{"id":32741,"date":"2016-03-02T07:03:08","date_gmt":"2016-03-02T06:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fverfahrenstechnologie%2Fneues-abscheideverfahren-entfernt-kohlendioxid-aus-abgasen.html"},"modified":"2021-09-09T21:42:09","modified_gmt":"2021-09-09T19:42:09","slug":"neues-abscheideverfahren-entfernt-kohlendioxid-aus-abgasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neues-abscheideverfahren-entfernt-kohlendioxid-aus-abgasen\/","title":{"rendered":"Neues Abscheideverfahren entfernt Kohlendioxid aus Abgasen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kohlendioxid ist ein n\u00fctzlicher Rohstoff f\u00fcr die Industrie \u2013 es wird beispielsweise in Glash\u00e4usern eingesetzt um das Pflanzenwachstum zu verbessern. Eigens daf\u00fcr CO<sub>2<\/sub> aus fossilen Quellen zu produzieren ist aus Klimaschutzgr\u00fcnden allerdings problematisch. Viel umweltfreundlicher w\u00e4re es, CO<sub>2<\/sub> aus den Abgasen industrieller Prozesse zu filtern, zu konzentrieren und nutzbar zu machen.<\/strong><\/p>\n<p>Im vom Klima- und Energiefonds gef\u00f6rderten Leitprojekt \u201eViennaGreenCO<sub>2<\/sub>\u201c arbeitet die TU Wien mit der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur, Shell und anderen Partner zusammen, um eine neuartige, billige und energieeffiziente Kohlendioxid-Abscheidetechnik zu entwickeln. Erste Abscheidetests in den Laboranlagen der TU Wien verliefen bereits sehr erfolgreich. Im Rahmen des Projekts \u201eViennaGreenCO<sub>2<\/sub>&#8221; soll die Abscheidetechnologie weiterentwickelt werden, am Kraftwerksstandort-Simmering von Wien Energie will man dann die Praxistauglichkeit des neuen Konzepts demonstrieren.<\/p>\n<h3>Wirbelschicht statt Fl\u00fcssigkeit<\/h3>\n<figure id=\"attachment_32756\" aria-describedby=\"caption-attachment-32756\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-32756\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Carbon_02_Wirbelschicht-300x152.jpg\" alt=\"Versuche mit der Wirbelschichtanlage an der TU Wien\" width=\"300\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/03\/Carbon_02_Wirbelschicht-300x152.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/03\/Carbon_02_Wirbelschicht-1024x518.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/03\/Carbon_02_Wirbelschicht-600x304.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2016\/03\/Carbon_02_Wirbelschicht.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32756\" class=\"wp-caption-text\">Versuche mit der Wirbelschichtanlage an der TU Wien<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eWenn man Kohlendioxid m\u00f6glichst selektiv aus Abgasen entfernen m\u00f6chte, verwendet man normalerweise w\u00e4ssrige Aminl\u00f6sungen als Waschmittel\u201c, sagt Gerhard Sch\u00f6ny (Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften, TU Wien). Die Aminw\u00e4sche hat allerdings entscheidende Nachteile. Um aus den verwendeten L\u00f6sungsmitteln das CO<sub>2<\/sub> am Ende wieder zu entfernen braucht man viel Energie.. Au\u00dferdem muss man hohe Absorber-T\u00fcrme bauen, damit das Rauchgas ausreichend lange Zeit hat, mit der Aminl\u00f6sung in Kontakt zu kommen und die gew\u00fcnschte CO<sub>2<\/sub>-Menge abzugeben. An der TU Wien entwickelt man nun allerdings ein ganz anderes Verfahren der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung.