{"id":36953,"date":"2016-08-29T07:00:01","date_gmt":"2016-08-29T05:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F159439%2Fpower-to-gas-anlage-mit-neuer-direktmethanisierung.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2016-09-28T09:38:34","modified_gmt":"2016-09-28T07:38:34","slug":"power-to-gas-anlage-mit-neuer-direktmethanisierung-entsteht-am-hessischen-biogasforschungszentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/power-to-gas-anlage-mit-neuer-direktmethanisierung-entsteht-am-hessischen-biogasforschungszentrum\/","title":{"rendered":"Power-to-Gas-Anlage mit neuer Direktmethanisierung entsteht am Hessischen Biogasforschungszentrum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit der Power-to-Gas-Technologie m\u00f6chte das Fraunhofer IWES in Kassel die Langzeitspeicherung f\u00fcr die schwankende Erzeugung der Wind- und Solarenergie l\u00f6sen. Die Machbarkeit und die Funktion eines neuen kosteng\u00fcnstigen Verfahrens zur Erzeugung von Methangas haben die Forscher bereits nachgewiesen. Nun folgt mit F\u00f6rderung des hessischen Umweltministeriums die Umsetzung in den Technikumsma\u00dfstab. Dazu wird im Hessischen Biogasforschungszentrum HBFZ auf dem Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld eine 50 kW-Anlage aufgebaut und getestet.<\/strong><\/p>\n<p>Die Bauarbeiten beginnen im Herbst 2016 und sollen im Sommer 2017 abgeschlossen sein. Dann folgt ein 15 monatiger wissenschaftlich begleiteter und ausgewerteter Testbetrieb. F\u00fcr das zweieinhalbj\u00e4hrige Forschungsprojekt \u00fcberreichte Staatsministerin Priska Hinz heute den Fraunhofer-Forschern in Kassel einen Zuwendungsbescheid mit \u00fcber einer Million Euro F\u00f6rderung und betonte: &#8220;Die hessische Landesregierung strebt das Ziel an, bis 2050 die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dabei helfen solche innovativen Projekte, wie das hier gef\u00f6rderte Vorhaben von Fraunhofer IWES. Auch wenn Biomasse erneuerbar ist und st\u00e4ndig nachw\u00e4chst, so ist sie dennoch nicht im unbegrenzten Ma\u00dfe verf\u00fcgbar. Daher ist es zwingend, sie gezielt einzusetzen und effizient zu nutzen. Forschungsprojekte wie die gef\u00f6rderte Power-to-Gas-Anlage weisen daf\u00fcr den Weg.&#8221;<\/p>\n<p>Die Funktion der Biomasse als flexibel einsetzbaren Energietr\u00e4ger zu nutzen, tr\u00e4gt zu der Umsetzung des Ziels aus dem hessischen Koalitionsvertrag bei. Gleichzeitig wird besonderer Wert auf eine nachhaltige, umweltvertr\u00e4gliche und effiziente Nutzung der vorhandenen Biomasse gelegt. Die Power-to-Gas-Technologie (PtG) bietet die M\u00f6glichkeit, vorhandene Biogasanlagen flexibler zu betreiben, ohne mehr Biomasse einzusetzen.<\/p>\n<p>Die bestehende Infrastruktur am HBFZ ist f\u00fcr ein derartiges Projekt ideal, da dort bereits eine landwirtschaftlich genutzte Biogasanlage des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) vorhanden ist. Staatsministerin Hinz: \u201eIch freue mich, dass mit diesem Projekt die Forschungskooperation HBFZ gest\u00e4rkt wird\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIn einem anschlie\u00dfenden Schritt sollen die im Projekt gesammelten Erfahrungen in die Planung einer zehnmal gr\u00f6\u00dferen Anlage einflie\u00dfen. Daf\u00fcr sind dann Standorte interessant, die auf Grund der vorhandenen Infrastruktur, der Genehmigungssituation und des Betriebs besonders g\u00fcnstige Bedingungen aufweisen. Die Umsetzung der Direktmethanisierung an einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Demonstrationscharakter wird der finale Entwicklungsschritt vor der Kommerzialisierung sein.