{"id":36008,"date":"2016-07-12T07:26:20","date_gmt":"2016-07-12T05:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=36008"},"modified":"2016-07-11T14:05:27","modified_gmt":"2016-07-11T12:05:27","slug":"torfmoose-in-paludikultur-fuer-pflanzsubstrate-anbauen-nachhaltige-perspektive-fuer-degradierte-hochmoore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/torfmoose-in-paludikultur-fuer-pflanzsubstrate-anbauen-nachhaltige-perspektive-fuer-degradierte-hochmoore\/","title":{"rendered":"Torfmoose in Paludikultur f\u00fcr Pflanzsubstrate anbauen: Nachhaltige Perspektive f\u00fcr degradierte Hochmoore"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_36009\" aria-describedby=\"caption-attachment-36009\" style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-36009\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/csm_PM_2016-30_Torfmoose_622df4550f-300x225.jpg\" alt=\"csm_PM_2016-30_Torfmoose_622df4550f\" width=\"227\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/07\/csm_PM_2016-30_Torfmoose_622df4550f-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/07\/csm_PM_2016-30_Torfmoose_622df4550f.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36009\" class=\"wp-caption-text\">Versuchsfl\u00e4chen im Torfmoos-Projekt. Foto: Greifswald Moor Centrum<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In einem weltweit einmaligen Feldversuch erprobte die Universit\u00e4t Greifswald zusammen mit dem langj\u00e4hrigen Praxispartner Torfwerk Moorkultur Ramsloh\u00a0 sowie der Universit\u00e4t Rostock erfolgreich den Anbau von Torfmoosen <em>(Sphagnum)<\/em> auf wiedervern\u00e4ssten, zuvor als Gr\u00fcnland genutzten Hochmoorfl\u00e4chen. Die Torfmoose eignen sich zur Herstellung von Pflanzerde, gleichzeitig ist der Anbau mit deutlich weniger Klimagas-Emissionen verbunden als die Gr\u00fcnlandnutzung. Zudem bietet er einen Lebensraum f\u00fcr viele seltene, moortypische Tier- und Pflanzenarten.<\/strong><\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Informationen und die Abschlussberichte stehen auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/projektfoerderung\/projekte-und-ergebnisse\/projekte-bis-mai-2015\/\" target=\"_blank\">fnr.de<\/a> unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11151&amp;fkz=22022308\" target=\"_blank\">22022308<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11151&amp;fkz=22009910\" target=\"_blank\">22009910<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>In dem Projekt erprobte die Uni Greifswald den von ihr entwickelten und als Paludikultur bezeichneten Ansatz der Bewirtschaftung wiedervern\u00e4sster Hochmoore auf insgesamt ca. 4 Hektar (davon gut zwei ha Torfmoose, der Rest Fahrd\u00e4mme) im nieders\u00e4chsischen Hankhauser Moor. Im Ergebnis lie\u00df sich eine gut wachsende Torfmooskultur auf Hochmoorgr\u00fcnland nicht nur etablieren, verglichen mit nat\u00fcrlich vorkommenden Torfmoosen waren die Zuw\u00e4chse sogar beeindruckend hoch. Entscheidend hierf\u00fcr ist ein permanent hoher Wasserstand. Auf einem Teil der Fl\u00e4chen traten auch Konkurrenzpflanzen und Pilze auf. W\u00e4hrend erstere sich durch regelm\u00e4\u00dfige Mahd (alle 14 Tage bis monatlich in der Vegetationsperiode) kontrollieren lie\u00dfen, konnten die Forscher gegen die auftretenden Pilze noch kein Mittel finden.<\/p>\n<p>Die schnelle Bestandsetablierung und das gute Wachstum der Torfmoose erm\u00f6glichen die erste Ernte schon nach 3 Jahren. Ein maschinelles Verfahren daf\u00fcr wurde im Projekt kleinfl\u00e4chig erprobt, gro\u00dffl\u00e4chige Ernten wollen die Forscher in einem Folgeprojekt testen. Erst dann k\u00f6nnen sie das Verfahren mit allen Kosten und erzielbaren Erl\u00f6sen betriebswirtschaftlich bewerten.<\/p>\n<p>Positive volkswirtschaftliche und \u00f6kologische Effekte stehen hingegen schon jetzt fest: Dazu geh\u00f6ren Treibhausgaseinsparungen beim Anbau und durch den Ersatz von torfhaltigen Pflanzsubstraten, denn der Torfabbau und die Trockenlegung von Mooren sind klima- und umweltsch\u00e4dlich. Au\u00dferdem kann durch Torfmooskultivierung n\u00e4hrstoffhaltiges Wasser gefiltert werden und es entstehen Lebensr\u00e4ume f\u00fcr seltene Arten sowie eine Langzeitperspektive f\u00fcr die Moornutzung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem weltweit einmaligen Feldversuch erprobte die Universit\u00e4t Greifswald zusammen mit dem langj\u00e4hrigen Praxispartner Torfwerk Moorkultur Ramsloh\u00a0 sowie der Universit\u00e4t Rostock erfolgreich den Anbau von Torfmoosen (Sphagnum) auf wiedervern\u00e4ssten, zuvor als Gr\u00fcnland genutzten Hochmoorfl\u00e4chen. Die Torfmoose eignen sich zur Herstellung von Pflanzerde, gleichzeitig ist der Anbau mit deutlich weniger Klimagas-Emissionen verbunden als die Gr\u00fcnlandnutzung. 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