<\/p>\n<p>\u201eAuch wir arbeiten mit Aminen\u201c, erkl\u00e4rt Sch\u00f6ny. \u201eAllerdings nicht in fl\u00fcssiger Form.\u201c An der TU Wien kommt ein Wirbelschichtverfahren zum Einsatz, in dem feste Partikel mit dem Rauchgas in Kontakt gebracht werden. An der Oberfl\u00e4che der hochpor\u00f6sen Partikel werden die Amine aufgebracht, die bei der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung die entscheidende Rolle spielen. Sch\u00f6ny geht davon aus, dass die bekannten Nachteile bisheriger Abscheideverfahren mit w\u00e4ssrigen Aminl\u00f6sungen dadurch weitegehend behoben werden k\u00f6nnen. Die Verwendung von Wirbelschichtsystemen erm\u00f6glicht dar\u00fcber hinaus eine gegen\u00fcber der Aminw\u00e4sche wesentlich kompaktere Bauweise des CO<sub>2<\/sub>-Abscheidesystems.<\/p>\n<p>Der Prozess wurde im Lauf der vergangenen Jahre an der TU Wien in Kooperation mit Shell entwickelt. Entscheidend ist, dass sich das Rauchgas und der Strom aus Amin-funktionalisierten Partikeln in entgegengesetzte Richtungen bewegen. Das Rauchgas str\u00f6mt von unten nach oben und gibt dabei immer mehr CO<sub>2<\/sub> ab, die Partikel str\u00f6men von oben herab und nehmen auf ihrer Reise durch die mehrstufige Wirbelschichtkolonne immer mehr CO<sub>2<\/sub> auf. Danach werden die Partikel in eine zweite Wirbelschichtkolonne umgeleitet. Dort werden sie aufgeheizt, geben dabei das CO<sub>2<\/sub> wieder ab und k\u00f6nnen danach f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung wiederverwendet werden.<\/p>\n<p>Eine erste Versuchsanlage wurde an der TU Wien bereits gebaut, nun soll das Konzept auf vorindustriellen Ma\u00dfstab hochskaliert werden. \u201eUnsere Versuchsanlage kann pro Tag etwa f\u00fcnfzig Kilo CO<sub>2<\/sub> abscheiden, nun wollen wir eine Pilotanlage bauen, mit der man auf f\u00fcnf Tonnen pro Tag kommt\u201c, sagt Sch\u00f6ny.<\/p>\n<h3>Kohlenstoffneutrale Technik<\/h3>\n<p>Der Versuchsreaktor hat bereits bewiesen, dass das Prinzip funktioniert: Mehr als 90% des Kohlendioxids konnte damit abgeschieden werden. Eines Tages k\u00f6nnte man solche CO<sub>2<\/sub>-Abscheidereaktoren mit Biomasseverbrennungsanlagen kombinieren. Dadurch k\u00f6nnte man auf kohlenstoffneutrale Weise elektrischen Strom und CO<sub>2<\/sub> f\u00fcr die Industrie produzieren. Gemeinsam mit den Projektpartnern will die TU Wien nun in den n\u00e4chsten Jahren die letzten technischen Details kl\u00e4ren. Im Rahmen des Forschungsprojekts \u201eViennaGreenCO<sub>2<\/sub>\u201c soll eine Pilot-Anlage in Wien Simmering errichtet werden und 2018 in Betrieb gehen. Ein Teil des dort abgeschiedenen Kohlendioxids wird dann weiter aufbereitet und kommt dann versuchsweise in einem Testgew\u00e4chshaus der LGV Frischgem\u00fcse als D\u00fcngemittel zum Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohlendioxid ist ein n\u00fctzlicher Rohstoff f\u00fcr die Industrie \u2013 es wird beispielsweise in Glash\u00e4usern eingesetzt um das Pflanzenwachstum zu verbessern. Eigens daf\u00fcr CO2 aus fossilen Quellen zu produzieren ist aus Klimaschutzgr\u00fcnden allerdings problematisch. Viel umweltfreundlicher w\u00e4re es, CO2 aus den Abgasen industrieller Prozesse zu filtern, zu konzentrieren und nutzbar zu machen. 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