{"id":36193,"date":"2016-07-22T07:20:56","date_gmt":"2016-07-22T05:20:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36193"},"modified":"2016-07-21T12:48:33","modified_gmt":"2016-07-21T10:48:33","slug":"wald-der-zukunft-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wald-der-zukunft-in-gefahr\/","title":{"rendered":"Wald der Zukunft in Gefahr?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36194\" aria-describedby=\"caption-attachment-36194\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36194 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/honigsaugerbluete_elneuschulz_web.jpg\" alt=\"honigsaugerbluete_elneuschulz_web\" width=\"210\" height=\"154\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36194\" class=\"wp-caption-text\">Best\u00e4ubung und Samenausbreitung von Str\u00e4uchern und B\u00e4umen basieren fast ausschlie\u00dflich auf Tieren. \u00a9 Eike Lena Neuschulz<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Abholzung, Umwandlung in Ackerland und Wilderei \u2013 weltweit gibt es kaum noch ungenutzte, naturbelassene W\u00e4lder. Der Eingriff des Menschen belastet jedoch nicht nur den Wald von heute, sondern auch den von morgen. Vor allem Prozesse der Best\u00e4ubung und Samenausbreitung, die den Nachwuchs von W\u00e4ldern ma\u00dfgeblich bestimmen sind beeintr\u00e4chtigt, berichten Forschende der Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung und der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt in der ersten globalen Meta-Analyse \u00fcber Waldregeneration heute im Fachjournal \u201eScientific Reports\u201c der Nature-Gruppe. Daf\u00fcr verantwortlich machen sie den R\u00fcckgang der daran beteiligten Insekten, V\u00f6gel und S\u00e4ugetiere. Sie m\u00fcssten besser gesch\u00fctzt werden, um die Regenerationsf\u00e4higkeit des Waldes langfristig zu sichern.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Mensch in den Wald eingreift, wirkt sich das negativ auf die Best\u00e4ubung und Samenausbreitung der in diesen W\u00e4ldern vorkommenden Pflanzen aus. Damit verringert sich langfristig die M\u00f6glichkeit des Waldes, eigenst\u00e4ndig nachzuwachsen. Dieser Effekt ist sowohl in tropischen W\u00e4ldern als auch in W\u00e4ldern der gem\u00e4\u00dfigten Breiten beobachtbar. Das zeigt ein Vergleich von 408 individuell dokumentierten Studien zur Regeneration von Waldpflanzen in 34 L\u00e4ndern rund um den Globus.<\/p>\n<p>Die Forscher untersuchten, welche Prozesse des Regenerationszyklus von Pflanzen besonders von menschlicher Nutzung beeinflusst sind und verglichen dabei naturbelassene W\u00e4lder mit solchen, die durch Menschen intensiv genutzt werden. Der Regenerationszyklus von Pflanzen umfasst f\u00fcr die Pflanze positive Prozesse, wie Best\u00e4ubung, Samenausbreitung und die Etablierung der Keimlinge, als auch negative Prozesse, wie Samenraub oder Blattfrass. \u201eWir sind dabei die Ersten, die anhand einer Meta-Analyse bestehender Einzelstudien alle wichtigen \u00f6kologischen Prozesse der Waldregeneration weltweit vergleichend untersucht haben\u201c, so Dr. Eike Lena Neuschulz, Leitautorin der Studie vom Senckenberg Biodiversit\u00e4t und Klima Forschungszentrum.