{"id":37281,"date":"2016-09-12T07:23:58","date_gmt":"2016-09-12T05:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=37281"},"modified":"2016-09-08T15:41:37","modified_gmt":"2016-09-08T13:41:37","slug":"biokunststoff-forscher-eroeffnen-neue-einsatzgebiete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoff-forscher-eroeffnen-neue-einsatzgebiete\/","title":{"rendered":"Biokunststoff: Forscher er\u00f6ffnen neue Einsatzgebiete"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es gibt bereits zahlreiche Bereiche, in denen Biokunststoff als nachhaltiges Alternativmaterial zum Einsatz kommt. Etwa in Verpackungen oder als Mulchfolien. Auf Basis der vor kurzem gestarteten Projekte Bioshoreline und BioFlooring k\u00f6nnten in Zukunft zwei weitere Produkte hinzukommen: Fraunhofer UMSICHT forscht an einem definiert abbaubaren Geotextil f\u00fcr die Verwendung als tempor\u00e4rer Filter in technisch-biologischen Ufersicherungsma\u00dfnahmen an Binnenwasserstra\u00dfen und einem biobasierten elastischen Fu\u00dfbodenbelag.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_37283\" aria-describedby=\"caption-attachment-37283\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-37283\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1472537150641_Weidenspreitlagen1440px-300x225.jpg\" alt=\"1472537150641_weidenspreitlagen1440px\" width=\"216\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/09\/1472537150641_Weidenspreitlagen1440px-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/09\/1472537150641_Weidenspreitlagen1440px.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-37283\" class=\"wp-caption-text\">Weidenspreitlage als naturnahe Ufersicherung am Rhein bei Worms. \u00a9 Foto BAW <a href=\"http:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2016\/bioshoreline-bioflooring\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textblockwithpics\/imageComponent1\/image.img.large.jpg\/1472537150641_Weidenspreitlagen1440px.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach Vorgabe der EG-Wasserrahmenrichtlinie sollen \u00f6kologische Verbesserungen u.a. im Bereich der Wasserstra\u00dfen angestrebt werden. Eine M\u00f6glichkeit ist die Anwendung alternativer naturn\u00e4herer Ufersicherungen unter Verwendung von Pflanzen (<a href=\"http:\/\/ufersicherung.baw.de\/de\" target=\"_blank\">http:\/\/ufersicherung.baw.de\/de<\/a>). Die geplanten Geotextilien dienen der Filterstabilit\u00e4t und dem Erosionsschutz w\u00e4hrend der kritischen Anfangszeit, in der sich die Pflanzen und insbesondere deren Wurzeln erst entwickeln m\u00fcssen. Das bedeutet, die technischen Eigenschaften des Geotextils m\u00fcssen mindestens drei Jahre erhalten bleiben, danach soll es sich vollst\u00e4ndig abbauen, sodass die Durchg\u00e4ngigkeit im Uferbereich f\u00fcr Lebewesen langfristig nicht eingeschr\u00e4nkt wird. F\u00fcr diese speziellen Anforderungen gibt es aktuell keine geeigneten L\u00f6sungen. Bisher untersuchte Naturfaservliese sind unter Wasserstra\u00dfenbedingungen nicht ausreichend stabil und bauen sich zu schnell ab, nicht-abbaubare Kunststoffe erf\u00fcllen die technischen Anforderungen, verbleiben aber dauerhaft im Boden.<\/p>\n<h3>Definiert biologisch abbaubarer Geotextilfilter<\/h3>\n<p>Im Rahmen des von Fraunhofer-UMSICHT koordinierten Verbundprojektes Bioshoreline soll gemeinsam mit den Projektpartnern BNP Brinkmann GmbH &amp; Co. KG, Trevira GmbH, FKuR Kunststoff GmbH und der BAW Bundesanstalt f\u00fcr Wasserbau ein neuartiger sequentiell biologisch abbaubarer Geotextilfilter aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt werden. Das Entwicklerteam will daf\u00fcr eine Mischung aus verschiedenen Naturfasern und abbaubare Polymerfasern in einem Geotextilfilter zusammenf\u00fchren und testen. Die schneller abbaubaren Naturfasern sorgen f\u00fcr Durchwurzelungskan\u00e4le f\u00fcr die Pflanzen, und die langsamer abbaubaren Polymerfasern gew\u00e4hrleisten die erforderlichen technischen Eigenschaften f\u00fcr mindestens drei Jahre. \u00bbHinsichtlich der Polymere m\u00fcssen die Verarbeitungseigenschaften und die biologische Abbaubarkeit den Anforderungen angepasst und die Verarbeitungsbedingungen zur Polymerfaserherstellung erarbeitet werden\u00ab, erkl\u00e4rt Mona Duhme aus der Abteilung Biobasierte Kunststoffe bei Fraunhofer UMSICHT. Bei der Auswahl der Fasern werden daher neben den unterschiedlichen Zusammensetzungen und damit einhergehenden unterschiedlichen biologischen Abbaugeschwindigkeiten auch die Verarbeitungsbedingungen zu Geotextilien beachtet.<\/p>\n<p>Die Geotextilfilter werden im Laufe des Projekts in der Praxis getestet, sowohl in einem Durchwurzelungsversuch als auch im Freilandversuch. Dabei stehen u. a. die definierte Abbaubarkeit, die Durchwurzelbarkeit und die mechanischen Eigenschaften wie z. B. Festigkeit des Geotextilfilters \u00fcber mehrere Jahre im Fokus. In dem Freilandversuch wird an einem Wasserstra\u00dfenabschnitt eine Uferbefestigung mit dem entwickelten Geotextilfilter installiert. In regelm\u00e4\u00dfigen Zeitabst\u00e4nden entnehmen die Forscher Proben und bestimmen die Werkstoffeigenschaften. Auf Basis der Daten werden die Geotextilien optimiert.