{"id":37695,"date":"2016-09-28T07:23:34","date_gmt":"2016-09-28T05:23:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=37695"},"modified":"2016-09-26T14:03:48","modified_gmt":"2016-09-26T12:03:48","slug":"soll-plastikgeschirr-in-der-schweiz-verboten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/soll-plastikgeschirr-in-der-schweiz-verboten-werden\/","title":{"rendered":"Soll Plastikgeschirr in der Schweiz verboten werden?"},"content":{"rendered":"<p>Einweggeschirr aus Plastik hat in Frankreich bald nichts mehr verloren: Ab 2020 sind Plastikbecher, -teller und -besteck beim Picknick oder an der WG-Party tabu. Wie es im <a href=\"https:\/\/www.legifrance.gouv.fr\/affichTexte.do?cidTexte=JORFTEXT000033076240&amp;dateTexte=&amp;categorieLien=id\" target=\"_blank\">Beschluss der Regierung<\/a> heisst, sind ab diesem Zeitpunkt nur noch kompostierbare Wegwerfartikel aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen erlaubt. Das Verbot ist Teil eines ganzen Massnahmenpakets f\u00fcr den Umweltschutz.<\/p>\n<p>Geht es nach Yves Zenger, Sprecher von Greenpeace Schweiz, sollte die Schweiz nachziehen. \u00abEs geht Hunderte von Jahren, bis sich Plastik komplett zersetzt. Wir m\u00fcssen deshalb alles daransetzen, Plastikm\u00fcll zu vermeiden.\u00bb Auch ben\u00f6tige es f\u00fcr die Herstellung von Kunststoff viel Erd\u00f6l. \u00abEs ist ein kompletter Unsinn, solche Produkte nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen\u00bb, sagt Zenger. Es sei wichtig, dass sich Wirtschaft und Politik \u00fcber Alternativen Gedanken machten.<\/p>\n<p>Erinnerungen an \u00abRaschels\u00e4ckli\u00bb-Streit<\/p>\n<p>Auch SP-Nationalrat Beat Jans sagt: \u00abEs ist nat\u00fcrlich sehr \u00e4rgerlich, wenn f\u00fcr den einmaligen Gebrauch von Plastikgeschirr viel Erd\u00f6l verschwendet wird.\u00bb Kompostierbare Produkte m\u00fcssten gef\u00f6rdert werden, auch eine Lenkungsabgabe auf Plastikprodukte sei denkbar. \u00abEin Verbot ist f\u00fcr mich immer die letzte Option.\u00bb Erziele Frankreich damit aber markante \u00f6kologische Verbesserungen und fruchteten andere Massnahmen nicht, m\u00fcsse auch die Schweiz diesen Schritt in Betracht ziehen.<\/p>\n<p>Entschieden anders sieht das SVP-Pr\u00e4sident Albert R\u00f6sti. \u00abEs ist nicht Aufgabe der nationalen Politik, solche Verbote zu verh\u00e4ngen.\u00bb Einerseits sei die Schweiz in Sachen Recycling bereits Weltmeisterin. \u00abAndererseits passiert auf freiwilliger Ebene bereits sehr viel, in manchen St\u00e4dten ist Einweggeschirr an \u00f6ffentlichen Veranstaltungen bereits verboten.\u00bb<\/p>\n<p>Bio ist nicht unbedingt \u00f6kologisch<\/p>\n<p>Die Basler Firma Carbotech hat die \u00d6kobilanz von unterschiedlichem Wegwerfgeschirr untersucht. Die Resultate stimmen Studienleiter Fredy Dinkel skeptisch, ob die franz\u00f6sische L\u00f6sung etwas bringt. Zwar sei es so, dass Karton- oder Mehrweggeschirr im Allgemeinen eine bessere \u00d6kobilanz hat als Einweggeschirr aus Plastik. Ein Produkt, das biologisch abbaubar sei, sei aber nicht automatisch \u00f6kologisch sinnvoll.<\/p>\n<p>\u00abVerschiedene Kunststoffe, die als biologisch abbaubar angepriesen werden und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind, verursachen in der Herstellung ebenso hohe oder h\u00f6here Umweltbelastungen als Plastikteller aus fossilen Rohstoffen.\u00bb Ihr einziger Vorteil bestehe aus Umweltsicht darin, dass sie schneller zerfielen. \u00abAusserdem ist das, was auf dem Teller liegt, f\u00fcr die Umwelt viel entscheidender als das Material, woraus der Teller besteht.\u00bb<\/p>\n<p>EU-Recht verletzt?<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr das Bundesamt f\u00fcr Umwelt ist die Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit eines Verbots \u00abfraglich\u00bb. Zwar k\u00f6nnten Einwegprodukte mit kurzer Lebensdauer in der Schweiz verboten werden, wenn ihr Nutzen die durch sie verursachte Umweltbelastung nicht rechtfertigt. Sprecherin Rebekka Reichlin betont jedoch, dass dies einen starken Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit darstellen w\u00fcrde. Zudem sei Umweltbelastung durch Plastikgeschirr in der Schweiz \u00abnicht erheblich\u00bb.<\/p>\n<p>Gegen das Verbot in Frankreich wehrt sich die europ\u00e4ische Verpackungsindustrie bereits mit H\u00e4nden und F\u00fcssen. Die Organisation Pack2go warnt, dass ein Verbot das Abfallproblem gar verschlimmern k\u00f6nnte, weil die Konsumenten dann glaubten, sie k\u00f6nnten ihr kompostierbares Geschirr mit gutem Gewissen im Freien liegen lassen. Sie fordert die EU-Kommission auf, rechtlich gegen Frankreich vorzugehen, weil das Land mit seinem Beschluss den freien Warenhandel in Europa behindere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einweggeschirr aus Plastik hat in Frankreich bald nichts mehr verloren: Ab 2020 sind Plastikbecher, -teller und -besteck beim Picknick oder an der WG-Party tabu. Wie es im Beschluss der Regierung heisst, sind ab diesem Zeitpunkt nur noch kompostierbare Wegwerfartikel aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen erlaubt. Das Verbot ist Teil eines ganzen Massnahmenpakets f\u00fcr den Umweltschutz. 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