{"id":31715,"date":"2016-01-21T07:35:36","date_gmt":"2016-01-21T06:35:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31715"},"modified":"2016-01-20T11:19:50","modified_gmt":"2016-01-20T10:19:50","slug":"australien-hungrige-bakterien-sollen-schmutzwasser-saeubern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/australien-hungrige-bakterien-sollen-schmutzwasser-saeubern\/","title":{"rendered":"Australien: Hungrige Bakterien sollen Schmutzwasser s\u00e4ubern"},"content":{"rendered":"<p>An vielen Orten auf der Welt ist sauberes Wasser sehr knapp. Auch deshalb ist ein funktionierender Wasserkreislauf unerl\u00e4sslich, in dem schmutziges Wasser gereinigt und wieder zu sauberem Trinkwasser wird. Doch der Prozess der Wasserreinigung ist sehr aufw\u00e4ndig und teuer und verbraucht viel Energie. Zudem wird auch viel CO2 freigesetzt. Neuerungen in diesem Gebiet m\u00fcssen also Effizienz, Umweltvertr\u00e4glichkeit und einen niedrigen Energieverbrauch unter einem Dach vereinen.<\/p>\n<p>Im Forschungsmagazin <a href=\"http:\/\/phys.org\/news\/2015-06-starved-out-bacteria-aid-wastewater-treatment.html\" target=\"_blank\">Phys.org<\/a> wurde nun eine Methode vorgestellt, die alle Anforderungen erf\u00fcllen soll. Raphael Flavigny, ein Doktorand der Murdoch Universit\u00e4t im australischen Perth, hat ein Verfahren vorgestellt, das gro\u00dfe Energieeinsparungen erm\u00f6glichen soll.<\/p>\n<p>Normalerweise, erkl\u00e4rt Flavigny, muss Schmutzwasser mit gro\u00dfen Mengen an Sauerstoff versetzt werden. Dadurch werden Bakterien aktiviert, die Kohlenstoff und andere Schmutzpartikel im Wasser vertilgen. Daf\u00fcr werden gro\u00dfe Mengen Sauerstoff in den Kl\u00e4rschlamm gepumpt, quasi wie bei einem Whirlpool.<\/p>\n<p>In Flavignys neuem Verfahren werden sogenannte Polyhydroxyalkanoate (PHA) eingesetzt. PHA sind nat\u00fcrlich vorkommende wasserunl\u00f6sliche Stoffe. Sie werden von vielen Bakterien als Reservestoffe f\u00fcr Energie und Kohlenstoffe genutzt. Man k\u00f6nnte PHA also auch als die Fette der Bakterien bezeichnen. PHA sind nat\u00fcrlich abbaubar und werden schon seit einiger Zeit in der Industrie eingesetzt.<\/p>\n<p>Wie Flavigny gesteht, ist die Technik selbst nicht g\u00e4nzlich neu. Mit der Hilfe von PHA werden umweltvertr\u00e4gliche Biokunststoffe aus nat\u00fcrlicher Biomasse hergestellt. Flavigny jedoch hatte die Idee, das Verfahren auch zu anderen Zwecken zu nutzen. Biokunststoffe werden immer \u00f6fter als Alternativen zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffprodukten genutzt, die biologisch nicht abbaubar sind und gro\u00dfe Umweltsch\u00e4digungen mit sich bringen.<\/p>\n<p>Forscher setzten einige spezielle hungrige Bakterien, die gro\u00dfe Mengen PHA anh\u00e4ufen k\u00f6nnen, testweise in sauerstoffarmem Schmutzwasser ein. Dabei zeigte sich, dass die Bakterien Schmutzpartikel auch in einer sauerstoffarmen Umgebung absorbieren k\u00f6nnen. Die Verdauung der aufgenommenen Kohlenstoffs erfolgt, sobald den Bakterien wieder gen\u00fcgend Sauerstoff zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Das aufw\u00e4ndige Versetzen des Kl\u00e4rschlamms mit Sauerstoff entf\u00e4llt hierbei. Der nat\u00fcrliche Sauerstoffgehalt der Luft reicht den Bakterien aus, um die aufgenommenen und gespeicherten Stoffe dann zu verdauen. \u201eEs ist ein bisschen wie bei der Lunge \u2013 der Sauerstoff kommt in die Lunge und ger\u00e4t in Kontakt mit den Blutgef\u00e4\u00dfen des K\u00f6rpers, welcher den Sauerstoff in die Blutgef\u00e4\u00dfe transferiert.\u201c<\/p>\n<p>Die Tests wurden in den Laboren der Murdoch Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt. In einem luftdichten Testreaktor setzte man k\u00fcnstliches Schmutzwasser zwei Stunden lang den PHA aus. Danach wird etwas Luft in den Testbeh\u00e4lter gelassen, woraufhin die Bakterien ihre Arbeit verrichten k\u00f6nnen. Als Nebenprodukt erh\u00e4lt man umweltvertr\u00e4glichen Biokunststoff, der aus den herausgefilterten Kohlenstoffen besteht.<\/p>\n<p>Den Forschern geht es jedoch nicht darum, mehr Kunststoff zu produzieren. Allerdings m\u00f6chten sie die Bakterien f\u00fcr das nutzen, wozu diese in der Lage sind. Und das hei\u00dft in diesem Fall, verschmutztes Wasser zu reinigen und den daf\u00fcr n\u00f6tigen Sauerstoff bereitzustellen, ohne Luftblasen in das Kl\u00e4rwasser zu pumpen. \u201eWir betrachten unseren aktuellen Wissensstand aus einem anderen Licht, um es effizienter zu nutzen, das ist die Innovation darin.\u201c<\/p>\n<p>Flavigny erg\u00e4nzt aber, dass seine Technik nicht f\u00fcr jedes Schmutzwasser geeignet ist, zumindest nicht ohne erg\u00e4nzende Methoden. Mit der PHA-Methode lassen sich lediglich Kohlenstoffe aus dem Wasser filtern. Andere Stoffe wie Nitrate und Phosphate k\u00f6nne man so nicht aus dem Wasser bekommen. In Perth jedoch, wo das Verfahren entwickelt wurde sind viele Brauereien heimisch. Deren Abw\u00e4sser sind h\u00e4ufig mit gro\u00dfen Mengen Kohlenstoff verschmutzt, welche sich nun effizienter entfernen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An vielen Orten auf der Welt ist sauberes Wasser sehr knapp. Auch deshalb ist ein funktionierender Wasserkreislauf unerl\u00e4sslich, in dem schmutziges Wasser gereinigt und wieder zu sauberem Trinkwasser wird. Doch der Prozess der Wasserreinigung ist sehr aufw\u00e4ndig und teuer und verbraucht viel Energie. Zudem wird auch viel CO2 freigesetzt. 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