{"id":36323,"date":"2016-08-01T07:40:38","date_gmt":"2016-08-01T05:40:38","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36323"},"modified":"2016-07-28T11:53:36","modified_gmt":"2016-07-28T09:53:36","slug":"neue-biomaterialien-aus-proteinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-biomaterialien-aus-proteinen\/","title":{"rendered":"Neue Biomaterialien aus Proteinen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Biomaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen bilden seit fast 25 Jahren einen Schwerpunkt am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm. Bisher lag der Fokus auf pflanzlichen Rohstoffen wie Cellulose, St\u00e4rke oder Lignin. Jetzt entwickeln die Forscher auch Biomaterialien aus Proteinen. Zwei neue Abteilungen befassen sich mit dem Thema.<\/strong><\/p>\n<h3>Frischhaltefolien, die sicher konservieren<\/h3>\n<p>\u00bbFunktionsintegrierte Polymerfilme\u00ab sind der Schwerpunkt der gleichnamigen neu gebildeten Abteilung am Fraunhofer IAP. Unter der Abteilungsleitung von Dr. Murat Tutu\u015f erweitert das Institut damit ab Juli 2016 das Forschungsspektrum des Instituts. Konservierende Frischhaltefolien f\u00fcr die Verpackung frischer Nahrungsmittel wie zum Beispiel K\u00e4se sind ein Thema, das im Fokus der Forschung steht. \u00bbWir beschichten Folien mit nat\u00fcrlichen Proteinen, die auf der Oberfl\u00e4che des Lebensmittels konservierend wirken. Der Clou ist, dass das nat\u00fcrliche Konservierungsmittel selber nicht in die Nahrung eindringt, weshalb die Nahrungsmittel naturbelassen bleiben. Ein wichtiger Aspekt in Zeiten sinkender Kundenakzeptanz f\u00fcr Konservierungsmittel\u00ab, erkl\u00e4rt Tutu\u015f. Durch die Kombination der vielseitigen Kompetenzen des Instituts m\u00f6chte das Forscherteam Produkte \u00bbkomplett aus einer Hand\u00ab entwickeln: K\u00fcnftig sollen im Fraunhofer IAP entwickelte biobasierte Folien beschichtet werden. Auch die IAP-Expertisen zu Oberfl\u00e4chentechnologien und der Biotechnologie im Haus werden genutzt. \u00bbDas Beschichtungssystem werden wir auch einsetzen, um Nachweisstreifen zu entwickeln, die die Frische von Lebensmitteln anzeigen oder mit denen die Einhaltung von K\u00fchlketten sichtbar gemacht werden kann\u00ab so Tutu\u015f. Die Entwicklung und Untersuchung von funktionalisierten Membranen sowie neuer Membranmaterialien und Folien sind weitere Schwerpunkte der Abteilung.<\/p>\n<h3>Schlachtabf\u00e4lle als Rohstoff \u2013 neue Materialien aus Keratinen<\/h3>\n<p>Die Nutzung von Keratinen aus Schlachtabf\u00e4llen steht unter anderem im Fokus der Abteilung \u00bbFunktionale Proteinsysteme\/Biotechnologie\u00ab unter der Leitung von IAP-Chef Prof. Alexander B\u00f6ker. Keratine sind Strukturproteine, die nicht nur unseren Haaren die Form verleihen. Sie kommen zum Beispiel auch in Schn\u00e4beln, Hufen, Fell oder Federn vor. \u00bbNormalerweise werden solche tierischen Reststoffe verbrannt oder zu Tierfutter verarbeitet. Wir m\u00f6chten das Keratin aus den Schlachtabf\u00e4llen nutzbar machen, indem wir daraus Materialien entwickeln. Federn eignen sich daf\u00fcr besonders, da sie zu etwa 90 Prozent aus Keratinen bestehen und eine sehr definierte Zusammensetzung haben\u00ab, erkl\u00e4rt der Biologe und Chemiker Dr. Ruben R. Rosencrantz aus B\u00f6kers Team. Keratine k\u00f6nnen beispielsweise Formaldehyd aus der Raumluft entfernen und somit als Filtermaterial bei der Sanierung formaldehydbelasteter Geb\u00e4ude eingesetzt werden. Zudem haben sie auch die Eigenschaft, Schwermetalle binden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Basis f\u00fcr einen Werkstoff, bzw. ein Material werden Keratine bisher noch nicht genutzt. Industriell wird das Strukturprotein beispielsweise in Form eines Hydrolysats als Zusatzstoff in Shampoos eingesetzt. Seit etwa einem Jahr entwickelt das Forscherteam um Prof. B\u00f6ker unter anderem Regeneratfasern aus Keratin. \u00bbUm die Materialeigenschaften zu erhalten, m\u00f6chten wir das Protein intakt lassen. Gerade erforschen wir geeignete Verfahren, um Keratin verspinnbar zu machen\u00ab, so Rosencrantz. Im institutseigenen Spinntechnikum greifen die Wissenschaftler dabei auf die umfangreichen und langj\u00e4hrigen Erfahrungen des Fraunhofer IAP im Bereich biobasierter Fasern aus Cellulose zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biomaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen bilden seit fast 25 Jahren einen Schwerpunkt am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm. Bisher lag der Fokus auf pflanzlichen Rohstoffen wie Cellulose, St\u00e4rke oder Lignin. Jetzt entwickeln die Forscher auch Biomaterialien aus Proteinen. Zwei neue Abteilungen befassen sich mit dem Thema. 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