{"id":36265,"date":"2016-07-27T07:23:46","date_gmt":"2016-07-27T05:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36265"},"modified":"2016-07-25T12:27:14","modified_gmt":"2016-07-25T10:27:14","slug":"mikroalgen-ein-rohstoff-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroalgen-ein-rohstoff-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Mikroalgen \u2013 ein Rohstoff der Zukunft?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36268\" aria-describedby=\"caption-attachment-36268\" style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-36268\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/nt_20160712_mikroalgen-300x200.jpg\" alt=\"nt_20160712_mikroalgen\" width=\"227\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/07\/nt_20160712_mikroalgen-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/07\/nt_20160712_mikroalgen.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36268\" class=\"wp-caption-text\">Das Bild zeigt einen mit dem neuartigen Biorekator erzeugten Biofilm einer Zieralge (Cosmarium pachydermum). Diese Alge bildet ein Gel, dass f\u00fcr die kosmetische Industrie in Hautpflegeprodukten Anwendung finden k\u00f6nnte.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mikroalgen haben ein enormes Potenzial in der industriellen Biotechnologie. Sie sind ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr Nahrungsmittel, Medikamente und viele andere Anwendungen. Im Vergleich zu Bakterien und Pilzen spielen sie trotzdem noch eine untergeordnete Rolle. Die wirtschaftliche Nutzung dieser Organismen scheitert bisher vor allem an zu hohen Produktionskosten durch die etablierten Verfahren. Ein Team um den Algenforscher Prof. Dr. Michael Melkonian von der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln zeigt nun in der Fachzeitschrift <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0167779916300865\" target=\"_blank\">Trends in Biotechnology<\/a> die Umsetzung einer innovativen Technologie, welche die Herstellung von Produkten aus Mikroalgen wirtschaftlich deutlich attraktiver machen k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n<p>Eine Grundlage hierzu bilden langj\u00e4hrige Forschungsarbeiten zur Entwicklung von Photobioreaktoren, die Lichtenergie durch Photosynthese in Biomasse umwandeln. Der sogenannte \u201ePorous Substrate Bioreactor\u201c (PSBR), auch als Twin-Layer System bekannt, nutzt ein neuartiges Prinzip zur Trennung von Algen und fl\u00fcssigem N\u00e4hrmedium durch eine por\u00f6se Reaktoroberfl\u00e4che, auf der die Mikroalgen in Biofilmen festgehalten werden. Das Besondere an diesem neuen Verfahren ist die dadurch bedingte, bis zu hundertfache Verringerung der im Prozess ben\u00f6tigten Fl\u00fcssigkeitsmengen gegen\u00fcber einer Kultivierung in Suspensionen nach dem Stand der Technik. Durch das PSBR-Verfahren k\u00f6nnen Energie und Ressourcen eingespart und das Portfolio an kultivierbaren Algen signifikant erweitert werden.<\/p>\n<p>Derzeitige Erfolge in der PSBR- Entwicklung und das in den letzten Jahren gestiegene Interesse an dieser Technologie k\u00f6nnten ein Umdenken im Hinblick auf die zuk\u00fcnftige Konzeption von Photobioreaktoren in der Mikroalgen-Biotechnologie signalisieren.<\/p>\n<p>Die Anwendungen von Mikroalgen sind vielf\u00e4ltig: Mikroalgen sind traditionelle Quellen von Proteinen und Kohlenhydraten, sie k\u00f6nnen aber auch zur nachhaltigen Produktion von nat\u00fcrlichen Pigmenten und Antioxidantien wie zum Beispiel Beta-Karotin und Astaxanthin eingesetzt werden. Auch mehrfach unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren, \u00fcblicherweise aus Fisch\u00f6l gewonnen, werden von Mikroalgen synthetisiert. Au\u00dferdem k\u00f6nnen aus Algen pharmazeutische Wirkstoffe wie antivirale und anticancerogene Substanzen entwickelt werden. In der Umweltbiotechnologie werden dar\u00fcber hinaus derzeit Konzepte erarbeitet, um Mikroalgen zur R\u00fcckgewinnung von Phosphor und Stickstoff aus Abw\u00e4ssern einzusetzen und \u00fcber biologischen D\u00fcnger in den N\u00e4hrstoffkreislauf zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Originalver\u00f6ffentlichung<\/h3>\n<p>Podola, B., Li, T., &amp; Melkonian, M. (2016). <strong>Porous substrate bioreactors &#8211; a paradigm shift in microalgal biotechnology?<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0167779916300865\" target=\"_blank\">Trends in Biotechnology<\/a><\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Bj\u00f6rn Podola<br \/>\nBotanisches Institut<br \/>\nDepartment f\u00fcr Biologie, Biozentrum K\u00f6ln<br \/>\nTel: +49 (0) 221 470 4155<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:bpodola@uni-koeln.de\" target=\"_blank\">bpodola@uni-koeln.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroalgen haben ein enormes Potenzial in der industriellen Biotechnologie. Sie sind ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr Nahrungsmittel, Medikamente und viele andere Anwendungen. Im Vergleich zu Bakterien und Pilzen spielen sie trotzdem noch eine untergeordnete Rolle. Die wirtschaftliche Nutzung dieser Organismen scheitert bisher vor allem an zu hohen Produktionskosten durch die etablierten Verfahren. 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