{"id":36487,"date":"2016-08-09T07:01:16","date_gmt":"2016-08-09T05:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmedizin-gesundheit%2Fwundauflagen-aus-bakteriellem-alginat.html"},"modified":"2016-08-08T10:57:08","modified_gmt":"2016-08-08T08:57:08","slug":"wundauflagen-aus-bakteriellem-alginat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wundauflagen-aus-bakteriellem-alginat\/","title":{"rendered":"Wundauflagen aus bakteriellem Alginat"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts \u201eAlBioTex\u201c haben Forscher der Hohenstein Institute, der B.R.A.I.N AG und der Kelheim Fibres GmbH die Entwicklung von Wundauflagen aus bakteriellem Alginat erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Vorhabens (F\u00f6rderkennzeichen 031A126 im BMBF-Programm BioIndustrie 2021) war es, einen biotechnologischen Prozess zur Herstellung von Alginat zu entwickeln und dieses zu faserbasierten Produkten f\u00fcr Wundauflagen zu verarbeiten. Das Bodenbakterium <em>Azotobacter vinelandii<\/em> diente dabei als nat\u00fcrliche Alginat-Ressource. Die herk\u00f6mmliche, aufw\u00e4ndige Gewinnung des Biopolymers aus Braunalgen kann so umgangen und durch einen nachhaltigen, biotechnologischen Prozess ersetzt werden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_36502\" aria-describedby=\"caption-attachment-36502\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-36502\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Abbildung-1.jpg\" alt=\"Alginat-Viskose-Fasern, hergestellt mit bakteriellem Alginat  \u00a9 Hohenstein Institute\" width=\"250\" height=\"167\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36502\" class=\"wp-caption-text\">Alginat-Viskose-Fasern, hergestellt mit bakteriellem Alginat<br \/>\u00a9 Hohenstein Institute<\/figcaption><\/figure>\n<p>In dem Forschungsverbund waren das Hohenstein Institut f\u00fcr Textilinnovation gGmbH aus B\u00f6nnigheim (William-K\u00fcster-Institut f\u00fcr Hygiene, Umwelt und Medizin), das Bio\u00f6konomie-Unternehmen BRAIN AG aus Zwingenberg, der weltweit f\u00fchrende Hersteller von Viskose-Spezialfasern Kelheim Fibres GmbH und der Produzent hoch spezialisierter Stoffe f\u00fcr die Medizintechnik r\u00f6kona Textilwerk GmbH aus T\u00fcbingen beteiligt. Durch die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit der Forschungspartner ist es erstmals gelungen, den kompletten Produktions- und Verarbeitungsprozess von der biotechnologischen Herstellung der bakteriellen Alginate \u00fcber die Faserproduktion bis hin zur Herstellung textiler Fl\u00e4chen abzubilden.<\/p>\n<p>Alginat ist ein Biopolymer (Polysaccharid) aus den glykosidisch verkn\u00fcpften Monomeren Guluron- und Mannurons\u00e4ure. Das industrielle Anwendungsspektrum des Biopolymers wird dabei durch die Abfolge und das Verh\u00e4ltnis dieser beiden Zucker-Bausteine bestimmt. Vor allem der Einsatz in Wundverbandmaterial ist aufgrund der guten Biovertr\u00e4glichkeit des Alginats sowie seiner enormen Fl\u00fcssigkeitsaufnahmekapazit\u00e4t und seiner heilungsf\u00f6rdernden Eigenschaften sehr gefragt.<\/p>\n<p>Das aus Algen gewonnene herk\u00f6mmliche Alginat variiert aufgrund umweltbedingter Einfl\u00fcsse stark in der Zusammensetzung seiner Zucker-Bausteine. Es erfordert eine aufw\u00e4ndige Aufbereitung, um hochreines und biochemisch definiertes Alginat zu gewinnen, wie es beispielsweise f\u00fcr medizinische Anwendungen ben\u00f6tigt wird. Die biotechnologische Alginatproduktion hingegen bietet die M\u00f6glichkeit, Biopolymere mit definierten Eigenschaften und gleichbleibender Qualit\u00e4t f\u00fcr die Verwendung in Medizinprodukten zu synthetisieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36503\" aria-describedby=\"caption-attachment-36503\" style=\"width: 214px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-36503\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Abbildung-2.jpg\" alt=\"Wundauflage (Nonwoven\/Vlies) aus Alginatfasern bakterieller Quelle. Bakterielle Alginat-Vliese nehmen bis zu 70% mehr Fl\u00fcssigkeit auf als marine Alginat-Vliese.  \u00a9 Hohenstein Institute\" width=\"214\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/08\/Abbildung-2.jpg 250w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/08\/Abbildung-2-173x300.jpg 173w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36503\" class=\"wp-caption-text\">Wundauflage (Nonwoven\/Vlies) aus Alginatfasern bakterieller Quelle. Bakterielle Alginat-Vliese nehmen bis zu 70% mehr Fl\u00fcssigkeit auf als marine Alginat-Vliese.<br \/>\u00a9 Hohenstein Institute<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kultivierung des Bodenbakteriums sowie der biotechnologische Herstellungs- und Isolationsprozess bakterieller Alginate konnten im 2013 begonnenen Forschungsvorhaben etabliert, optimiert und standardisiert werden. Durch die gezielte Optimierung der Alginatbiosynthese des Bakteriums gelang es den Forschern, die Zusammensetzung und somit die Eigenschaften und die Ausbeute des Alginats zu verbessern. Dadurch konnten sie ma\u00dfgeschneiderte Alginate herstellen, die sich besonders gut zur Faserproduktion f\u00fcr den Einsatz in Medizinprodukten eignen. Auf einer Pilotanlage konnten die Forschungspartner Alginatfasern sowie Alginat-Viskose-Fasern spinnen und diese anschlie\u00dfend im Rahmen des etablierten Prozesses zu innovativen Vliesstoffen bzw. Wundauflagen verarbeiten. Bei Anwendungstests der neuartigen Wundauflagen \u00fcberzeugte das biotechnologische Alginatprodukt durch ein deutlich verbessertes Fl\u00fcssigkeitsaufnahmeverm\u00f6gen im Vergleich zu kommerziell verf\u00fcgbaren marinen Alginat-Wundauflagen.<\/p>\n<p>\u201cDie im erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekt erzielten Ergebnisse bilden die Basis f\u00fcr die Integration von bakteriellem Alginat in die industrielle Produktion\u201d, stellt Dr. Guido Meurer, Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung der BRAIN AG fest. \u201cEin weiteres Ziel f\u00fcr die Zukunft ist es nun zudem, f\u00fcr das bakterielle Alginat weitere Anwendungsfelder zu definieren und somit neue Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr ma\u00dfgeschneiderte \u201eSpezial-Alginate\u201c zu erschlie\u00dfen\u201d, erg\u00e4nzt Dr. Daniela Beck von Kelheim Fibres. \u201cDie Variation und Optimierung der Materialeigenschaften von Alginat waren bisher nicht, oder nur unter sehr gro\u00dfem Aufwand m\u00f6glich. Dank des Einsatzes der Biotechnologie steht dem differenzierten Einsatz von Alginat im textilen Spezialit\u00e4tenbereich nun nichts mehr im Wege\u201d, freut sich Prof. Dirk H\u00f6fer von den Hohenstein Instituten.<\/p>\n<p>An Alginat-Produkten aus biotechnologischer Produktion interessierte Industrieunternehmen sind eingeladen, an den Erfolgen der Forschungskooperation zu partizipieren. Eine Reihe m\u00f6glicher Anwendungsfelder steht f\u00fcr eine Lizenzierung der Technologie zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts \u201eAlBioTex\u201c haben Forscher der Hohenstein Institute, der B.R.A.I.N AG und der Kelheim Fibres GmbH die Entwicklung von Wundauflagen aus bakteriellem Alginat erfolgreich abgeschlossen. 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