{"id":33676,"date":"2016-03-18T07:37:28","date_gmt":"2016-03-18T06:37:28","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=33676"},"modified":"2016-03-17T12:31:47","modified_gmt":"2016-03-17T11:31:47","slug":"das-neue-high-der-cannabis-aktien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/das-neue-high-der-cannabis-aktien\/","title":{"rendered":"Das neue High der Cannabis-Aktien"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Aktien-Indizes, die alle Welt kennt: etwa den deutschen Dax, den britischen FTSE 100, den US-amerikanischen Dow Jones. Und dann gibt es denn MJIC, der bislang nur einer kleinen Gruppe von Experten ein Begriff ist \u2013 und Investoren gerade in einen Rausch versetzt. Binnen weniger Tage explodierte der Kurs, sprang von 160 Punkten bis auf ein Tageshoch von 271 Punkten am Montag.<\/p>\n<p>Hinter dem K\u00fcrzel MJIC steht eine ganz besondere, weil weltweit wohl einmalige Zusammenstellung von Wertpapieren: der Marijuana Index Global Composite, zu deutsch der globale Index f\u00fcr die Cannabis-Branche. Inzwischen kommt er auf einen Marktkapitalisierung von rund 6,6 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Mehrere Dutzend Unternehmen geh\u00f6ren dem MJIC an, die ihren Sitz etwa in den Vereinigten Staaten und Kanada haben. Viele von ihnen forschen an Medikamenten, die auf Marihuana basieren.<\/p>\n<p>Der Index ist eine Reaktion auf den weltweiten Cannabis-Boom, vorangetrieben vor allem in den USA. Zahlreiche Bundesstaaten wie Colorado, Oregon und Alaska haben die s\u00fc\u00dflich riechende Droge in den vergangenen Jahren legalisiert. In rund 20 weiteren haben die Beh\u00f6rden Hanf immerhin f\u00fcr medizinische Zwecke freigegeben, anderswo gibt es intensive Diskussionen.<\/p>\n<p>Inzwischen ist so eine regelrechte Industrie entstanden, aus Produzenten und Transporteuren, den Pharmafirmen und Shops, die das Rauschmittel verkaufen. In diesem Jahr soll das Gesch\u00e4ft mit dem Gras schon 17 Milliarden US-Dollar zur Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten beitragen, sch\u00e4tzt das Fachmagazin &#8220;Marijuana Business Daily&#8221;. 2020 sollen es sogar schon bis zu 44 Milliarden US-Dollar sein. &#8220;Wir werden gerade Zeuge davon, wie eine neue Branche eine massive \u00f6konomische Kraft wird&#8221;, jubelte das Blatt j\u00fcngst auf seiner Webseite.<\/p>\n<p>Es geht nicht um jugendliche Kiffer<\/p>\n<p>Die Kursexplosion des MJIC ist f\u00fcr den Wirtschaftszweig nur ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass ihre Prognose eintreffen wird. Sie gr\u00fcndet darauf, dass es l\u00e4ngst nicht mehr darum geht, ein paar jugendlichen Kiffern ein paar Gramm Stoff f\u00fcr die Wochenendsause zu verticken \u2013 sondern darum, die Pharma-Welt zu revolutionieren.<\/p>\n<p>Das zeigt sich zum Beispiel an dem Unternehmen GW Pharmaceuticals, der Ursache f\u00fcr den Wertzuwachs. Das Unternehmen gab am Montag bekannt, eine Form von Epelepsie erfolgreich mit einem Medikament behandelt zu haben, das auf Cannabis basiert. Prompt schoss die Aktie um mehr als 100 Prozent nach oben.