\u201c, erl\u00e4uterte Jochen Bard, Bereichsleiter Energieverfahrenstechnik am Fraunhofer IWES.<\/p>\n<p>Dr. Bernd Krautkremer, Abteilungsleiter Bioenergie-Systemtechnik erg\u00e4nzte: \u201eDie Methanisierung von Strom\u00fcbersch\u00fcssen im Biogaskontext kann die Nutzung der heute vorhandenen Biogasanlageninfrastruktur mit \u00fcber 8000 Anlagen steigern, indem sie den Gesamtenergieumsatz sowie den Nutzenergieoutput steigert, ohne weitere Biomassemengen umzusetzen. Durch die Direktmethanisierung des CO<sub>2<\/sub> ergeben sich perspektivisch \u2013 bei geeigneten Marktmechanismen \u2013 neue Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr landwirtschaftliche Biogasanlagen. Um sich an die neuen Absatzbedingungen auf dem Energiemarkt anzupassen, haben die Betreiber die M\u00f6glichkeit ihre Biogasanlagen durch eine PtG-Anlage zu optimieren und zu flexibilisieren. Damit tragen sie zur Versorgungssicherheit und zur Wertsch\u00f6pfung l\u00e4ndlicher Regionen bei.\u201c<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Mit der PtG-Technologie wird erneuerbarer Strom in die chemischen Energietr\u00e4ger Wasserstoff und einem zweiten Schritt in Methan umgewandelt. Damit wird ein speicherbarer und flexibel einsetzbarer Energietr\u00e4ger erzeugt, der unabh\u00e4ngig von Ort und Zeit wieder r\u00fcckverstromt werden kann. Wasserstoff l\u00e4sst sich nur sehr begrenzt in das Erdgasnetz einspeisen (2-5 Vol.%), Methan hingegen fast unbegrenzt.<\/p>\n<p>In der Methanisierung reagiert der Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) mit Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) in einem Reaktor zu Methan (CH<sub>4<\/sub>). Grunds\u00e4tzlich sind viele CO<sub>2<\/sub>-Quellen f\u00fcr den Einsatz in PtG-Anlagen geeignet (z.B. Verbrennungsanlagen oder Zementwerke), allerdings bieten Biogasanlagen eine Reihe von Vorteilen. Biogasanlagen stellen das CO<sub>2<\/sub> in hoher Konzentration (40-50 Vol.%) bereit und es sind wenige st\u00f6rende Begleitelemente vorhanden, da das Gas fast ausschlie\u00dflich aus Methan und CO<sub>2<\/sub> besteht. Au\u00dferdem kann bei Biogasanlagen die bereits vorhandene Infrastruktur f\u00fcr die Integration von PtG-Anlagen genutzt werden. Biogasanlagen sind kosteng\u00fcnstige CO<sub>2<\/sub>-Quellen und erm\u00f6glichen zudem die Nutzung der Prozessw\u00e4rme in der Biogasanlage.<\/p>\n<p>Eine besonders interessante Option zur Nutzung von CO<sub>2<\/sub> aus Biogas ist die Direktmethanisierung. Dabei wird das Biogas ohne vorherige CO<sub>2<\/sub>-Abtrennung in der Methanisierung eingesetzt. Dies bietet den Vorteil, dass die aufw\u00e4ndige CO<sub>2<\/sub>-Abtrennung z.B. durch eine Aminw\u00e4sche entfallen kann und somit alle Biogasanlagen (auch kleinere Anlagen), die aktuell \u00fcber eine Vor-Ort-Verstromung verf\u00fcgen, als potenzielle CO<sub>2<\/sub>-Quelle in Frage kommen, ohne dass eine teure Gasaufbereitung integriert werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Power-to-Gas-Technologie m\u00f6chte das Fraunhofer IWES in Kassel die Langzeitspeicherung f\u00fcr die schwankende Erzeugung der Wind- und Solarenergie l\u00f6sen. Die Machbarkeit und die Funktion eines neuen kosteng\u00fcnstigen Verfahrens zur Erzeugung von Methangas haben die Forscher bereits nachgewiesen. Nun folgt mit F\u00f6rderung des hessischen Umweltministeriums die Umsetzung in den Technikumsma\u00dfstab. 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