch in industriellen Prozessen wie der Kraftstoffproduktion bei BP konventionellen Wasserstoff ersetzen und so zur Vermeidung von Treibhausgasen beitragen\u201c, sagte Eckhardt R\u00fcmmler, der als Chief Operating Officer bei Uniper unter anderem f\u00fcr Innovationsthemen verantwortlich ist.<\/p>\n<p>\u201eGemeinsam mit Uniper wollen wir ein Power to Gas-Projekt an unserem Raffineriestandort Lingen entwickeln. Dazu m\u00fcssen allerdings bald die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr eine wirtschaftliche Nutzung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Raffinerieprozess geschaffen werden. Durch eine erfolgreiche Umsetzung w\u00fcrden wir einen signifikanten Beitrag zum Gelingen der Energiewende im Industriesektor leisten\u201c, erl\u00e4utert Peter Br\u00f6mse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BP Lingen und Leiter des Raffineriestandorts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uniper und BP wollen gemeinsam M\u00f6glichkeiten zur Nutzung der Power to Gas-Technologie f\u00fcr den Raffinerieprozess pr\u00fcfen und entwickeln. Dazu haben die beiden Unternehmen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Beide Partner wollen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Power to Gas-Anlage am BP Standort in Lingen pr\u00fcfen und sich f\u00fcr eine erforderliche Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen einsetzen. 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