{"id":35730,"date":"2016-06-30T07:26:34","date_gmt":"2016-06-30T05:26:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=35730"},"modified":"2016-06-29T12:05:11","modified_gmt":"2016-06-29T10:05:11","slug":"helfer-auf-zeit-bioabbaubare-composites-fuer-die-medizintechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/helfer-auf-zeit-bioabbaubare-composites-fuer-die-medizintechnik\/","title":{"rendered":"Helfer auf Zeit: Bioabbaubare Composites f\u00fcr die Medizintechnik"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Bioabbaubare Polymere bauen sich von selbst im K\u00f6rper ab und machen zus\u00e4tzliche Operation \u00fcberfl\u00fcssig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Wachstumsstarker Markt der Medizintechnik im Blick<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Evonik forscht an bioabbaubaren Composite-Materialien, die k\u00fcnftig Implantate aus Metall bei Knochenbr\u00fcchen ersetzen k\u00f6nnen. Die Implantate dienen der Fixierung der Knochen bis zur Heilung des Bruchs. W\u00e4hrend Implantate aus Metall normalerweise im K\u00f6rper verbleiben oder in einer weiteren Operation entfernt werden m\u00fcssen, arbeiten die neuen Composite-Materialien von Evonik als Helfer auf Zeit. Sie bestehen aus Polymeren, die der K\u00f6rper selbst abbauen kann, und Substanzen, die nat\u00fcrlicherweise im Knochen vorkommen.<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn die Forscher von Evonik mit ihren Arbeiten an den bioabbaubaren Composites noch ganz am Anfang stehen, die Vorteile f\u00fcr den Patienten sind klar: keine weitere Operation zur Entfernung des Implantats und eine nat\u00fcrliche Regeneration der Knochen.<\/p>\n<p>Das Projekt ist eines der Forschungsvorhaben des Projekthauses Medical Devices in Birmingham (Alabama, USA). Dort arbeiten \u00fcber 20 Evonik-Forscher derzeit an Materialien und L\u00f6sungen f\u00fcr die Medizintechnik. Ziel sind vor allem Anwendungen in der Implantattechnologie. Die Vision der Forscher formuliert Dr. Andreas Karau, Leiter des Projekthauses: &#8220;Langfristig haben wir die regenerative Medizin im Blick: Wir wollen Bioimplantate schaffen, um gesch\u00e4digtes Gewebe im K\u00f6rper durch gesundes ersetzen zu k\u00f6nnen. Unsere aktuellen Arbeiten an den bioabbaubaren Composites sind hierf\u00fcr ein erster Schritt.&#8221;<\/p>\n<p>In der Medizintechnik werden leistungsf\u00e4higere bioabbaubare Materialien gebraucht. Alleine der Bedarf f\u00fcr Implantate zur Stabilisierung von Knochen nach Br\u00fcchen ist gro\u00df: Osteoporose verursacht weltweit jedes Jahr mehr als 8,9 Millionen Knochenbr\u00fcche. Weltweit hat der Markt f\u00fcr Medizintechnik ein Volumen von 300 Milliarden \u20ac und w\u00e4chst j\u00e4hrlich um rund 6 Prozent. Die USA haben mit 40 Prozent den weitaus gr\u00f6\u00dften Marktanteil, und US-amerikanische Firmen sind vor allem im Bereich Implantat-technologie f\u00fchrend. Weitere wichtige Medizintechnikm\u00e4rkte sind Europa und Japan.<\/p>\n<p>&#8220;Durch unsere f\u00fchrende Position im Bereich der Polymere auf Polymilchs\u00e4urebasis haben wir eine exzellente Ausgangsposition, geeignete Materialien und L\u00f6sungen f\u00fcr eine regenerative Medizin zu entwickeln&#8221;, sagt Karau. Die Polymere werden im K\u00f6rper komplett zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Die Abbauzeit l\u00e4sst sich durch Zusammensetzung, Kettenl\u00e4nge und Kristallisationsgrad des Polymers gezielt steuern. Sie kann zwischen wenigen Wochen und etlichen Monaten betragen \u2013 Zeit genug f\u00fcr Knochen oder andere Gewebe, sich zu regenerieren.<\/p>\n<p>Medizinproduktehersteller verwenden die Polymere, die Evonik im Gesch\u00e4ftsgebiet Health Care unter dem Namen RESOMER\u00ae vermarktet, heute bereits zur Produktion von bioabbaubaren Schrauben, Stiften und kleinen Platten. Damit werden vor allem gerissene B\u00e4nder im Knie- oder Schultergelenk fixiert und vereinzelt auch Br\u00fcche kleinerer Knochen in Fingern oder im Gesichtssch\u00e4del versorgt.