{"id":37708,"date":"2016-09-29T07:00:09","date_gmt":"2016-09-29T05:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F159868%2Fwider-den-fleck.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2016-09-27T10:25:39","modified_gmt":"2016-09-27T08:25:39","slug":"wider-den-fleck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wider-den-fleck\/","title":{"rendered":"Wider den Fleck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ist der Senffleck von der Bockwurst in der Mittagspause erst einmal in die Fasern des Hemds eingezogen, hilft meist nur noch eine W\u00e4sche bei hohen Temperaturen oder sogar eine spezielle Vorbehandlung zur Fleckentfernung. Besonders ressourcen- und energieschonend ist das jedoch nicht. Und es besteht die Gefahr, dass der Fleck nicht richtig entfernt wird und Reste zur\u00fcckbleiben. Die Wasch- und Reinigungsmittelindustrie setzt deshalb in Waschmitteln auf sogenannte Soil Release-Polymere, das sind Substanzen, die eine leichtere Entfernung von Flecken erm\u00f6glichen.<\/strong><\/p>\n<p>In der Vergangenheit wurden solche Produkte aus nicht nachwachsenden petrochemischen Rohstoffen gewonnen. Kristin Ganske von der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena ist es nun gelungen, alternative Rohstoffquellen zu nutzen. Die Chemiedoktorandin aus der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thomas Heinze am Kompetenzzentrum f\u00fcr Polysaccharidforschung hat Polymere auf Basis von Zellulose als nachwachsendem Rohstoff generiert. Ein Interesse, das nicht nur die Forscher der Universit\u00e4t Jena, sondern auch das Unternehmen Henkel verfolgt. Der Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel von Henkel hat deshalb nicht nur die Forschung von Kristin Ganske in den vergangenen dreieinhalb Jahren unterst\u00fctzt, die Chemikerin wurde heute mit dem diesj\u00e4hrigen Henkel Laundry &amp; Home Care Research Award ausgezeichnet.<\/p>\n<h3>Ressourcenschonend und biologisch abbaubar<\/h3>\n<p>In der Arbeitsgruppe von Prof. Heinze hat Kristin Ganske wasserl\u00f6sliche Zellulosederivate synthetisiert, die beim Waschen mit Baumwollgewebe in Wechselwirkung treten und zu einer besseren Fleckentfernung beitragen k\u00f6nnen. Mit Zellulose liegt den Wissenschaftlern dabei die h\u00e4ufigste organische Verbindung vor, die auf der Erde vorkommt. &#8220;Damit ist das neue Polymer nicht nur erheblich ressourcenschonender, zugleich ist der Stoff biologisch abbaubar&#8221;, sagt Ganske.<\/p>\n<p>Mit den technischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen an der Universit\u00e4t Jena war es der 31-J\u00e4hrigen m\u00f6glich, durch chemische Verfahren nat\u00fcrliche Zellulose so zu ver\u00e4ndern, dass die neuartigen Polymere auf Textilfasern anhaften k\u00f6nnen. So kann verhindert werden, dass Schmutz tief ins Gewebe eindringt.<\/p>\n<p>Die Idee, auf dieser nat\u00fcrlichen Basis Polymere f\u00fcr Waschmittel herzustellen stammt aus der Kooperation mit Henkel und hat bereits im Rahmen der Diplomarbeit von Kristin Ganske ihren Ursprung. Die in den Jenaer Labors entstandenen Proben \u00fcbermittelte die Chemikerin an die Forscher von Henkel, die am Hauptsitz in D\u00fcsseldorf Anwendungsexperimente durchf\u00fchrten. &#8220;Dank einer Einladung von Henkel durfte ich direkt vor Ort sehen, wie sich die Polymere in der Praxis schlagen&#8221;, so die Jenaer Wissenschaftlerin.<\/p>\n<h3>Un\u00fcblich gro\u00dfe Mengen hergestellt<\/h3>\n<p>Damit die Proben aber \u00fcberhaupt in solch gro\u00dfem Umfang getestet werden konnten, musste die Doktorandin Zellulosederivate im mehrstelligen Grammbereich herstellen. Mengen, wie sie f\u00fcr die universit\u00e4re Forschung eigentlich un\u00fcblich sind. &#8220;Derartig gro\u00dfe Ans\u00e4tze sind im Rahmen einer Promotion nicht \u00fcblich. Kristin Ganske hat nicht nur eindrucksvoll bewiesen, dass sie wissenschaftliche Fragestellungen sehr erfolgreich bearbeiten kann, sondern ist auch in der Lage ist, mit industriellen Partnern zusammenzuarbeiten und ihre Erkenntnisse in die praktische Anwendung zu \u00fcbertragen&#8221;, so Prof. Dr. Thomas Heinze. &#8220;Die Zusammenarbeit entstand nach einem Vortrag, den meine Arbeitsgruppe bei einer Tagung gehalten hat. Wir sind sehr froh, mit Henkel so einen gro\u00dfen und zuverl\u00e4ssigen Partner zu haben&#8221;. Zudem habe die Partnerschaft von Industrie und Universit\u00e4t in Jena schon lange Tradition. Schon vor der Gr\u00fcndung des Zentrums f\u00fcr Polysaccharidforschung 2002 habe die FSU in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen. Beleg f\u00fcr die erfolgreiche Kooperation zwischen der FSU und Henkel sind nicht zuletzt zwei Patentanmeldungen zu den neuen Zellulosederivaten. Dies zeigt, dass die entwickelten Substanzen durchaus Potenzial f\u00fcr die Wasch- und Reinigungsmittelindustrie besitzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist der Senffleck von der Bockwurst in der Mittagspause erst einmal in die Fasern des Hemds eingezogen, hilft meist nur noch eine W\u00e4sche bei hohen Temperaturen oder sogar eine spezielle Vorbehandlung zur Fleckentfernung. Besonders ressourcen- und energieschonend ist das jedoch nicht. Und es besteht die Gefahr, dass der Fleck nicht richtig entfernt wird und Reste [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12018],"supplier":[1457,95],"class_list":["post-37708","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-forschung","supplier-universitaet-jena","supplier-henkel-kgaa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37708"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37708\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37708"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=37708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}