{"id":32959,"date":"2015-12-17T07:28:33","date_gmt":"2015-12-17T06:28:33","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=32959"},"modified":"2016-02-29T13:41:32","modified_gmt":"2016-02-29T12:41:32","slug":"vpb-nicht-laenger-auf-polystyrol-setzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vpb-nicht-laenger-auf-polystyrol-setzen\/","title":{"rendered":"VPB: Nicht l\u00e4nger auf Polystyrol setzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Wer heute schl\u00fcsselfertig baut und eine Putzfassade m\u00f6chte, der bekommt fast ausschlie\u00dflich Fassaden mit einem W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem aus Polystyrol. Wird Polystyrol, das mit HBCD als Brandschutzmittel versehen ist, demn\u00e4chst tats\u00e4chlich nach den Regelungen f\u00fcr gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle behandelt, dann haben Bauherren ein Problem&#8221;, konstatiert Dipl.-Ing. Thomas Penningh, Pr\u00e4sident des Verbands Privater Bauherren (VPB). &#8220;Hunderttausende Bauherren h\u00e4tten dann mit einem Federstrich Sonderm\u00fcll auf der Fassade.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahren werden Wohnh\u00e4user, speziell schl\u00fcsselfertige Objekte, mit Polystyrol ged\u00e4mmt. Der Fassadenaufbau aus d\u00fcnner Au\u00dfenwand und gleichdicker D\u00e4mmschicht gilt im Schl\u00fcsselfertigbau als alternativlos. Die Baufirmen sch\u00e4tzen das Material, es ist leicht zu handhaben und kann auch mal im Regen liegen. &#8220;Die meisten Bauherren schauen nat\u00fcrlich auf den Preis. Alternativen bekommen sie meist nicht genannt. Sie erkaufen sich Energieeffizienz und damit ja auch den Umweltschutz durch den Einsatz oft umweltbedenklicher Produkte&#8221;, res\u00fcmiert Thomas Penningh die Situation. Kritik am Material wurde vor einiger Zeit laut, weil Polystyrol schnell Feuer f\u00e4ngt. Inzwischen sind weitere Bedenken hinzugekommen, n\u00e4mlich Biozide, die dem Material zugesetzt werden, um Algen- und Schimmelpilzbildung auf den ged\u00e4mmten Hausfassaden zu verhindern.<\/p>\n<p>&#8220;Um W\u00e4rmed\u00e4mmung kommt aber niemand herum&#8221;, gibt der VPB-Pr\u00e4sident zu bedenken. &#8220;Die ab Januar geltende n\u00e4chste Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird das Problem zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfen. Wer schon im Haus wohnt, der kann nichts mehr machen, wer aber noch im Planungsstadium ist, der kann sich noch nach Alternativen umsehen.&#8221;<\/p>\n<p>Bei Fassaden kommen im Massivbau als Alternative D\u00e4mmstoffe Mineral- und Holzfaserplatten oder ged\u00e4mmte Steine infrage. Die Materialien sind auf dem Markt, haben aber, neben h\u00f6heren Kosten, auch Nachteile: Mineral- oder Holzfaserplatten erreichen nicht die gleichen D\u00e4mmwerte bei gleicher St\u00e4rke wie der Kunststoff. Sie m\u00fcssen entsprechend dicker ausfallen, was wiederum andere Zuschnitte und Befestigungen erfordert. Die ged\u00e4mmten Steine lassen sich ebenfalls nicht nach Belieben zuschneiden. Deshalb gibt es f\u00fcr Ecken und Aussparungen Sondersteine, deren Einsatz muss aber genau geplant werden. Das alles treibt die Kosten. Viele Firmen bieten es gar nicht erst an. &#8220;Und solange die Bauherren nicht nach Alternativen fragen, wird sich das auch nicht \u00e4ndern.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Wir als Verbraucherschutzverband sehen hier auch die Baustoffindustrie in der Pflicht&#8221;, konstatiert Bausachverst\u00e4ndiger Penningh. &#8220;Wir brauchen keine weiteren Neuentwicklungen auf Erd\u00f6lbasis, keine Kleber oder Sch\u00e4ume, die M\u00f6rtel ersetzen. Wir brauchen vielmehr nachhaltige Produkte, die die Umwelt schonen und sich nach Jahrzehnten wieder recyceln lassen. Die bereits vorhandenen \u00f6kologischen Materialien k\u00f6nnen dazu noch erheblich verbessert werden. Das ist ein gro\u00dfer Markt!&#8221;<\/p>\n<p>Wer jetzt sein Haus plant, der sollte sich vom unabh\u00e4ngigen Experten \u00fcber Alternativen beraten lassen. &#8220;Zumindest f\u00fcr die D\u00e4mmung des Daches sind die \u00f6kologischen Baustoffe gut geeignet. Dazu z\u00e4hlen Flachs, Hanf, Jute, Zellulose, Holzfaser oder sogar Schafwolle&#8221;, listet Thomas Penningh auf. &#8220;Allerdings sollten die Bauherren auch hier genau hinschauen, denn oft sind D\u00e4mmstoffe wie die Wolle dann wieder mit Flammschutzmitteln ausger\u00fcstet, und die schr\u00e4nken den \u00f6kologischen Wert des Produkts wieder ein. Es lohnt sich deshalb, auf Qualit\u00e4tssiegel zu achten, wie etwa natureplus oder mindestens den Blauen Engel.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wer heute schl\u00fcsselfertig baut und eine Putzfassade m\u00f6chte, der bekommt fast ausschlie\u00dflich Fassaden mit einem W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem aus Polystyrol. 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