{"id":35514,"date":"2016-06-21T07:29:17","date_gmt":"2016-06-21T05:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=35514"},"modified":"2021-09-09T21:41:15","modified_gmt":"2021-09-09T19:41:15","slug":"premiere-fuer-neuen-rohstoff-covestro-startet-industrielle-kunststoff-herstellung-mit-co2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/premiere-fuer-neuen-rohstoff-covestro-startet-industrielle-kunststoff-herstellung-mit-co2\/","title":{"rendered":"Premiere f\u00fcr neuen Rohstoff: Covestro startet industrielle Kunststoff-Herstellung mit CO<sub>2<\/sub>"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_35511\" aria-describedby=\"caption-attachment-35511\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35511 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/0.jpg\" alt=\"Reaktor der neuen CO2-Polyol-Anlage\" width=\"240\" height=\"158\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35511\" class=\"wp-caption-text\">Kohlendioxid als neuer Rohstoff: In dieser Produktionsanlage in Dormagen baut Covestro jetzt 20 Prozent CO2 in eine wichtige Schaumstoff-Komponente ein.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kohlendioxid statt Erd\u00f6l \u2013 Covestro nutzt jetzt erstmals in industriellem Ma\u00dfstab 2 in der Kunststoff-Herstellung. Das Unternehmen er\u00f6ffnete am Freitag an seinem Standort Dormagen bei K\u00f6ln eine Anlage zur Produktion einer neuartigen Schaumstoff-Komponente mit 20 Prozent CO<sub>2<\/sub>-Anteil. In entsprechender Menge wird der traditionelle Rohstoff aus Erd\u00f6l eingespart \u2013 ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, in dem Covestro erhebliches Potenzial sieht.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMan muss und wird CO<sub>2<\/sub> mit anderen Augen wahrnehmen: Seine Verwendung als alternative Kohlenstoffquelle ist die Antwort auf gro\u00dfe Herausforderungen unserer Zeit \u2013 Ersatz zu finden f\u00fcr die begrenzten fossilen Ressourcen wie \u00d6l und Gas und Stoffkreisl\u00e4ufe zu schlie\u00dfen. Mit unserem innovativen Verfahren und dem Startschuss in Dormagen sehen wir uns als Vorreiter in dieser Richtung, getreu unserer Vision \u201aTo make the world a brighter place\u2018 \u2013 die Welt lebenswerter machen\u201c, sagte Covestro-Vorstandsvorsitzender Patrick Thomas bei der Er\u00f6ffnung vor \u00fcber 150 G\u00e4sten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.<\/p>\n<h3>Langfristige Perspektive<\/h3>\n<p>\u201eAuf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft ist die stoffliche Nutzung von Kohlendioxid ein wichtiger Schritt. Die Bundesregierung f\u00f6rdert die Nutzung von CO<sub>2<\/sub> als Rohstoff, um die Rohstoffbasis der chemischen Industrie zu verbreitern und um neue Wege der Nachhaltigkeit zu er\u00f6ffnen\u201c, betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatsekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung. Dieses hatte auch die CO<sub>2<\/sub>-Technologie von Covestro in der Forschungs- und Entwicklungsphase finanziell unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Professor Dr. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen University, f\u00fcgte hinzu: \u201eDas reaktionstr\u00e4ge Molek\u00fcl Kohlendioxid in effizienter Weise chemisch zu nutzen, ist eine wissenschaftliche und technische Herausforderung. Im Zusammenspiel von anwendungsnaher Grundlagenforschung und forschungsbasierter Industrie ist uns hier ein Durchbruch gelungen.\u201c<\/p>\n<p>Covestro-Wissenschaftler hatten Hand in Hand mit Experten des CAT Catalytic Center in Aachen \u2013 einer gemeinsam mit der RWTH betriebenen Forschungseinrichtung \u2013 den passenden Katalysator gefunden, der die chemische Reaktion mit CO<sub>2<\/sub> erst m\u00f6glich macht.<\/p>\n<h3>F\u00fcr Matratzen und Polsterm\u00f6bel<\/h3>\n<p>Mit dem Kohlenstoff aus CO<sub>2<\/sub> stellt Covestro in Dormagen jetzt eine neue Form sogenannter Polyole her. Das sind zentrale Bausteine f\u00fcr Polyurethan-Schaumstoff \u2013 ein vielseitiges Material, das weltweit in zahlreichen Industrien und Alltagsbereichen verwendet wird. Das Kohlendioxid wird chemisch fest in das Material eingebunden.<\/p>\n<p>Die neue Anlage, in die das Unternehmen rund 15 Millionen Euro investiert hat, besitzt eine Produktionskapazit\u00e4t von 5.000 Tonnen pro Jahr. Das verwendete CO<sub>2<\/sub> f\u00e4llt bei einem benachbarten Chemieunternehmen als Abfallprodukt an.<\/p>\n<p>Das neue Polyol auf CO<sub>2<\/sub>-Basis ist zun\u00e4chst f\u00fcr Polyurethan-Weichschaum und den Einsatz in Matratzen und Polsterm\u00f6beln konzipiert. Von der Qualit\u00e4t ist der Schaumstoff mindestens ebenso gut wie konventionelles Material, das komplett aus petrochemischen Rohstoffen und damit letzten Endes Erd\u00f6l hergestellt wird.<\/p>\n<h3>Umweltvertr\u00e4gliches Verfahren<\/h3>\n<p>Durch den Wegfall des \u00d6ls und der Energie, die eigentlich zu dessen Aufbereitung benutzt wird, ist das Verfahren zudem umweltvertr\u00e4glicher als herk\u00f6mmliche Produktionsprozesse. Dank des Katalysators und des Energiereichtums der verbleibenden Menge an petrochemischem Rohstoff muss au\u00dferdem keine zus\u00e4tzliche Energie von au\u00dfen zugef\u00fchrt werden, um das tr\u00e4ge CO<sub>2<\/sub> zur Reaktion zu bringen.<\/p>\n<p>Falls die neuen CO<sub>2<\/sub>-basierten Produkte den erhofften Anklang finden, kann sich Covestro vorstellen, die Produktion deutlich auszuweiten. Das Unternehmen arbeitet insgesamt daran, nicht nur Weichschaum, sondern m\u00f6glichst noch viele andere Kunststoffe mit Hilfe von Kohlendioxid herzustellen. Ziel ist, in Zukunft in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe auf Erd\u00f6l in der Kunststoffherstellung verzichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Covestro<\/h3>\n<p>Mit einem Umsatz von 12,1 Mrd. Euro im Jahr 2015 geh\u00f6rt Covestro zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Polymer-Unternehmen. Gesch\u00e4ftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer L\u00f6sungen f\u00fcr Produkte, die in vielen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-\/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und besch\u00e4ftigte Ende des ersten Quartals 2016 rund 15.700 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohlendioxid statt Erd\u00f6l \u2013 Covestro nutzt jetzt erstmals in industriellem Ma\u00dfstab 2 in der Kunststoff-Herstellung. Das Unternehmen er\u00f6ffnete am Freitag an seinem Standort Dormagen bei K\u00f6ln eine Anlage zur Produktion einer neuartigen Schaumstoff-Komponente mit 20 Prozent CO2-Anteil. 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