{"id":35157,"date":"2016-06-02T07:23:25","date_gmt":"2016-06-02T05:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmaterialwissenschaften%2Fumweltfreundlicher-autolack-aus-maisstaerke-soll-kratzer-von-selbst-reparieren.html"},"modified":"2016-06-01T11:37:52","modified_gmt":"2016-06-01T09:37:52","slug":"umweltfreundlicher-autolack-aus-maisstaerke-soll-kratzer-von-selbst-reparieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/umweltfreundlicher-autolack-aus-maisstaerke-soll-kratzer-von-selbst-reparieren\/","title":{"rendered":"Umweltfreundlicher Autolack aus Maisst\u00e4rke soll Kratzer von selbst reparieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein neuer Autolack von Saarbr\u00fccker Forschern soll Abhilfe gegen kleine Kratzer schaffen: Aus Maisst\u00e4rke gefertigt ist er in der Lage, wegen der besonderen Anordnung seiner Molek\u00fcle kleine Kratzer selbst zu reparieren. Die Vernetzung \u00fcber ringf\u00f6rmige Molek\u00fcle macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer auff\u00fcllt und diese wieder verschwinden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_35180\" aria-describedby=\"caption-attachment-35180\" style=\"width: 503px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35180\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/bild_side_ring_gel-800x593.png\" alt=\"bild_side_ring_gel-800x593\" width=\"503\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/05\/bild_side_ring_gel-800x593.png 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/05\/bild_side_ring_gel-800x593-300x222.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/05\/bild_side_ring_gel-800x593-600x445.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 503px) 100vw, 503px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35180\" class=\"wp-caption-text\">Umweltfreundliche, ringf\u00f6rmige Cyclodextrine aus Maisst\u00e4rke (grau) bilden die Grundlage des Autolackes, der Kratzer von selbst repariert. Quelle: Universit\u00e4t des Saarlandes.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Oberfl\u00e4chliche Mikrokratzer im Autolack sind harmlos, aber verschandeln die gl\u00e4nzende und makellose Oberfl\u00e4che von Luxuskarossen. Ein neuer Lack von Saarbr\u00fccker Forschern soll nun Abhilfe schaffen: Aus Maisst\u00e4rke gefertigt ist der Autolack in der Lage, wegen der besonderen Anordnung seiner Molek\u00fcle kleine Kratzer selbst zu reparieren. Die Vernetzung \u00fcber ringf\u00f6rmige Molek\u00fcle macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer auff\u00fcllt und diese wieder verschwinden. Mit finanzieller Unterst\u00fctzung des Bundes soll der umweltfreundliche, selbstheilende Lack jetzt f\u00fcr die sp\u00e4tere industrielle Anwendung untersucht werden.<\/p>\n<p>Den neuartigen Lack entwickeln Wissenschaftler der Universit\u00e4t des Saarlandes und des INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien gemeinsam. F\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre werden sie vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gef\u00f6rdert, um die industrielle Anwendung vorzubereiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die netzartige Struktur der neuen Lacke verwenden die Wissenschaftler ringf\u00f6rmige Abk\u00f6mmlinge der Maisst\u00e4rke, sogenannte Cyclodextrine. Diese f\u00e4deln sie wie Perlen auf mikroskopische Kunststofff\u00e4den auf. In den so entstehenden sogenannten Polyrotaxanen sind die Perlen auf dem Faden frei beweglich, und werden durch sperrige Stoppermolek\u00fcle am Abf\u00e4deln gehindert. \u00dcber eine chemische Reaktion werden die F\u00e4den anschlie\u00dfend \u00fcber die Perlen miteinander vernetzt. \u201eDas entstehende Netzwerk ist beweglich und elastisch wie ein Strumpf\u201c, erkl\u00e4rt Gerhard Wenz, Professor f\u00fcr Organische Makromolekulare Chemie an der Universit\u00e4t des Saarlandes. Nach einem oberfl\u00e4chlichen Lackkratzer kleidet das Material die L\u00fccke wieder aus und der Kratzer verschwindet binnen weniger Tage.<\/p>\n<p>\u201eDas Besondere an unserem Ansatz ist die gute Umweltvertr\u00e4glichkeit\u201c, betont Professor Wenz. \u201eDie Cyclodextrine sind ein Naturmaterial, welches bereits industriell aus Maisst\u00e4rke gewonnen wird. Wir wollen die chemischen Reaktionen nur in L\u00f6sungsmitteln durchf\u00fchren, die unbedenklich f\u00fcr die Gesundheit sind.