{"id":31713,"date":"2016-01-21T07:32:01","date_gmt":"2016-01-21T06:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31713"},"modified":"2016-01-20T10:51:02","modified_gmt":"2016-01-20T09:51:02","slug":"coca-cola-bis-2020-alle-flaschen-aus-zucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/coca-cola-bis-2020-alle-flaschen-aus-zucker\/","title":{"rendered":"Coca-Cola: Bis 2020 alle Flaschen aus Zucker"},"content":{"rendered":"<p>Eine gro\u00dfe Ank\u00fcndigung von Coca-Cola: Bis 2020 sollen alle PET-Flaschen komplett pflanzlich hergestellt werden. Bereits heute gibt es eine Plantbottle-Flasche, die zu 14 Prozent aus Bio-Kunststoff besteht.<\/p>\n<p>Expo 2015, Mailand. 145 L\u00e4nder pr\u00e4sentieren sich, Weltausstellung, ein Riesending. Wer Innovationen in der Schublade hat, der holt sie sp\u00e4testens jetzt heraus, um sie zu zeigen, den 20 Millionen Besuchern und vor allem den Medien. Thema ist Ern\u00e4hrung, doch es geht nicht um kulinarische Gen\u00fcsse, sondern um Gr\u00f6\u00dferes: Hunger, Produktion, Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Und dann, Anfang Juni, kommt Coca-Cola, der nach eigenen Angaben gr\u00f6\u00dfte Getr\u00e4nkehersteller der Welt mit mehr als 46 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2014. Nancy Quan, im Konzern f\u00fcr Forschung und Entwicklung zust\u00e4ndig, spricht von \u201ebahnbrechender Technologie\u201c und \u201enachhaltiger Innovation\u201c. Und pr\u00e4sentiert: eine Plastikflasche. Sie sieht aus wie jede andere, mit durchsichtigem K\u00f6rper und knallrotem Etikett. Nur ein kleines gr\u00fcnes Bl\u00e4ttchen im Recycling-Logo deutet darauf hin, dass Coca-Colas sogenannte Plantbottle etwas Besonderes ist: Sie ist nach Angaben des Konzerns die erste komplett aus Pflanzen hergestellte PET-Flasche der Welt.<\/p>\n<p>Seit 2011: Vio-Flaschen zum Teil aus Kunststoff<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Auftritt in Mailand \u2013 er zeigt, dass Coca-Cola es ernst meint mit seiner Ank\u00fcndigung: Bis 2020 will das Unternehmen alle PET-Flaschen, die auf Basis der Rohstoffe \u00d6l und Erdgas hergestellt werden, durch die pflanzliche Variante ersetzen. Bereits 2009 begann die Einf\u00fchrung der Plantbottle \u2013 zun\u00e4chst in der Schweiz bei der Mineralwassermarke Valser Silence. Seit 2011 wird die Flasche auch in Deutschland verwendet, f\u00fcr die Abf\u00fcllung des Vio-Wassers in der L\u00fcneburger Heide. In mehr als 40 L\u00e4ndern sollen seit der Einf\u00fchrung \u00fcber 35 Milliarden Plantbottle-Flaschen verkauft und so dem Konzern zufolge 315 000 Tonnen Kohlendioxid in der Produktion eingespart worden sein.<\/p>\n<p>Allerdings ist die bisherige Variante der Plantbottle nicht vollst\u00e4ndig aus Pflanzen hergestellt. Technisch ist es laut Coca-Cola in der Massenfertigung bislang nur m\u00f6glich, 14 Prozent der Flasche aus Bio- und 35 Prozent aus recyceltem Kunststoff zu fertigen. Traditionell besteht eine PET-Flasche zu einem Drittel aus Monoethylenglykol (MEG), einer industriell produzierten Chemikalie, die unter anderem auch in der Herstellung von Polyesterfasern, K\u00fchlerschutz- und Schmiermitteln verwendet wird; und zu 70 Prozent aus der aus \u00d6l gewonnenen Terephthals\u00e4ure. Sie macht bei der Plantbottle 51 Prozent aus.<\/p>\n<p>Knapp 40 Prozent der Verpackungen aus Plastik<\/p>\n<p>Das MEG in der Plantbottle wird auf der Basis von Pflanzen hergestellt. Coca-Cola verarbeitet daf\u00fcr Bio-Ethanol. \u201eZuckerrohr-basiertes Ethanol aus Brasilien ist das Einzige, welches von Meinungsf\u00fchrern weltweit f\u00fcr seine \u00f6kologische und soziale Nachhaltigkeit anerkannt ist\u201c, wirbt der Getr\u00e4nkekonzern, und weiter: \u201eEs reduziert Treibgas-Emissionen, hat kaum Einfluss auf die Artenvielfalt, wird in effizienten Verfahren angebaut und steht nicht im Wettbewerb zum Lebensmittelanbau.