{"id":34350,"date":"2016-04-19T07:29:47","date_gmt":"2016-04-19T05:29:47","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=34350"},"modified":"2016-04-15T17:06:09","modified_gmt":"2016-04-15T15:06:09","slug":"ueberraschung-im-wald-baeume-tauschen-untereinander-kohlenstoff-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ueberraschung-im-wald-baeume-tauschen-untereinander-kohlenstoff-aus\/","title":{"rendered":"\u00dcberraschung im Wald: B\u00e4ume tauschen untereinander Kohlenstoff aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Waldb\u00e4ume nutzen Kohlenstoff nicht nur f\u00fcr sich \u2013 sie tauschen auch grosse Mengen davon \u00fcber ihre Wurzeln mit Nachbarb\u00e4umen aus. Diese Entdeckung machten Botaniker der Universit\u00e4t Basel, wie sie im Wissenschaftsmagazin \u00abScience\u00bb berichten. Der intensive Kohlenstoffhandel von Baum zu Baum \u2013 auch zwischen verschiedenen Arten \u2013 verl\u00e4uft \u00fcber symbiotische Pilzf\u00e4den im Boden.<\/strong><\/p>\n<p>Dass Pflanzen durch die Fotosynthese Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, ist bekannt. Der dabei entstehende Zucker wird zum Bau von Zellulose, Holzstoff (Lignin), Eiweiss und Fett verwendet, also der Grundbausteine der Pflanze. W\u00e4hrend ein Baum w\u00e4chst, wird Zucker von den Bl\u00e4ttern zu den Wachtumsstellen transportiert: zu den Zweigen, St\u00e4mmen, Wurzeln und den mit diesen verbundenen Wurzelpilzen (Mykorrhizapilze).<\/p>\n<figure id=\"attachment_34347\" aria-describedby=\"caption-attachment-34347\" style=\"width: 552px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-34347\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/HS-Fichte-kran-kabel_small.2016-04-14-10-40-05.jpg\" alt=\"HS Fichte kran kabel_small.2016-04-14-10-40-05\" width=\"552\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/04\/HS-Fichte-kran-kabel_small.2016-04-14-10-40-05.jpg 810w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/04\/HS-Fichte-kran-kabel_small.2016-04-14-10-40-05-300x226.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/04\/HS-Fichte-kran-kabel_small.2016-04-14-10-40-05-600x452.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 552px) 100vw, 552px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-34347\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstliche Signale mit markiertem Kohlendioxid: Die Kronen von Fichten werden von einem Baukran aus mit Schl\u00e4uchen begast. \u00a9 Universit\u00e4t Basel, Forschungsgruppe C. K\u00f6rner<\/figcaption><\/figure>\n<h3>B\u00e4ume mit Kohlenstoffdioxid begast<\/h3>\n<p>Dr. Tamir Kleinund Prof. Christian K\u00f6rner von der Universit\u00e4t Basel sowie , Dr. Rolf Siegwolf vom Paul-Scherrer-Institut (PSI) berichten nun, dass der Zuckertransport weiter geht als bisher angenommen. In einem Waldst\u00fcck nahe Basel nutzten sie einen Baukran und ein Netzwerk feiner Schl\u00e4uche, um die Kronen fast 120 Jahre alter, 40 Meter hoher Fichten mit Kohlendioxid zu begasen, das mit einer Markierung versehen war. Daf\u00fcr benutzten die Forscher ein Kohlendioxid, das gegen\u00fcber normaler Luft eine tiefere Konzentration des seltenen, etwas schwereren 13C-Kohlenstoffatoms aufweist.<br \/>\nW\u00e4hrend das markierte Kohlendioxid f\u00fcr die B\u00e4ume keinen Unterschied macht, konnten die Botaniker seine Spur mit einem Atom-Massen-Spektrometer im ganzen Baum verfolgen. So liess sich der durch die Photosynthese aufgenommene Kohlenstoff von den Baumwipfeln bis zu den Wurzelspitzen nachweisen. Die Forscher fanden, dass der markierte Kohlenstoff nicht nur in neuen Wurzeln der behandelten Fichtenb\u00e4ume auftaucht. Dasselbe Signal trugen auch die Wurzeln benachbarter B\u00e4ume, die nicht markiert worden waren \u2013 auch von anderen Baumarten.<\/p>\n<h3>&#8220;Wald mehr als Summe der B\u00e4ume&#8221;<\/h3>\n<p>Der einzige Weg, auf dem der Kohlenstoff von der Fichte zur Buche, F\u00f6hre oder L\u00e4rche \u2013 oder umgekehrt \u2013 gelangen konnte, war jener \u00fcber die d\u00fcnnen F\u00e4den der gemeinsamen Mykorrhizapilze. Pflanzen im Unterholz blieben v\u00f6llig unmarkiert, weil sie andere Pilzpartner haben als die B\u00e4ume. Den entdeckten wechselseitigen Transport gr\u00f6sserer Kohlenstoffmengen zwischen ausgewachsenen, nicht verwandten Baumarten in einem nat\u00fcrlichen Mischwald bezeichnet die die Gruppe als \u00absehr \u00fcberraschend\u00bb.<\/p>\n<p>Die Entdeckung stelle die Individualit\u00e4t des Baums in Bezug auf seinen Kohlenstoffhaushalt infrage, so die Botaniker weiter. Wichtig sei das Resultat der vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Studie auch, weil der in B\u00e4umen gespeicherte Kohlenstoff den bedeutendsten Bestandteil der Biosph\u00e4re darstellt. Zudem werden neue Dimensionen der Rolle der Mykorrhizapilze im Wald er\u00f6ffnet: \u00abDer Wald ist offensichtlich mehr als nur die Summe von B\u00e4umen\u00bb, kommentiert Prof. Christian K\u00f6rner das Ergebnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><em>Originalbeitrag<\/em><\/h3>\n<p><em>Tamir Klein, Rolf T. W. Siegwolf, Christian K\u00f6rner<\/em><br \/>\n<em> <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1126\/science.aad6188\" target=\"_blank\">Belowground carbon trade among tall trees in a temperate forest<\/a><\/em><br \/>\n<em> Science (2016), doi: 10.1126\/science.aad6188<\/em><\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. Christian K\u00f6rner,<br \/>\nUniversit\u00e4t Basel, Departement Umweltwissenschaften,<br \/>\nTel. +41 61 267 35 10 und\u00a0+41 61 267 35 00,<br \/>\nE-Mail <a href=\"mailto:ch.koerner@unibas.ch\" target=\"_blank\">ch.koerner@unibas.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waldb\u00e4ume nutzen Kohlenstoff nicht nur f\u00fcr sich \u2013 sie tauschen auch grosse Mengen davon \u00fcber ihre Wurzeln mit Nachbarb\u00e4umen aus. Diese Entdeckung machten Botaniker der Universit\u00e4t Basel, wie sie im Wissenschaftsmagazin \u00abScience\u00bb berichten. Der intensive Kohlenstoffhandel von Baum zu Baum \u2013 auch zwischen verschiedenen Arten \u2013 verl\u00e4uft \u00fcber symbiotische Pilzf\u00e4den im Boden. Dass Pflanzen durch [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11567],"supplier":[959,2845],"class_list":["post-34350","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-umwelt","supplier-paul-scherrer-institut-psi","supplier-universitaet-basel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34350\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34350"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=34350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}