<\/p>\n<p>&#8220;F\u00fcr die Anwendung bei gro\u00dfen, tragenden Knochen fehlt es den derzeit verf\u00fcgbaren Materialien allerdings noch an Festigkeit&#8221;, erkl\u00e4rt Karau. Die Forscher im Projekthaus Medical Devices besch\u00e4ftigen sich deshalb mit Composite-Materialien, bei denen die bioabbaubaren Polymere durch anorganische Substanzen wie zum Beispiel Derivate von Calciumphosphat verst\u00e4rkt werden. Diese sollen die Materialien nicht nur h\u00e4rter machen, sondern auch ihre Biokompatibilit\u00e4t verbessern. &#8220;Calcium und Phosphat k\u00f6nnen beim allm\u00e4hlichen Abbau des Polymers zur Bildung von Knochenmaterial verwendet werden&#8221;, beschreibt Karau die Idee.<\/p>\n<p>Doch die \u00dcberlegungen der Forscher gehen noch weiter: Auf der Basis geeigneter Materialien w\u00e4re es sogar m\u00f6glich, patientenspezifische Implantate, das hei\u00dft ma\u00dfgeschneiderte Knochenst\u00fccke, im 3D-Druck herzustellen. Die Evonik- Wissenschaftler in Birmingham haben sich vorgenommen, die bioabbaubaren Polymere f\u00fcr derartige Verfahren tauglich zu machen.<\/p>\n<p>&#8220;Langfristig denken wir auch daran, Polymermatrizes zu schaffen, die mit lebenden Zellen besiedelt werden k\u00f6nnen, also echte biologische Implantate&#8221;, so Karau. Damit lie\u00dfen sich dann etwa Knorpelgewebe erneuern oder gesch\u00e4digte Herzmuskelzellen durch gesunde ersetzen. Aber vorher muss vor allem die Biokompatibilit\u00e4t der Materialien verbessert werden.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler in Birmingham, die zur Creavis, der strategischen Innovationseinheit von Evonik, geh\u00f6ren, arbeiten eng mit den Polymer-Spezialisten aus den Gesch\u00e4ftsgebieten Health Care und High Performance Polymers zusammen. Im Fokus des Projekthausteams stehen neben bioabbaubaren Materialien auch biokompatible Kunststoffe der Produktlinie VESTAKEEP\u00ae Implant. Zum aktuellen Evonik-Portfolio f\u00fcr die Medizintechnologie geh\u00f6rt neben den erw\u00e4hnten Materialien auf Basis von RESOMER\u00ae und VESTAKEEP\u00ae Implant noch VESTAMID\u00ae Care, eine Polyamid-Formmasse, die unter anderem als Kathetermaterial eingesetzt wird.<\/p>\n<p>In Projekth\u00e4usern bearbeitet die Creavis in der Regel drei Jahre lang jeweils ein Themenfeld gemeinsam mit mehreren Gesch\u00e4ftsgebieten. Nach Ablauf der Zeit kehren die Forscher in ihre Gesch\u00e4ftsgebiete zur\u00fcck. Die in den Projekth\u00e4usern entwickelten Produkte und Technologien werden typischerweise durch ein Gesch\u00e4ftsgebiet vermarktet. Evonik hat seit dem Jahr 2000 insgesamt elf Projekth\u00e4user ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Evonik<\/h3>\n<p>Evonik, der kreative Industriekonzern aus Deutschland, ist eines der weltweit<br \/>\nf\u00fchrenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine<br \/>\nnachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der<br \/>\nUnternehmensstrategie. Die Aktivit\u00e4ten des Konzerns sind auf die wichtigen<br \/>\nMegatrends Gesundheit, Ern\u00e4hrung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung<br \/>\nkonzentriert. Evonik profitiert besonders von seiner Innovationskraft und seinen<br \/>\nintegrierten Technologieplattformen.<\/p>\n<p>Evonik ist in mehr als 100 L\u00e4ndern der Welt aktiv. Mehr als 33.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Gesch\u00e4ftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 13,5 Milliarden \u20ac und ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von rund 2,47 M<\/p>\n<h3>\u00dcber Nutrition &amp; Care<\/h3>\n<p>Das Segment Nutrition &amp; Care wird von der Evonik Nutrition &amp; Care GmbH gef\u00fchrt<br \/>\nund tr\u00e4gt dazu bei, Grundbed\u00fcrfnisse des Menschen zu erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6ren<br \/>\nAnwendungen in Konsumg\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs ebenso wie in der<br \/>\nTierern\u00e4hrung und im Bereich Gesundheit. Das Segment erwirtschaftete im<br \/>\nGesch\u00e4ftsjahr 2015 mit rund 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 4,9<br \/>\nMilliarden \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bioabbaubare Polymere bauen sich von selbst im K\u00f6rper ab und machen zus\u00e4tzliche Operation \u00fcberfl\u00fcssig Wachstumsstarker Markt der Medizintechnik im Blick Evonik forscht an bioabbaubaren Composite-Materialien, die k\u00fcnftig Implantate aus Metall bei Knochenbr\u00fcchen ersetzen k\u00f6nnen. Die Implantate dienen der Fixierung der Knochen bis zur Heilung des Bruchs. 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