<br \/>\nSchmerzpatienten<br \/>\nKranke sollen Cannabis auf Rezept bekommen<br \/>\nMit dem Kursanstieg des MJIC verbindet sich ein gro\u00dfer Wunsch: Der Index k\u00f6nnte wieder die 650-Punkte-Marke erreichen, den Rekordwert der vergangenen zw\u00f6lf Monate. Wie tr\u00fcgerisch diese Hoffnung sein k\u00f6nnte, zeigen andere Zahlen.<\/p>\n<p>Seit dem H\u00f6chststand war der MJIC zwischenzeitlich bis auf 150 Punkte zusammengesackt. Die Aktien einiger Unternehmen notieren immer noch tiefrot im Minus, die Papiere haben Verluste von 25, im Extremfall sogar 50 Prozent eingefahren. Der Kurssprung k\u00f6nnte also nur ein kurzes Aufb\u00e4umen sein \u2013 und der Rausch grundlegende Probleme des Marktes vernebeln.<\/p>\n<p>Der wichtigste Punkt ist: Viele Unternehmen verdienen noch kein Geld, weil sie wie GW Pharmaceutical allein an neuen Wirkstoffen forschen. Ob sie jemals Erfolg damit haben, ist v\u00f6llig unklar. Wom\u00f6glich rutschen die Firmen in ein paar Jahren in die Pleite.<\/p>\n<p>Kaum verl\u00e4ssliche Informationen<\/p>\n<p>Selbst bei Unternehmen mit ersten Erfolgen wie GW Pharmaceuticals ist nicht gewiss, ob die Gesundheitsbeh\u00f6rden das Medikament \u00fcberhaupt zulassen. Und bis es erst mal soweit kommt, k\u00f6nnen Jahre vergehen, in denen Anleger vermutlich keine Dividende erhalten.<\/p>\n<p>Eine zweite Schwierigkeit ist: &#8220;Es gibt viel zu wenige erfahrene Manager bei den oft jungen und h\u00e4ufig sehr kleinen Firmen&#8221;, sagte der Marktanalyst Michael Swartz der Online-Redaktion des US-Senders CNN. Das Problem: Mangelnde Routine kann dazu f\u00fchren, dass diese Unternehmen eher in Krisen geraten.<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine dritte Schwierigkeit. F\u00fcr die Hanf-Firmen gelten teils wesentlich laschere Transparenzpflichten als f\u00fcr gro\u00dfe Konzerne, weil die Cannabis-Unternehmen oft in wenig regulierten B\u00f6rsensegmenten registriert sind. F\u00fcr Investoren ist es deshalb viel schwieriger, an aktuelle und akkurate Informationen \u00fcber Firmen zu kommen. Anleger k\u00f6nnen ihre Entscheidungen daher nur auf einer vergleichsweise wackeligen Grundlage treffen \u2013 was wiederum die Erfolgsaussichten schm\u00e4lern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Gleichzeitig haben die Unternehmen Probleme, so schnell wie Firmen anderer Branchen an Kredite zu kommen, um ihre Expansion zu finanzieren. Denn im Gegensatz zu den Einzelstaaten ist die Droge nach dem US-Bundesrecht weiterhin verboten. Banken verweigern den Cannabis-Unternehmen deshalb teils die Zusammenarbeit, weil sie f\u00fcrchten, von Bundesbeh\u00f6rden angeklagt zu werden. Zurzeit sieht es nicht danach aus, als schaffte der US-Kongress die Regelung in naher Zukunft ab.<\/p>\n<p>Schlussendlich bleibt noch ein enormes anderes Risiko: Die Politik k\u00f6nnte die Legalisierung einfach zur\u00fcckdrehen, die Firmen verl\u00f6ren auf einen Schlag ihr gesamtes Gesch\u00e4ftsmodell \u2013 und der Wert der Aktien l\u00f6ste sich in Rauch auf. So wie das Marihuana selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Aktien-Indizes, die alle Welt kennt: etwa den deutschen Dax, den britischen FTSE 100, den US-amerikanischen Dow Jones. Und dann gibt es denn MJIC, der bislang nur einer kleinen Gruppe von Experten ein Begriff ist \u2013 und Investoren gerade in einen Rausch versetzt. 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