<\/p>\n<h3>Elastische Fu\u00dfbodenbel\u00e4ge: Ersatz f\u00fcr Weich-PVC<\/h3>\n<figure id=\"attachment_37284\" aria-describedby=\"caption-attachment-37284\" style=\"width: 184px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-37284\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1472537150641_bioflooring-1440px-300x224.jpg\" alt=\"1472537150641_bioflooring-1440px\" width=\"184\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/09\/1472537150641_bioflooring-1440px-300x224.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/09\/1472537150641_bioflooring-1440px.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-37284\" class=\"wp-caption-text\">Homogener Fu\u00dfbodenbelag im Objektbereich. \u00a9 Foto Gerflor Mipolam GmbH <a href=\"http:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2016\/bioshoreline-bioflooring\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textblockwithpics\/imageComponent2\/image.img.large.jpg\/1472537150641_bioflooring-1440px.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211; <\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein weiteres neues Einsatzgebiet f\u00fcr Biokunststoff soll mit dem Verbundprojekt BioFlooring er\u00f6ffnet werden. Im Bausektor gewinnen die Nutzung nachwachsender Rohstoffquellen, Fragen zum Gesundheitsrisiko eingesetzter Stoffe, zur Recyclingf\u00e4higkeit und zum \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck eines Produkts immer mehr an Bedeutung. Nach heutigem Stand erfolgt die Herstellung homogener, elastischer Fu\u00dfbodenbel\u00e4ge \u00fcberwiegend aus Weich-PVC.<\/p>\n<p>\u00bbDas Material erf\u00fcllt die steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen jedoch nur eingeschr\u00e4nkt bis gar nicht und hat zudem in der \u00d6ffentlichkeit ein sehr schlechtes Image\u00ab, wei\u00df Stefan Zepnik, Abteilung Biobasierte Kunststoffe Fraunhofer UMSICHT. Verantwortlich sei u.a. der hohe Anteil niedermolekularer Weichmacher. Mit Holzdielen, Parkett oder Linoleum gibt es zwar biobasierte Alternativmaterialien, die jedoch keinen Ersatz f\u00fcr Weich-PVC in elastischen Fu\u00dfbodenbel\u00e4gen f\u00fcr gro\u00dffl\u00e4chige Verlegungen, beispielsweise in Schulen, B\u00fcro- oder Verwaltungsgeb\u00e4uden, darstellen.<\/p>\n<p>Fraunhofer UMSICHT forscht an einem weichmacherfreien, biobasierten, thermoplastischen Vulkanisat (Bio-TPV), welches aus Polymilchs\u00e4ure (PLA) und einer vernetzten, biobasierten Weichkomponente besteht. Dabei wird die Kunststoffmischung, bestehend aus PLA und einer weiteren biobasierten Weichkomponente (z. B. einem Naturkautschuk), im Extruder hergestellt und simultan w\u00e4hrend dieser Verarbeitung die Weichkomponente vernetzt. Das so hergestellte Bio-TPV soll langfristig Weich-PVC in homogenen, elastischen Fu\u00dfbodenbel\u00e4gen ersetzen.<\/p>\n<p>Der Projektpartner FKuR Kunststoff GmbH \u00fcbernimmt im Anschluss an die Materialentwicklung bei Fraunhofer UMSICHT das Scale-Up des Bio-TPV in den Industriema\u00dfstab. Ein weiterer Projektpartner, die Gerflor Mipolam GmbH, ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entwicklung der geeigneten Verfahrenstechnik zur Herstellung eines homogenen, elastischen Fu\u00dfbodenbelags aus dem neuen Material und die sp\u00e4tere Vermarktung der neuen Fu\u00dfbodenprodukte.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Biokunststoffforschung von Fraunhofer UMSICHT auf der \u00bbK 2016\u00ab<\/h3>\n<p>Informieren Sie sich \u00fcber diese aktuellen Entwicklungen und das gesamte Spektrum unserer Biokunststoffforschung bei der Messe \u00bbK 2016\u00ab. Vom 19. bis 26. Oktober ist Fraunhofer UMSICHT in D\u00fcsseldorf auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Nordrhein-Westfalen in Halle 6, Stand D76 pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung der beiden Vorhaben Bioshoreline (F\u00f6rderkennzeichen: 22000815) und BioFlooring (F\u00f6rderkennzeichen: 22003316) erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt bereits zahlreiche Bereiche, in denen Biokunststoff als nachhaltiges Alternativmaterial zum Einsatz kommt. Etwa in Verpackungen oder als Mulchfolien. Auf Basis der vor kurzem gestarteten Projekte Bioshoreline und BioFlooring k\u00f6nnten in Zukunft zwei weitere Produkte hinzukommen: Fraunhofer UMSICHT forscht an einem definiert abbaubaren Geotextil f\u00fcr die Verwendung als tempor\u00e4rer Filter in technisch-biologischen Ufersicherungsma\u00dfnahmen an [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[12230,12605,10719],"supplier":[6286,302,303,2177],"class_list":["post-37281","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biokunststoff","tag-geotextil","tag-naturfasern","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-fkur-kunststoff-gmbh","supplier-fraunhofer-institut-fuer-umwelt-sicherheits-und-energietechnik-umsicht","supplier-trevira-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37281","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37281"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37281\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37281"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37281"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37281"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=37281"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}