{"id":36046,"date":"2016-07-14T07:20:00","date_gmt":"2016-07-14T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.biotechnologie.de%2FBIO%2FNavigation%2FDE%2Froot%2Cdid%3D187698.html"},"modified":"2016-07-12T13:07:40","modified_gmt":"2016-07-12T11:07:40","slug":"110-nobelpreistraeger-werben-fuer-gruene-gentechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/110-nobelpreistraeger-werben-fuer-gruene-gentechnik\/","title":{"rendered":"110 Nobelpreistr\u00e4ger werben f\u00fcr Gr\u00fcne Gentechnik"},"content":{"rendered":"<p>Diese Stimmen haben Gewicht: Die Debatte um gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen in der Landwirtschaft hat neue Nahrung\u00a0aus Reihen der Spitzenforschung erhalten. In einem offenen Brief an die Regierungen machen sich 110 Nobelpreistr\u00e4ger, darunter\u00a0auch sechs deutsche Laureaten, f\u00fcr den Einsatz der Gr\u00fcnen Gentechnik stark.\u00a0In dem am 30. Juni ver\u00f6ffentlichten Appell erheben die Wissenschaftler\u00a0zudem schwere Vorw\u00fcrfe gegen die Umweltorganisation Greenpeace, die aus Sicht\u00a0der Wissenschaftler ma\u00dfgeblich die Einf\u00fchrung\u00a0des\u00a0Vitamin-A-Projekts \u201eGoldener Reis\u201c blockiert. Greenpeace &amp; Co. h\u00e4tten die Risiken und Vorteile verzerrt dargestellt und Feldzerst\u00f6rungen Vorschub geleistet. Das Fazit der Autoren: &#8220;Opposition auf der Basis von Emotionen und Dogmen, die durch die Datenlage widerlegt werden, muss aufh\u00f6ren&#8221;.<\/p>\n<p>Der Einsatz gentechnisch ver\u00e4nderter Pflanzen in der Landwirtschaft\u00a0ist bis heute umstritten. Gegner der Gr\u00fcnen Gentechnik wie die Umweltorganisation\u00a0Greenpeace warnen seit vielen Jahren \u00a0plakativ vor den nicht einkalkulierbaren Folgen f\u00fcr Umwelt und Mensch, w\u00e4hrend Bef\u00fcrworter, darunter mehrheitlich Forscher, Wissenschaftsakademien\u00a0und viele Kirchenvertreter darin\u00a0ein wichtiges\u00a0Werkzeug zur Bek\u00e4mpfung des Hungers in der Welt sehen. Angesichts der von der UN-Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO prognostizierten Nahrungsmittelknappheit im Zuge der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung hat sich nun eine breite Front aus hochkar\u00e4tigen Forschern gebildet, die sich f\u00fcr den Einsatz von gentechnisch ver\u00e4nderten Nahrungsmittel stark macht.\u00a0Die Organisatoren des Briefs sind der Biotech-Unternehmer Richard Roberts und Nobelpreistr\u00e4ger Philip Sharp. Auf der Website <a href=\"http:\/\/supportprecisionagriculture.org\/\" target=\"_blank\">supportprecisionagriculture.com<\/a>\u00a0wurde das Pl\u00e4doyer ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Mit Gr\u00fcner Gentechnik die Weltern\u00e4hrung sichern<\/p>\n<p>Um die Weltern\u00e4hrung zu sichern, fordern darin mittlerweile\u00a0110 Nobelpreistr\u00e4ger\u00a0verschiedener Disziplinen sowie\u00a0mehr als 2700 Wissenschaftler und B\u00fcrger in einem offenen Brief die Regierungen auf, den Anbau von Gentechnik-Pflanzen in der Landwirtschaft zu unterst\u00fctzen. Zu den Unterzeichnern des Aufrufes geh\u00f6ren auch die deutschen Medizinnobelpreistr\u00e4ger Harald zur Hausen, Erwin Neher und Christiane N\u00fcsslein-Volhard, sowie das deutsche\u00a0Chemie-Nobelisten-Trio von 1988,\u00a0Johann Deisenhofer, Robert Huber und Hartmut Michel. Bemerkenswert: Auch die \u00f6sterreichische Literaturnobelpreistr\u00e4gerin Elfriede Jelinek taucht in der Lister der Unterzeichner auf.<\/p>\n<p>Aufruf der Nobelpreistr\u00e4ger<br \/>\nZum Brief (englisch): <a href=\"http:\/\/supportprecisionagriculture.org\/nobel-laureate-gmo-letter_rjr.html\" target=\"_blank\">hier klicken<\/a><br \/>\nNach Einsch\u00e4tzung der FAO m\u00fcsse die Lebensmittelproduktion bis 2050 verdoppelt werden, um die Ern\u00e4hrung der von fast 10 Milliarden Menschen zu garantieren, hei\u00dft es in dem Brief. Aus Sicht der Unterzeichner bieten gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen die Chance, den globalen Ern\u00e4hrungsproblemen\u00a0zu begegnen. Die Autoren verweisen darauf, dass wissenschaftliche Gremien wiederholt festgestellt haben, dass die Umweltauswirkungen von biotechnologisch\u00a0ver\u00e4nderten Pflanzen nur gering und der Verzehr solcher Lebensmittel auch sicher sei. &#8220;Es hat\u00a0keinen einzigen best\u00e4tigten Fall gegeben, der auf eine negative gesundheitliche Auswirkung durch den Verzehr gentechnisch ver\u00e4nderter Lebensmittel hindeutet.