{"id":37154,"date":"2016-09-05T07:26:05","date_gmt":"2016-09-05T05:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=37154"},"modified":"2016-09-01T13:20:29","modified_gmt":"2016-09-01T11:20:29","slug":"wwf-studie-zu-deutschem-palmoel-ersatz-kein-palmoel-ist-auch-keine-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wwf-studie-zu-deutschem-palmoel-ersatz-kein-palmoel-ist-auch-keine-loesung\/","title":{"rendered":"WWF-Studie zu deutschem Palm\u00f6l-Ersatz: Kein Palm\u00f6l ist auch keine L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine aktuelle WWF-Studie hat untersucht, welche \u00f6kologischen Effekte es h\u00e4tte, wenn Deutschland Palm\u00f6l boykottieren und austauschen w\u00fcrde. Das Ergebnis: Der Ersatz durch Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- und Raps\u00f6l h\u00e4tte einen massiv h\u00f6heren Fl\u00e4chenbedarf zur Folge, die Treibhausgasemissionen stiegen an und die Gef\u00e4hrdung von Tier- und Pflanzenarten n\u00e4hme zu. \u201eDer simple Austausch von Palm\u00f6l durch andere Pflanzen\u00f6le l\u00f6st die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern\u201c, fasst Ilka Petersen vom WWF Deutschland zusammen. \u201eDas gilt insbesondere dann, wenn Palm\u00f6l durch Soja- oder Kokos\u00f6l ersetzt wird. Es f\u00fchrt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von \u00d6lpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialvertr\u00e4glicher zu gestalten. Gleichzeitig muss unser Bedarf drastisch gesenkt werden.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Laut WWF verbraucht Deutschland pro Jahr rund 1,8 Mio. Tonnen Palm\u00f6l. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil geht in Biodiesel (41 %), dicht gefolgt von Nahrungs- und Futtermitteln (40 %) sowie in die industrielle Verwendung etwa f\u00fcr Pharmazie oder Reinigungsmittel (17 %). Die Folge: Palm\u00f6l findet sich in jedem zweiten Supermarktprodukt von Margarine, Pizzen und S\u00fc\u00dfwaren bis zu Kosmetika und Waschmitteln. Rund 140.000 Tonnen landen dar\u00fcber hinaus in den Futtertr\u00f6gen der konventionellen Intensivtierhaltung.<\/p>\n<p>W\u00fcrde Deutschland das Palm\u00f6l komplett austauschen, w\u00e4ren laut der neuen WWF-Studie f\u00fcr die Gewinnung der \u201eErsatz-Pflanzen\u00f6le\u201c rund 1,4 Millionen Hektar mehr Anbaufl\u00e4che notwendig. Zu dem Mehrbedarf an Fl\u00e4che kommt es, weil keine andere Pflanze auf einem Hektar Land so hohe \u00d6l-Ertr\u00e4ge wie die \u00d6lpalme erzielt. Raps, Kokos und Sonnenblume bringen im Durchschnitt nur rund 0,7 Tonnen \u00d6l pro Hektar. Soja sogar noch weniger. Zum Vergleich: Die Ausbeute bei \u00d6lpalmen liegt bei durchschnittlich 3,3 Tonnen pro Hektar.<\/p>\n<p>Gravierende, negative Effekte prognostizieren Modellberechnungen dementsprechend f\u00fcr die biologische Vielfalt. Durch den zus\u00e4tzlichen Fl\u00e4chenbedarf w\u00fcrden weltweit \u00d6kosysteme zus\u00e4tzlich unter Druck geraten. Dies trifft insbesondere bei einem Ersatz durch Kokos- und Soja\u00f6l zu, die ebenfalls im tropischen G\u00fcrtel der Erde angebaut werden. So m\u00fcsste bei einem Palm\u00f6l-Aus in Deutschland selbst Indonesien, das derzeit wichtigstes Anbauland f\u00fcr \u00d6lpalmen, mit negativen Effekten f\u00fcr seine ohnehin stark bedrohte Fauna und Flora rechnen.<\/p>\n<p>Auch der Aussto\u00df von Treibhausgasen w\u00fcrde in Folge des gestiegenen Fl\u00e4chenbedarfs und der damit einhergehenden Landnutzungs\u00e4nderungen anschwellen. Von rund 309 Mio. Tonnen zus\u00e4tzlichen Emissionen geht das WWF-Szenario aus. Das entspr\u00e4che etwa einem Drittel des j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Wer das Palm\u00f6l-Problem l\u00f6sen wolle, m\u00fcsse daher Anbaubedingungen verbessern und die Nachfrage senken, so die WWF-Schlussfolgerung. Demnach lie\u00dfe sich die H\u00e4lfte des deutschen Palm\u00f6lbedarfs durch ver\u00e4nderten Konsum einsparen. Daf\u00fcr m\u00fcsste jedoch die Nachfrage nach Schokolade, Eiscremes, Fertiggerichten, S\u00fc\u00df- oder Knabberwaren sowie Fleisch halbiert werden. Zudem d\u00fcrfe kein Palm\u00f6l mehr in Biokraftstoffen Verwendung finden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Nachfragereduzierung hinaus m\u00fcsse die Industrie zuk\u00fcnftig auf Ware zur\u00fcckgreifen, die strenge \u00f6kologische und soziale Kriterien erf\u00fclle \u2013 dabei sei es egal, ob die Pflanzen\u00f6le aus heimischem Anbau oder aus \u00dcbersee stammten. Die Politik k\u00f6nne ihrerseits mit Gesetzen und Richtlinien Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr alle Pflanzen\u00f6le und f\u00fcr alle Sektoren verpflichtend machen. Im Bereich der Bioenergie m\u00fcsse zudem konsequent auf Verkehrsvermeidung und niedrigeren Energiebedarf gesetzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/WWF-Studie_Auf_der_OElspur.pdf\" target=\"_blank\">DOWNLOAD WWF-Studie: Auf der \u00d6lspur <\/a><\/h3>\n<p>(Was w\u00e4re gewonnen, wenn Palm\u00f6l durch andere pflanzliche \u00d6le ersetzt w\u00fcrde? Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, den Auswirkungen des Palm\u00f6lverbrauchs in Deutschland nachzusp\u00fcren und darzulegen, welche Auswirkungen eine Substitution von Palm\u00f6l durch andere pflanzliche \u00d6le haben w\u00fcrde. , PDF,\u00a04 MB)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine aktuelle WWF-Studie hat untersucht, welche \u00f6kologischen Effekte es h\u00e4tte, wenn Deutschland Palm\u00f6l boykottieren und austauschen w\u00fcrde. 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