{"id":34180,"date":"2016-04-13T07:41:44","date_gmt":"2016-04-13T05:41:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=34180"},"modified":"2016-04-07T10:12:27","modified_gmt":"2016-04-07T08:12:27","slug":"plastiktuetenverbot-staerkt-heimische-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/plastiktuetenverbot-staerkt-heimische-unternehmen\/","title":{"rendered":"Plastikt\u00fctenverbot st\u00e4rkt heimische Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Am 30. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte das franz\u00f6sische Umweltministerium einen Erlass \u00fcber die von nun an begrenzte Nutzung von Einwegplastikt\u00fcten. Eigentlich sollte diese Ma\u00dfnahme unter Artikel 75 des Energiewendegesetzes f\u00fcr gr\u00fcnes Wachstum am 1. Januar 2016 in Kraft treten. Derzeitiger Stichtag f\u00fcr die Einschr\u00e4nkungen ist der 1. Juli 2016. In ihrer Presseerkl\u00e4rung verspricht die franz\u00f6sische Regierung \u201eder Vergabe von Wegwerfplastikt\u00fcten ein Ende zu bereiten\u201c. Das ist ihr bisher nicht gelungen. Sie ordnete jedoch \u00c4nderungen bei der Materialzusammensetzung der verwendeten Plastikt\u00fcten an.<\/p>\n<p>Ab 1. Juli 2016 wird es an den franz\u00f6sischen Kassen verboten sein, Einwegplastikt\u00fcten mit einer Dicke von weniger als 50 Mikrometern (0,05 Millimetern) auszugeben. \u201ePhase zwei wird dann am 1. Januar 2017 eingeleitet. Dabei wollen wir die Nutzung dieser T\u00fcten auch andernorts im Supermarkt verbieten \u2013 also beim Abwiegen von Obst oder Gem\u00fcse sowie an der K\u00e4se-, Wurst- und Fischtheke\u201c, erkl\u00e4rt Baptiste Legay, Direktor der Abteilung f\u00fcr Abfall und Kreislaufwirtschaft im franz\u00f6sischen Umweltministerium.<\/p>\n<p>Legay m\u00f6chte Eink\u00e4ufer dazu ermutigen, Tragetaschen oder Mehrwegplastikt\u00fcten zu verwenden. Das allein wird jedoch nicht ausreichen, um die Umweltziele der Regierung umzusetzen. Daher entstand die Idee, Produzenten zur Herstellung von biologisch abbaubaren T\u00fcten zu verpflichten und der traditionellen Kunststoffmischung vermehrt Plastik pflanzlichen Ursprungs hinzuzuf\u00fcgen. So soll der Anteil biologisch abbaubarer Kunststoffe von 30 Prozent im Januar 2017 auf 60 Prozent bis 2025 erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Patriotische T\u00fcten<\/p>\n<p>Hinter den neuen Vorschriften f\u00fcr Plastikt\u00fcten steckt ein rein \u00f6kologischer Grundgedanke: Wenn man die T\u00fcten kompostierbar macht, k\u00f6nnen weniger von ihnen die Umwelt verschmutzen und ins Meer gelangen. \u201eDie neuen biobasierten T\u00fcten werden zuhause kompostierbar sein. Das bringt Frankreich auf einen guten Weg in Richtung Kreislaufwirtschaft. Was aus der Erde kommt, kehrt in die Erde zur\u00fcck\u201c, betont Christophe Xavier Doukhi de Boissoudy, Generaldirektor von Novamont Frankreich, einem Unternehmen f\u00fcr Bioprodukte.<\/p>\n<p>Hinter der Idee der Eigenkompostierung steckt jedoch noch eine weitere Agenda: Denn 90 Prozent der in Frankreich ausgegebenen Einwegplastikt\u00fcten kommen aus Asien. Durch die bald eingeschr\u00e4nkt zul\u00e4ssige Zusammensetzung des Plastiks werden die T\u00fcten bei etwa 26 Grad mit der Zersetzung beginnen. Anders gesagt: Biobasierte T\u00fcten aus Asien, die den franz\u00f6sischen Standards entsprechen, w\u00fcrden die mehrw\u00f6chige Reise in einem sonnenbeschienen Container gar nicht unbeschadet \u00fcberstehen. \u201eWir wissen einfach, dass sich unsere asiatischen Konkurrenten unheimlich aufregen werden\u201c, freut sich John Persenda, Eigner von Sph\u00e8re, dem f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Unternehmen f\u00fcr Kunststofffolie und Plastikt\u00fcten.<\/p>\n<p>Neue M\u00e4rkte<\/p>\n<p>Franz\u00f6sische und europ\u00e4ische Unternehmen hoffen, die Situation zu ihrem Vorteil nutzen zu k\u00f6nnen, indem sie ihre Produktion \u201erelokalisieren\u201c. Derzeit liegen Pl\u00e4ne f\u00fcr mehrere neuen Anlagen in Frankreich auf dem Tisch. Diese, so die Produzenten, sollen 3.000 direkte und indirekte Arbeitspl\u00e4tze schaffen.<\/p>\n<p>Biologisch abbaubare Materialien f\u00fcr Plastikt\u00fcten werden auch den Herstellern von Mais, Mehl und Kartoffelst\u00e4rke neue M\u00e4rkte er\u00f6ffnen. Das ist wichtig, da ihre Bedeutung in der Papierindustrie schwindet. Um den Rohstoff f\u00fcr kompostierbare Plastikt\u00fcten herzustellen, mischt man das Polysaccharid nach der Verarbeitung mit biologisch abbaubarem Polyester. Die Industrie wird im Jahr 12.000 Tonnen dieses Produkts verbrauchen. Das sind 0,72 Prozent der j\u00e4hrlichen Produktion f\u00fcr Nichtnahrungszwecke in Frankreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 30. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte das franz\u00f6sische Umweltministerium einen Erlass \u00fcber die von nun an begrenzte Nutzung von Einwegplastikt\u00fcten. Eigentlich sollte diese Ma\u00dfnahme unter Artikel 75 des Energiewendegesetzes f\u00fcr gr\u00fcnes Wachstum am 1. 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