&#8221;<\/p>\n<p>Greenpeace zum Umdenken aufgefordert<\/p>\n<p>Der Brief f\u00fchrt besonders das Beispiel des\u00a0vor nunmehr 20 Jahren gestarteten Projekts \u201eGoldener Reis\u201c, ein\u00a0durch\u00a0mittels biotechnischer Verfahren\u00a0ver\u00e4nderter,\u00a0besonders Vitamin-A-haltiger Reis.\u00a0Die Autoren kritisieren\u00a0vehement die Haltung der Umweltorganisation \u201eGreenpeace\u201c und weitere Anti-Gentechnik-Aktivisten. Die Umweltsch\u00fctzer h\u00e4tten wiederholt Fakten geleugnet, Risiken falsch dargestellt und sich gegen Innovationen in der Landwirtschaft gewehrt. Die\u00a0Nobelpreistr\u00e4ger fordern Greenpeace &amp; Co. auf, die\u00a0\u201eErkenntnisse von Regulierungsbeh\u00f6rden und zust\u00e4ndigen wissenschaftlicher Einrichtungen anzuerkennen\u201c und \u201eihre Kampagnen gegen gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen und insbesondere\u00a0den \u201eGoldenen Reis\u201c aufzugeben. Die Autoren sehen in der Opposition der Gr\u00fcnen Gentechnik eine Gef\u00e4hrdung der\u00a0globalen Ern\u00e4hrungssicherheit.<br \/>\nIn einer ersten Stellungnahme hat Greenpeace den Vorwurf der Wissenschaftler, die Einf\u00fchrung der gentechnisch ver\u00e4nderten Reissorte zu blockieren,\u00a0zur\u00fcckgewiesen. &#8220;Konzerne bauschen den Goldenen Reis auf, um den Weg f\u00fcr eine Zustimmung zu profitableren genetisch ver\u00e4nderten Sorten freizumachen&#8221;, erkl\u00e4rte eine Sprecherin von Greenpeace Southeast Asia dazu. Der Goldene Reis sei ein\u00a0teures Experiment, das selbst nach\u00a020 Jahren der Entwicklung\u00a0nicht marktreif sei. Zudem habe das Gentechnik-Projekt den Blick von alternativen Methoden weggelenkt. Der Miterfinder des Goldenen Reises, der Freiburger Pflanzenforscher\u00a0Peter Beyer, kann dar\u00fcber nur den Kopf sch\u00fctteln:\u00a0&#8220;Diese\u00a0Argumente sind logischer Quatsch&#8221;, sagte Beyer der S\u00fcddeutschen Zeitung. &#8220;Die Aktivisten tun alles daf\u00fcr, dass der Reis nicht einsatzbereit wird, und dann beschweren sie sich noch dar\u00fcber&#8221;.<\/p>\n<p>Werkzeug gegen Mangelern\u00e4hrung<\/p>\n<p>In den Reihen der Umweltsch\u00fctzer gibt es durchaus F\u00fcrsprecher f\u00fcr den \u201eGoldenen Reis\u201c. 2014 startet Greenpeace-Mitgr\u00fcnder Patrick Moore die Kampagne \u201eAllowGoldenRiceNow\u201c, um die ideologische\u00a0Front\u00a0der Organisation gegen die Gentechnik-Reissorte zu brechen. Bei dem\u00a0 \u201eGoldenen Reis\u201c handelt es sich um eine gentechnisch ver\u00e4nderete Pflanze mit einem hohen Anteil an Beta-Carotin (Provitamin A), was\u00a0den K\u00f6rnern\u00a0eine goldgelbe Farbe verleiht. Rund 250 Millionen Menschen leiden weltweit nach Einsch\u00e4tzung der FAO an Vitamin-A-Mangel. Die Folgen sind Erblindung und Infektionen. Vor allem Kinder in Afrika und S\u00fcdostasien sind davon betroffen und sterben daran. Nicht nur Forscher, auch hochrangige Kirchenvertreter sehen daher\u00a0im &#8220;Goldenen Reis&#8221; ein geeignetes Mittel, um Krankheit und Tod durch Mangelern\u00e4hrung zu bek\u00e4mpfen. 2009 hatte sich Vatikan f\u00fcr den Einsatz gentechnisch ver\u00e4nderter Nahrungsmittel ausgesprochen, um die Ern\u00e4hrungssicherheit der Weltbev\u00f6lkerung zu gew\u00e4hrleisten. <a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=126292.html\" target=\"_blank\">40 Experten hatten das Papier damals unterzeichnet (mehr&#8230;)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Stimmen haben Gewicht: Die Debatte um gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen in der Landwirtschaft hat neue Nahrung\u00a0aus Reihen der Spitzenforschung erhalten. In einem offenen Brief an die Regierungen machen sich 110 Nobelpreistr\u00e4ger, darunter\u00a0auch sechs deutsche Laureaten, f\u00fcr den Einsatz der Gr\u00fcnen Gentechnik stark.\u00a0In dem am 30. 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