{"id":36134,"date":"2016-07-19T07:29:44","date_gmt":"2016-07-19T05:29:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36134"},"modified":"2021-09-09T21:40:59","modified_gmt":"2021-09-09T19:40:59","slug":"technologie-fuer-nachhaltige-co2-nutzung-soll-die-europaeische-industrie-foerdern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/technologie-fuer-nachhaltige-co2-nutzung-soll-die-europaeische-industrie-foerdern\/","title":{"rendered":"Technologie f\u00fcr nachhaltige CO<sub>2<\/sub>-Nutzung soll die europ\u00e4ische Industrie f\u00f6rdern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf ihrer Abschlusskonferenz in Br\u00fcssel im Juni\u00a02016 stellten die Mitglieder des EU-gef\u00f6rderten Projekts SCOT ihre innovative Forschung der letzten drei Jahre vor. In dieser Zeit arbeiteten sie daran, Europas Entwicklungskapazit\u00e4t f\u00fcr Technologien zur innovativen Nutzung und Wiederverwertung von CO<sub>2<\/sub> auszubauen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Kohlenstoffemissionen zu senken und eine Kreislaufwirtschaft herzustellen, ist f\u00fcr Europa ein immer dringender werdendes Anliegen. Die Nutzung von Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) bietet die M\u00f6glichkeit, auf diese beiden Ziele gleichzeitig hinzuarbeiten. \u201eCO<sub>2<\/sub>-Nutzung\u201c ist ein weit gefasster Begriff, der eine Vielfalt innovativer industrieller Verfahren einschlie\u00dft, bei denen CO<sub>2<\/sub> an Emissionsquellen (und in Zukunft auch direkt aus der Luft) gesammelt und dann als Ausgangsstoff f\u00fcr andere, wertvollere Produkte genutzt wird. So wird CO<sub>2<\/sub> im Wesentlichen als Ressource genutzt, anstatt als Abfallprodukt in die Umwelt freigesetzt zu werden.<\/p>\n<h3>Neue M\u00f6glichkeiten durch CO<sub>2<\/sub>-Nutzung<\/h3>\n<p>Das Hauptziel des Projekts SCOT (Smart CO<sub>2<\/sub> Transformation) bestand darin, im Bereich der CO<sub>2<\/sub>-Nutzung einen strategischen europ\u00e4ischen Forschungs- und Innovationsplan (Strategic European Research and Innovation Agenda) auszuarbeiten. Zu diesem Zweck wurde der Forschungs- und Innovationsbedarf f\u00fcr chemische und biologische Umwandlungen auf drei Hauptgebieten bewertet: chemische Bausteine (Wege zu den ca. zwei Millionen verschiedenen Molek\u00fclen, die in der Chemieindustrie produziert werden), synthetische Kraftstoffe (z.B. f\u00fcr die Luftfahrt) und Mineralisierung (zur Herstellung harter Materialien, die im Baugewerbe oder als Basis f\u00fcr D\u00fcngemittel-Pellets eingesetzt werden k\u00f6nnten). Au\u00dferdem wurde an einem Gemeinsamen Aktionsplan (Joint Action Plan, JAP) f\u00fcr Europa gearbeitet, der strukturelle politische Ma\u00dfnahmen enth\u00e4lt, welche den \u00dcbergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesektor und zum Paradigma, CO<sub>2<\/sub> als Ressource zu nutzen, erleichtern sollen.<\/p>\n<p>Das Projektkonsortium argumentiert, dass die CO<sub>2<\/sub>-Nutzung neues Wirtschaftswachstum erm\u00f6glichen, Innovation f\u00f6rdern und Europas Wettbewerbsf\u00e4higkeit ankurbeln wird. Dar\u00fcber hinaus wird sie dazu beitragen, Europas Ziele f\u00fcr Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz zu erreichen. Die Projektmitglieder streben so letztendlich an, dass bis zum Jahr\u00a02030 eine gro\u00dfe Auswahl von Produkten und industriellen L\u00f6sungen mithilfe von Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung hergestellt werden kann. Somit besteht potentiell ein riesiger Markt f\u00fcr Produkte aus wiederverwertetem CO<sub>2<\/sub>, jedoch wurde auf der Veranstaltung vermeldet, dass es wahrscheinlich auch in Zukunft kosteng\u00fcnstiger bleiben wird, Molek\u00fcle aus fossilen Brennstoffen anstatt synthetisch herzustellen.