\u201c Durch die Verwendung von Bio-Kunststoffen sollen fossile Ressourcen und die Umwelt geschont werden.<\/p>\n<p>Bio-Kunststoffe werden immer wichtiger f\u00fcr die Industrie, das hat nicht nur Coca-Cola erkannt. Immerhin bestehen knapp 40 Prozent der 14 Millionen j\u00e4hrlich in Deutschland produzierten Verpackungen aus Plastik. Der Rohstoff Erd\u00f6l aber d\u00fcrfte langfristig deutlich teurer werden, weswegen sich die Wirtschaft schon jetzt nach Alternativen umsehen muss \u2013 und sich dabei auf Altbew\u00e4hrtes besinnt. Schlie\u00dflich begannen die ersten Firmen bereits Ende des 19. Jahrhunderts damit, thermoplastischen Kunststoff aus Zellulose zu entwickeln. Doch nach der Entdeckung der viel g\u00fcnstigeren Herstellung von Kunststoffen auf Erd\u00f6lbasis musste die einst vorherrschende pflanzliche Alternative Anfang des 20. Jahrhunderts weichen. Jetzt erleben Biopolymere ein Comeback \u2013 weil die Verbraucher wieder verst\u00e4rkt auf Umweltschutz achten.<\/p>\n<p>Doch die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Rohstoffen sorgt auch f\u00fcr Probleme. So gibt es aus Brasilien immer wieder Berichte dar\u00fcber, wie die zunehmende Zahl von Zuckerr\u00fcben-Anbaufl\u00e4chen kleine Bauern vertreibt. Mareile Timm, beim Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) f\u00fcr Klima- und Umweltschutz zust\u00e4ndig, weist auf die Produktionsbedingungen hin: \u201eOft werden f\u00fcr den Anbau gesundheitssch\u00e4dliche D\u00fcngemittel und Unmengen an Wasser eingesetzt.\u201c Auch die Bremer Umweltberatung kritisiert, dass die \u00d6kobilanz von Bio-Kunststoff nicht besser sei als die von anderem Plastik, weil der Energieaufwand zur Herstellung hoch ist.<\/p>\n<p>Coca-Cola: Anbau keine Gefahr f\u00fcr das \u00d6kosystem<\/p>\n<p>Coca-Cola betont, dass auf den Plantagen Naturd\u00fcnger eingesetzt und niemand ausgebeutet werde. Die Lebensmittelproduktion sei nicht zur\u00fcckgegangen. \u201eDer zus\u00e4tzliche Zuckerrohranbau findet mehrheitlich auf ungenutzten Agrarfl\u00e4chen statt und f\u00fchrt daher nicht zur Verdr\u00e4ngung\u201c, hei\u00dft es aus dem Konzern. Auch k\u00f6nne die Zuckerrohrproduktion \u201eSch\u00e4tzungen zufolge 30-mal h\u00f6her sein\u201c, ohne eine Gefahr f\u00fcr das \u00d6kosystem darzustellen.<\/p>\n<p>Trotzdem forsche man an Alternativen zum Zuckerrohr, n\u00e4mlich an Pflanzen, die weltweit verf\u00fcgbar sind und sich im besten Fall auch in Deutschland anbauen lassen. Mareile Timm vom BUND h\u00e4lt eine ressourcenschonendere Produktion von PET-Flaschen zwar f\u00fcr einen Schritt in die richtige Richtung. \u201eAber am Ende sind Mehrwegflaschen noch immer deutlich umweltfreundlicher als Einweg-PET-Flaschen.\u201c<\/p>\n<p>Dazu Coca-Cola-Sprecherin Ulrike Meier: \u201eAuch die Einwegflaschen werden recycelt und zu sogenanntem rPET verarbeitet.\u201c Die 2015 eingef\u00fchrte Coca-Cola Life bestehe komplett aus diesem Material. \u201eDas ist die erste Flasche bei Coca-Cola, die den Materialkreislauf schlie\u00dft\u201c, sagt Meier. Der Weg zu 100 Prozent Bio-Kunststoffflaschen ist aber noch weit: Heute liegt der Anteil der Plantbottle an den Verpackungen von Coca-Cola bei sechs Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gro\u00dfe Ank\u00fcndigung von Coca-Cola: Bis 2020 sollen alle PET-Flaschen komplett pflanzlich hergestellt werden. Bereits heute gibt es eine Plantbottle-Flasche, die zu 14 Prozent aus Bio-Kunststoff besteht. Expo 2015, Mailand. 145 L\u00e4nder pr\u00e4sentieren sich, Weltausstellung, ein Riesending. 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