{"id":38038,"date":"2016-10-14T07:00:51","date_gmt":"2016-10-14T05:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F160051%2Fpolyamide-aus-holzabfaellen.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2016-10-12T11:46:07","modified_gmt":"2016-10-12T09:46:07","slug":"polyamide-aus-holzabfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/polyamide-aus-holzabfaellen\/","title":{"rendered":"Polyamide aus Holzabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aus Abf\u00e4llen der Papierproduktion lassen sich hochwertige Kunststoffe herstellen. Wie das geht, haben Fraunhofer-Forscher herausgefunden. Die Funktionsweise ihres umweltfreundlichen Produktionsverfahrens demonstrieren sie vom 19. bis 26. Oktober auf der Messe K in D\u00fcsseldorf am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 7, Stand SC01.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nAuch wenn sich die \u00d6lpreise im Sinkflug befinden, sind fossile Grundstoffe in der Kunststoffherstellung kein zukunftsweisender Weg. Zumal es in Zeiten des Klimawandels darum gehen muss, so wenig Kohlendioxid wie m\u00f6glich freizusetzen und das Wirtschaften nachhaltiger zu gestalten \u2013 etwa, indem vermehrt nachwachsende Rohstoffe genutzt werden. Dabei lassen sich aus pflanzlicher Biomasse aufgrund der Vielfalt an chemischen Strukturen auch neue Chemikalien und Polymere mit herausragenden Eigenschaften gewinnen, wie das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB zeigt.<\/p>\n<p>Den Straubinger Forschern geht es nicht um kompostierbare Plastikt\u00fcten, sondern um stabile High-Performance-Kunststoffe f\u00fcr spezielle Anwendungen, die sich umweltfreundlich herstellen lassen. An dem Straubinger Institutsteil BioCat des IGB, das Professor Volker Sieber leitet, wurden Verfahren f\u00fcr die Umwandlung von Terpenen, sprich Reststoffen der Cellulosegewinnung aus Holz, zu Biotensiden, biobasierten Epoxiden oder Monomeren f\u00fcr besonders schlagfeste, k\u00e4ltestabile Polyamide entwickelt (siehe auch Kasten \u00bbWas sind Terpene?\u00ab und \u00bbPolyamide aus 3-Caren\u00ab). \u00bbDiese Hochleistungspolyamide der terpenbasierten Monomere Campherlactam und Caranlactam weisen aufgrund ihrer amorphen Eigenschaften eine hohe Transparenz auf\u00ab, erkl\u00e4rt Projektleiter Dr. Harald Strittmatter. \u00bbSo werden neue Anwendungen, etwa f\u00fcr Skibrillen oder Visiere von Helmen, m\u00f6glich.\u00ab Aus den biobasierten Polyamiden lassen sich aber auch Produkte wie Folien, Textilien oder Klebstoffe herstellen.<\/p>\n<h3>Enzyme und unbedenkliche Stoffe ersetzen Chemikalien<\/h3>\n<p>Warum greifen die Fraunhofer-Forscher ausgerechnet zu Terpenen? \u00bbSie sind ein nachwachsender Rohstoff, der als Abfallstoff der Zellstoffproduktion, aber auch in der Fruchtsaftindustrie in gro\u00dfen Mengen anf\u00e4llt. Damit gibt es keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, wodurch sich die Teller-Tank-Diskussion er\u00fcbrigt\u00ab, erl\u00e4utert Strittmatter. Bislang werden diese Abf\u00e4lle meist verbrannt. Das ist auch insofern unbefriedigend, als die chemische Struktur von Terpenen in ihrer Komplexit\u00e4t \u00e4u\u00dferst interessant ist. \u00bbEntsprechende Verbindungen k\u00f6nnen aus fossilen Grundstoffen nur sehr aufw\u00e4ndig hergestellt werden\u00ab, sagt der Projektleiter. Die besondere Terpen-Struktur erm\u00f6glicht Polyamide mit speziellen Eigenschaften, wie der hohen Durchsichtigkeit, herzustellen. Hierf\u00fcr m\u00fcssen die Terpene chemisch modifiziert werden. Durch Oxidation wird eine sogenannte Carbonylgruppe eingef\u00fchrt, die in einer weiteren Reaktionsstufe zu einem Lactam, dem Monomerbaustein f\u00fcr Polyamide, umgesetzt werden kann. Auch hier zeigt das Fraunhofer-Verfahren Vorteile: Es sind weniger Syntheseschritte als \u00fcblicherweise erforderlich. Vor allem aber: \u00bbWir verwenden statt heikler Chemikalien Enzyme und andere unbedenkliche Stoffe\u00ab, betont Strittmatter.<\/p>\n<p>Bislang werden die biobasierten Kunststoffe noch im Laborma\u00dfstab hergestellt. Ziel ist es, das Verfahren in den Produktionsma\u00dfstab zu \u00fcberf\u00fchren. Strittmatter und sein Team verfolgen aber noch eine weit gr\u00f6\u00dfere Absicht: \u00bbWir wollen einen Beitrag zur Biologisierung der Wirtschaft leisten.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Abf&auml;llen der Papierproduktion lassen sich hochwertige Kunststoffe herstellen. 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