{"id":37886,"date":"2016-10-06T07:02:02","date_gmt":"2016-10-06T05:02:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=37886"},"modified":"2016-10-05T13:54:00","modified_gmt":"2016-10-05T11:54:00","slug":"biokunststoffe-aus-wertvollen-abfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-aus-wertvollen-abfaellen\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe aus wertvollen Abf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit sorgte k\u00fcrzlich die Meldung \u00fcber die Zusammenarbeit zwischen dem Autohersteller Ford und der Spirituosenmarke Jose Cuervo. Die eher ungew\u00f6hnliche Allianz \u2013 Autos und Alkohol \u2013 arbeitet an der Entwicklung von neuen Biokunststoffen aus Abfallprodukten der Tequilaherstellung. Die Idee und Technologie sind nicht neu, im Gegenteil. Doch wenn gro\u00dfe Marken wie Ford so prominent in die Anwendung von biobasierten Rohstoffen investieren, dann zeigt das, dass Biokunststoffe aus Abfallprodukten eine attraktive und wirtschaftlich machbare Alternative sind.<\/p>\n<p>Milliarden Tonnen potenziellen Rohstoffs<\/p>\n<p>Ein modernes Auto besteht zur H\u00e4lfte aus Kunststoff, rund 180 kg pro Auto. Zur selben Zeit fallen j\u00e4hrlich 5 Mrd. t landwirtschaftliche Biomasse\u00adabf\u00e4lle an. In dem Bestreben der Autohersteller, ihre Fahrzeuge noch umweltfreundlicher zu machen, liegt die Idee nahe, diese Biomasse f\u00fcr die Herstellung von Fahrzeugteilen zu verwenden.<\/p>\n<p>Bislang ungenutzt<\/p>\n<p>Der Wachstumszyklus einer Agavepflanze dauert rund sieben Jahre. Nach der Ernte wird die Pflanze ger\u00f6stet, der Saft ausgepresst und anschlie\u00dfend zu Tequila destilliert. Zur\u00fcck bleibt eine gro\u00dfe Menge an Fasern, die in der Regel kompostiert wird. Ford und Jose Cuervo wollen diese Fasern nun zur Herstellung von biobasierten Kunststoffen f\u00fcr die Innenausstattung und Au\u00dfenbauteile von Fahrzeugen nutzen.<\/p>\n<p>Ein beginnender Trend<\/p>\n<p>Neben Ford verbauen bereits andere Hersteller wie BMW, Renault, Toyota, Fiat und Mercedes biobasierte Kunststoffe in ihren Fahrzeugen. Biokunststoffe machen die Autos nicht nur leichter und sparen dadurch Kraftstoff, sondern sie bieten einen zus\u00e4tzlichen Weg, um CO\u2082-Emissionen und Umweltauswirkungen weiter zu senken. Bei der Herstellung von Biokunststoffen aus erneuer\u00adbaren Rohstoffen wird CO\u2082 aus der Atmosph\u00e4re entnommen und bleibt w\u00e4hrend der gesamten Lebensdauer des Produkts im Material gespeichert.<br \/>\nRohstoffe der dritten Generation<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Biokunststoffe wird heute aus kohlenstoffreichen Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt, sogenannten Rohstoffen der ersten Generation, da diese derzeit am effizientesten sind, die besten Ertr\u00e4ge bringen und die geringste Anbaufl\u00e4che ben\u00f6tigen. In zunehmendem Ma\u00dfe konzentriert sich die Entwicklung von Biokunststoffen aber auch auf Rohstoffe der zweiten und dritten Generation. Das sind vor allem nicht essbare Pflanzen, Abfallprodukte von Nahrungs- und Futterpflanzen sowie Algen und sogar CO\u2082 und Methan allesamt Abfallprodukte, die ein enormes ungenutztes Potenzial f\u00fcr die Bio\u00f6konomie bieten.<\/p>\n<p>Nicht nur Autos<\/p>\n<p>Neben der Automobilbranche erschlie\u00dfen viele andere Branchen die M\u00f6glichkeiten der Herstellung von nachhaltigen Biokunststoffen aus Abf\u00e4llen, so zum Beispiel in den Bereichen Textilien, M\u00f6bel, Baugewerbe, Landwirtschaft und Verpackungen. Das brasilianische Chemieunternehmen Braskem zum Beispiel stellt biobasiertes PE aus Bagasse her, einem Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Bio-PE wird zu Verpackungen, Spielwaren, B\u00fcroartikeln, Rohren, Folien und vielen anderen Konsumprodukten verarbeitet.<\/p>\n<p>Der niederl\u00e4ndische Hersteller Corbion stellt PLA auf Basis von Pflanzenabf\u00e4llen der Mais\u00adernte her, das vor allem im Verpackungsbereich, aber auch in medizinischen Anwendungen, in Textilfasern f\u00fcr Bekleidung und in Fahrzeug\u00adinnenausstattungen Anwendung findet. Andere aktuelle Projekte entwickeln Biokunststoffe aus Kokosnussfasern, Tomatenschalen, Krabbenschalen, Algen und sogar Kuhdung. Dar\u00fcber hinaus forschen Unternehmen wie Nature Works (USA) an der Herstellung von Lactic Acid, dem Grundbaustein f\u00fcr PLA, aus dem Treibhausgas Methan.<\/p>\n<p>Fehlende Regeln erzeugen Unsicherheit<\/p>\n<p>Damit sich diese Technologien am Markt durchsetzen k\u00f6nnen, muss die Industrie noch einige H\u00fcrden \u00fcberwinden. Das Fehlen eines legislativen Rahmens in Europa macht Investitionen riskant und h\u00e4lt die Produktion gering. Das wiederum hat Einfluss auf die Kosten. Es braucht bessere Anreize f\u00fcr die biobasierte Wirtschaft, f\u00fcr die effizientere Nutzung von Rohstoffen und eine effiziente Abfallverwertung. Zudem werden Ma\u00dfnahmen wie ein umweltbewusstes \u00f6ffentliches Beschaffungswesen (GPP), Eco-Labelling, Eco-Design und Initiativen zur Aufkl\u00e4rung der Konsumenten ben\u00f6tigt. Das aktuelle EU-Kreislaufwirtschaftspaket k\u00f6nnte hier erste Impulse geben.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema Biokunststoffe aus Abfall k\u00f6nnen Sie auf der 11. European Bioplastics Konference am 29. und 30. November 2016 in Berlin erfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit sorgte k\u00fcrzlich die Meldung \u00fcber die Zusammenarbeit zwischen dem Autohersteller Ford und der Spirituosenmarke Jose Cuervo. 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