<\/p>\n<h3>Politische Herausforderungen<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend eines Gro\u00dfteils der Konferenz wurde dar\u00fcber diskutiert, wie ein passendes politisches Umfeld f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Nutzung geschaffen werden kann. Eine der Regionen, die diese und weitere Umweltinitiativen stark unterst\u00fctzte, ist die Wallonie, eine der drei Regionen Belgiens. Daher war Jean-Claude Marcourt, Vizeministerpr\u00e4sident der Wallonischen Regierung, einer der Hauptredner der Konferenz. Er war der Ansicht, dass die im SCOT-Projekt geleistete Arbeit dazu beitragen wird, Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, Unternehmen aufzubauen, die Energieversorgung sicherzustellen und zudem auf die gesetzten Umweltschutzziele hinzuwirken. Au\u00dferdem wies er darauf hin, dass die koordinierten, gemeinschaftlichen Anstrengungen des SCOT-Projekts die Vorteile regionaler Zusammenarbeit innerhalb Europas hervorhoben und dass die Wallonie konsequent auf eine umweltfreundliche Wirtschaft des 21.\u00a0Jahrhunderts, f\u00fcr die Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung wesentlich sind, hinarbeiten werde.<\/p>\n<p>Rudolf W. Strohmeier, der stellvertretende Generaldirektor der Generaldirektion Forschung und Innovation bei der Europ\u00e4ischen Kommission, er\u00f6rterte anschlie\u00dfend die politischen und regulatorischen Herausforderungen, die noch bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen, um Technologie zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung voll in die europ\u00e4ische Industrie integrieren zu k\u00f6nnen. Er r\u00e4umte ein, dass Technologie zur Kohlenstoffabscheidung nach wie vor sehr kostenintensiv ist und dies ihre Vermarktbarkeit in Europa einschr\u00e4nkt, sodass noch kein tragf\u00e4higes Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr solche Technologie besteht. Er merkte allerdings an, dass der Einsatz von umweltfreundlich gewonnener Energie zur Umwandlung von CO<sub>2<\/sub> in Polymere die Entwicklung neuer Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00f6rdern k\u00f6nnte und dass die Nutzung von CO<sub>2<\/sub> als Rohstoff f\u00fcr chemische Produkte ein gro\u00dfer Schritt in Richtung einer Kreislaufwirtschaft anzusehen sei.<\/p>\n<p>Des Weiteren betonte Herr Strohmeier auch die Bedeutung eines unterst\u00fctzenden regulatorischen Rahmens, mit dem die Bem\u00fchungen zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung abschlie\u00dfend zum Erfolg gef\u00fchrt werden k\u00f6nnten und der sich sp\u00fcrbar sowohl auf die industriellen als auch auf die Umweltschutzziele der EU auswirken w\u00fcrde. Er argumentierte, dass die Industrie der Europ\u00e4ischen Kommission konkrete Beispiele f\u00fcr Gesch\u00e4ftsf\u00e4lle liefern m\u00fcsse, die von den aktuell geltenden Regelungen behindert werden, damit ein solcher Rahmen ausgearbeitet werden k\u00f6nne. Dies w\u00fcrde der Europ\u00e4ischen Kommission erm\u00f6glichen, die erforderlichen politischen Ma\u00dfnahmen ergreifen, um Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung m\u00f6glich zu machen.<\/p>\n<p>Die im SCOT-Projekt durchgef\u00fchrte Forschung wird wesentlich zur Umsetzung technischer und politischer L\u00f6sungen beitragen, welche die Entwicklung von Technologien zur CO<sub>2<\/sub>-Nutzung f\u00f6rdern werden. Die Projektmitglieder errichteten bereits mit Erfolg ein Netzwerk aus unterst\u00fctzenden Einrichtungen, darunter Hochschulverb\u00e4nde, Forschungszentren, industrielle Partner sowie Regionen in Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden sowie in Belgien.<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie auf:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/scotproject.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Projektwebsite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf ihrer Abschlusskonferenz in Br\u00fcssel im Juni\u00a02016 stellten die Mitglieder des EU-gef\u00f6rderten Projekts SCOT ihre innovative Forschung der letzten drei Jahre vor. In dieser Zeit arbeiteten sie daran, Europas Entwicklungskapazit\u00e4t f\u00fcr Technologien zur innovativen Nutzung und Wiederverwertung von CO2 auszubauen. 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