\u201c Zwar sei das Grundprinzip solcher Lacke schon aus Japan bekannt \u2013 sie lie\u00dfen sich jedoch bislang nur mit teuren Ausgangsmaterialien und hochgiftigen L\u00f6sungsmitteln herstellen. \u201eUnser geplantes Herstellungsverfahren soll schlussendlich ein klimafreundliches Produkt ohne Schadstoffemissionen bereitstellen, das auch von der Kostenseite \u00fcberzeugt\u201c, f\u00fchrt Wenz weiter aus. F\u00fcr die Anwendung im gro\u00dfen Stil gen\u00fcge es nicht, kleine Mengen im Labor zu erzeugen. Vielmehr m\u00fcssen Verfahrenstechniken entwickelt werden, mit denen sich die Lacke in einer Pilotanlage im Kilogrammma\u00dfstab herstellen lassen.<\/p>\n<p>Auch das erfolgreiche Upscaling reicht nicht alleine f\u00fcr eine industrielle Anwendung aus. \u201eDie Lacke m\u00fcssen die Anforderungen der Automobilindustrie erf\u00fcllen. Dazu werden wir umfangreiche Testverfahren durchf\u00fchren\u201c, sagt Carsten Becker-Willinger, Leiter des Programmbereichs Nanomere am INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien in Saarbr\u00fccken. Neben der Entwicklung wirtschaftlicher Applikationsverfahren, wie die Spr\u00fchtechnik \u00fcber Roboter, sind umfangreiche Verkratzungs-, Klima- und Bewitterungstests geplant. Sie sollen den Beweis erbringen, dass die Lacke im Sinne der Automobilhersteller einsetzbar sind und die Kratzer auch wirklich innerhalb weniger Tage ausheilen. Bei all diesen Testreihen werden die \u00fcblichen ISO-Richtlinien der Lackindustrie ber\u00fccksichtigt. \u201eNur wenn wir diese Normrichtlinien erf\u00fcllen, ist eine industrielle Anwendung denkbar\u201c, fasst der Saarbr\u00fccker Forscher die geplanten Aktivit\u00e4ten zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergrund:<\/h3>\n<p>Das Forschungsprojekt \u201eSelbstheilende Fahrzeuglacke auf Basis von Cyclodextrin-Polyrotaxanen\u201c wird im Rahmen der F\u00f6rderma\u00dfnahme VIP+ mit insgesamt 1,1.Millionen Euro f\u00fcr drei Jahre vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rdert. Die F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eVIP+ \u2013 Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials\u201c hat sich zum Ziel gesetzt, die L\u00fccke zwischen ersten Ergebnissen aus der Grundlagenforschung und einer m\u00f6glichen Anwendung zu schlie\u00dfen. Mit VIP+ werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Vorhaben von bis zu drei Jahren mit bis zu 1,5 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>\u00dcber das INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien<\/h3>\n<p>Das INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien erforscht und entwickelt Materialien \u2013 f\u00fcr heute, morgen und \u00fcbermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler pr\u00e4gen die Arbeit am INM. Vom Molek\u00fcl bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zuk\u00fcnftig f\u00fcr industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien f\u00fcr Energieanwendungen, Neue Konzepte f\u00fcr medizinische Oberfl\u00e4chen, Neue Oberfl\u00e4chenmaterialien f\u00fcr tribologische Systeme sowie Nano-Sicherheit und Nano-Bio. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Nanokomposit-Technologie, Grenzfl\u00e4chenmaterialien und Biogrenzfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Das INM mit Sitz in Saarbr\u00fccken ist ein internationales Zentrum f\u00fcr Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt f\u00fcr Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und besch\u00e4ftigt rund 220 Mitarbeiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Autolack von Saarbr\u00fccker Forschern soll Abhilfe gegen kleine Kratzer schaffen: Aus Maisst\u00e4rke gefertigt ist er in der Lage, wegen der besonderen Anordnung seiner Molek\u00fcle kleine Kratzer selbst zu reparieren. Die Vernetzung \u00fcber ringf\u00f6rmige Molek\u00fcle macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer auff\u00fcllt und diese wieder verschwinden. 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