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36195\" aria-describedby=\"caption-attachment-36195\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36195 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/buchenkeimlinge_elneuschulz_web.jpg\" alt=\"buchenkeimlinge_elneuschulz_web\" width=\"210\" height=\"168\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36195\" class=\"wp-caption-text\">Die f\u00fcr Waldnachwuchs wichtigen Prozesse Best\u00e4ubung und Samenausbreitung sind weltweit bedroht. \u00a9 Eike Lena Neuschulz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Pflanzen profitieren insbesondere am Anfang dieses Zyklus von der Interaktion mit Tieren: Bienen best\u00e4uben Pflanzen und tragen ihr Erbgut weiter und Samen werden von V\u00f6geln gefressen und fallen mit dem Kot anderswo zu Boden, um dort zu keimen. Landnutzungswandel, Wilderei und \u00dcbernutzung der W\u00e4lder bringen jedoch die an dieser Stelle t\u00e4tigen Dienstleister \u2013\u00a0 Insekten, V\u00f6gel und S\u00e4ugetiere \u2013 in Bedr\u00e4ngnis und st\u00f6ren damit auch die Regeneration des Waldes. Allerdings zeigt die Studie, dass die Effekte menschlicher Nutzung auf die sp\u00e4teren Prozesse, wie Samenraub, Etablierung und Blattfrass, sehr variabel sind. Beispielweise wird durch Abholzung der Wald lichter und erleichtert damit die Keimung vieler Pflanzen; gleichzeitig trocknet der Boden schneller aus, was ung\u00fcnstig f\u00fcr die Etablierung der Pflanze ist.<\/p>\n<p>Als Verliererarten im Ringen um den Nachwuchs identifiziert das Team insbesondere B\u00e4ume mit gro\u00dfen Samen, deren Ausbreitung von gro\u00dfen und besonders stark bedrohten Tieren unterst\u00fctzt werden muss. \u201eUnsere Studie zeigt, dass der Mensch einen starken negativen Einfluss auf die ersten Schritte im Regenerationszyklus der W\u00e4lder hat, w\u00e4hrend der Einfluss auf die sp\u00e4teren Prozesse unterschiedlich ist\u201c, res\u00fcmiert Neuschulz und erg\u00e4nzt \u201eWir pl\u00e4dieren auf Basis unserer Ergebnisse daf\u00fcr, Tierarten besser zu sch\u00fctzen, da ihre Dienstleistung f\u00fcr die Best\u00e4ubung und Samenausbreitung von Waldpflanzen entscheidend ist. Nur so k\u00f6nnen wir die Regenerationsf\u00e4higkeit der W\u00e4lder langfristig erhalten.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Eike Lena Neuschulz<br \/>\nSenckenberg Biodiversit\u00e4t und Klima Forschungszentrum<br \/>\nTel. 069- 7542 1872<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:elneuschulz@senckenberg.de\" target=\"_blank\">elneuschulz@senckenberg.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Publikation<\/h3>\n<p><em>Neuschulz, E.L., Mueller, T., Schleuning, M. und B\u00f6hning-Gaese, K. (2016): Pollination and seed dispersal are the most threatened processes of plant regeneration, Scientific\u00a0 Reports. Doi:10.1038\/srep29839<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/articles\/srep29839\" target=\"_blank\"><em>www.nature.com\/articles\/srep29839<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber die Senckenberg Gesellschaft<\/h3>\n<p>Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu k\u00f6nnen &#8211; daf\u00fcr arbeitet die Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative \u201eGeobiodiversit\u00e4tsforschung\u201c sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, G\u00f6rlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde \u00fcber Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>2016 ist Leibniz-Jahr. Anl\u00e4sslich des 370. Geburtstags und des 300. Todestags des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (*1.7.1646 in Leipzig, \u2020 14.11.1716 in Hannover) veranstaltet die Leibniz-Gemeinschaft ein gro\u00dfes <a href=\"http:\/\/www.bestewelten.de%20\" target=\"_blank\">Themenjahr<\/a>. Unter dem Titel \u201edie beste der m\u00f6glichen Welten\u201c \u2013 einem Leibniz-Zitat \u2013 r\u00fcckt sie die Vielfalt und die Aktualit\u00e4t der Themen in den Blick, denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der bundesweit 88 Leibniz-Einrichtungen widmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abholzung, Umwandlung in Ackerland und Wilderei \u2013 weltweit gibt es kaum noch ungenutzte, naturbelassene W\u00e4lder. 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