{"id":36589,"date":"2016-08-10T07:25:15","date_gmt":"2016-08-10T05:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36589"},"modified":"2016-08-09T12:04:26","modified_gmt":"2016-08-09T10:04:26","slug":"baubotanik-pflanzen-ersetzen-beton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/baubotanik-pflanzen-ersetzen-beton\/","title":{"rendered":"Baubotanik &#8211; Pflanzen ersetzen Beton"},"content":{"rendered":"<p>Konstruieren, einpflanzen, abst\u00fctzen, gie\u00dfen, schneiden, gie\u00dfen, nachschneiden, wachsen lassen. So \u00e4hnlich kann man sich das Bauen mit lebenden Pflanzen in vereinfachter Form vorstellen. Die Praxis des Bauens mit Pflanzen existiert schon seit Jahrhunderten.<\/p>\n<p>Das Volk der Khasi in Nordindien beispielsweise baut lebende Br\u00fccken aus den Wurzeln von Gummib\u00e4umen. Ein Vorteil von vielen: Das Material verrottet im Gegensatz zu normalem Holz nicht.<\/p>\n<p>Am Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen IGMA der Universit\u00e4t Stuttgart forscht weltweit erstmals ein Team zu dieser Art zu bauen. Ergeben haben sich zahlreiche Projekte, die nun von Teilen des Teams durch das Architekturb\u00fcro Bureau Baubotanik umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Bauwerke bestehen aus einer Tragstruktur aus Stahl und wachsenden B\u00e4umen verschiedenster Arten, die je nach Stabilit\u00e4t und Wachstumsverhalten f\u00fcr den jeweiligen Standort ausgew\u00e4hlt werden. Nach und nach verwachsen Stahl und Baum, und bilden gemeinsam ein Bauwerk, eine Br\u00fccke, etwa, oder eine Aussichtsplattform.<\/p>\n<p>Damit diese Bauwerke von Anfang an benutzt werden k\u00f6nnen, werden sie solange gest\u00fctzt, bis die B\u00e4ume miteinander verwachsen sind, und alle Lasten aufnehmen k\u00f6nnen. Dass zu Anfang nicht feststeht, wie das Ergebnis am Ende exakt aussieht, geh\u00f6rt zum Konzept &#8211; Baubotanik ist damit nicht f\u00fcr jedes Projekt geeignet.<\/p>\n<p>Bauen mit geplantem Kontrollverlust<br \/>\nDie Begleitung eines baubotanischen Bauwerks \u00fcber Jahre langsamen Wachstums, das mit erstaunlicher Kraft Metallstrukturen umw\u00e4chst und sogar verschluckt, irgendwann jedoch auch abstirbt und verf\u00e4llt, vermittelt ein Gef\u00fchl f\u00fcr die St\u00e4rke und den Rhythmus der Natur, aber auch von nachhaltigem Wachstum und damit verbundenen Entscheidungen.<\/p>\n<p>Mehr noch als das fertige Bauwerk steht der Prozess im Mittelpunkt. Baubotanik produziere ausdr\u00fccklich nicht ein Produkt, sondern eine Dienstleistung, so Hannes Schwertfeger, einer der Gr\u00fcnder von Bureau Baubotanik. Es geht damit um Lernprozesse und die Deutung von Architektur innerhalb ihres Einflusskreises.<\/p>\n<p>Die Baubotaniker sind ein interdisziplin\u00e4res Team aus Architekten, Ingenieuren, Geistes- und Naturwissenschaftlern und stellen ihr Wissen f\u00fcr Schulklassen, Firmen oder andere Interessierte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Forschung der Universit\u00e4t Stuttgart ist auch im Ausland gefragt<br \/>\nF\u00fcr die Zukunft hat das Bureau Baubotanik noch gro\u00dfe Ziele, und will baubotanisch konstruierte Bauwerke wie Chalets, Ausstellungsr\u00e4ume oder dreidimensionale Parks schaffen, die als Showcases f\u00fcr Umweltbewusstsein sowie f\u00fcr Klimaanpassungsma\u00dfnahmen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und auch im Ausland ist das B\u00fcro aktiv. In Rio de Janeiro soll beispielsweise ein altes Kasino am Fu\u00df des Zuckerhutes klimagerecht umgebaut werden, und den Nutzern und Nachbarn des Geb\u00e4udes einen sozialen Interaktionsraum bieten. Zugleich soll dieses Projekt ein Vorzeigeprojekt und Kommunikationsplattform f\u00fcr nachhaltiges Bauen in Rio sein.<\/p>\n<p>Bisher realisierte Projekte der Stuttgarter k\u00f6nnen in vielen Teilen Deutschlands besucht werden. Informationen finden sich auf der Homepage von Bureau Baubotanik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konstruieren, einpflanzen, abst\u00fctzen, gie\u00dfen, schneiden, gie\u00dfen, nachschneiden, wachsen lassen. So \u00e4hnlich kann man sich das Bauen mit lebenden Pflanzen in vereinfachter Form vorstellen. Die Praxis des Bauens mit Pflanzen existiert schon seit Jahrhunderten. Das Volk der Khasi in Nordindien beispielsweise baut lebende Br\u00fccken aus den Wurzeln von Gummib\u00e4umen. 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