{"id":33600,"date":"2016-03-23T07:41:14","date_gmt":"2016-03-23T06:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F157239%2Fkohlendioxid-wird-als-rohstoff-immer-universeller.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2021-09-09T21:41:45","modified_gmt":"2021-09-09T19:41:45","slug":"bundesforschungsministerium-foerdert-weiteres-projekt-fuer-kunststoffe-mit-co2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bundesforschungsministerium-foerdert-weiteres-projekt-fuer-kunststoffe-mit-co2\/","title":{"rendered":"Bundesforschungsministerium f\u00f6rdert weiteres Projekt f\u00fcr Kunststoffe mit CO<sub>2<\/sub>"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kohlendioxid wird als neuer Rohstoff f\u00fcr die Kunststoffproduktion immer universeller. Im Projekt \u201eProduction Dreams\u201c arbeitet der Werkstoffhersteller Covestro zusammen mit der RWTH Aachen University und der Technischen Universit\u00e4t Berlin an einem weiteren Verfahren, um das Treibhausgas in industriellem Ma\u00dfstab nun auch zur umweltvertr\u00e4glichen Herstellung von Elastomeren einzusetzen. Das sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe.<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert das Vorhaben \u00fcber die n\u00e4chsten drei Jahre mit bis zu 1,5 Millionen Euro \u2013 im Rahmenprogramm \u201eForschung f\u00fcr Nachhaltigkeit (FONA\u00b3)\u201c in der Ma\u00dfnahme \u201er+Impuls \u2013Impulse f\u00fcr industrielle Ressourceneffizienz\u201c.<\/p>\n<h3>Rund ein Viertel CO<sub>2<\/sub>-Anteil<\/h3>\n<p>Elastomere basieren normalerweise komplett auf Erd\u00f6l. Bei ihrer Herstellung lassen sich nun in einem Vorprodukt rund 25 Prozent des ansonsten verwendeten \u00d6ls durch CO<sub>2<\/sub> ersetzen. Das Ergebnis sind sogenannte Polyethercarbonat-Polyurethane, die zu Elastomeren weiterverarbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einzelne Chargen des neuartigen Materials lassen sich im Labor bereits herstellen. Nun geht es darum, ein kontinuierliches Verfahren zu entwickeln, um eine wirtschaftliche Produktion im Industriema\u00dfstab zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u201eMit dem BMBF-Verbundprojekt Production Dreams verst\u00e4rken wir unsere Bem\u00fchungen, wirtschaftliche und klimaschonende Produktionsverfahren zu entwickeln, bei denen CO<sub>2<\/sub> als Baustein f\u00fcr leistungsf\u00e4hige Kunststoffe genutzt wird\u201c, sagt Projektleiter Dr. Jochen Norwig, der bei Covestro in Leverkusen in der Katalyseforschung t\u00e4tig ist.<\/p>\n<h3>Deutlich bessere \u00d6kobilanz<\/h3>\n<p>Bisherige Tests in kleinerem Ma\u00dfstab haben ergeben: Die so hergestellten Elastomere besitzen dieselbe hohe Qualit\u00e4t wie solche, die nur aus petrochemischen Rohstoffen bestehen. Gleichzeitig ist das neue Verfahren, das die Projektpartner erarbeiten und umsetzen wollen, wesentlich energieeffizienter und kommt mit weniger L\u00f6semitteln aus. Es hat daher eine deutlich bessere \u00d6kobilanz als konventionelle Prozesse. Da weniger Erd\u00f6l eingesetzt wird, werden zudem die Verarbeitungsschritte bis zu dessen Einsatz im Elastomer vermieden \u2013 das spart im gesamten Prozess wiederum CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und Energie ein.<\/p>\n<p>Durch den Einsatz von Kohlendioxid wird somit die begrenzte Ressource Erd\u00f6l geschont und gleichzeitig die Rohstoffbasis der Chemie- und Kunststoffindustrie erweitert. Zudem nimmt die Palette an Kunststoffen zu, die sich mit CO<sub>2<\/sub> herstellen lassen.<\/p>\n<p>Dank der Forschung von Covestro und Partnern l\u00e4sst sich Kohlendioxid bereits zur Produktion von weichem Polyurethan-Schaumstoff einsetzen. Noch in diesem Jahr will Covestro am Standort Dormagen eine erste Produktionsanlage in Betrieb nehmen, um als Vorprodukt ein Polyol mit rund 20 Prozent CO<sub>2<\/sub>-Anteil herzustellen. Dieses soll vorwiegend in Weichschaum-Anwendungen wie Polsterm\u00f6beln und Matratzen zum Einsatz kommen.<\/p>\n<h3>\u00dcber die RWTH Aachen University:<\/h3>\n<p>Am Projekt beteiligt sind das Institut f\u00fcr Kunststoffverarbeitung (IKV) und der Lehrstuhl f\u00fcr Technische Thermodynamik (LTT) der RWTH Aachen University. Das IKV verf\u00fcgt \u00fcber eine umfangreiche Ausstattung und Erfahrung auf dem Gebiet der Auslegung von Elastomerbauteilen, der Aufbereitung von Kautschuken sowie der Verarbeitung und Pr\u00fcfung von Elastomeren im Spritzguss und der Extrusion. Es ist akademischer Schl\u00fcsselpartner von Covestro bei der Herstellung von Elastomeren. Am LTT besch\u00e4ftigt man sich seit vielen Jahren mit der Analyse, Bewertung und Optimierung von industriellen Energie- und Produktionssystemen. Die Kompetenzen reichen von Modellierung und Optimierung von Energieversorgungssystemen bis zur Analyse komplexer Prozessketten hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen.<\/p>\n<h3>\u00dcber die Technische Universit\u00e4t Berlin:<\/h3>\n<p>Am Projekt beteiligt ist der Lehrstuhl f\u00fcr Technische Chemie und Mehrphasen-Reaktionstechnik der TU Berlin. Der Lehrstuhl arbeitet an einer Reihe von industrienahen Forschungsprojekten. Er \u00fcbernimmt die wirtschaftliche Berwertung von Produktionskonzepten bei Production Dreams.<\/p>\n<h3>\u00dcber Covestro:<\/h3>\n<p>Mit einem Umsatz von 12,1 Milliarden Euro im Jahr 2015 geh\u00f6rt Covestro zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Polymer-Unternehmen. Gesch\u00e4ftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer L\u00f6sungen f\u00fcr Produkte, die in vielen Bereichen des t\u00e4glichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-\/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und besch\u00e4ftigt per Ende 2015 rund 15.800 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohlendioxid wird als neuer Rohstoff f&uuml;r die Kunststoffproduktion immer universeller. 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