{"id":31640,"date":"2016-01-20T07:20:28","date_gmt":"2016-01-20T06:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31640"},"modified":"2016-01-19T12:13:02","modified_gmt":"2016-01-19T11:13:02","slug":"gnadenfrist-fuer-die-einweg-plastiktuete-in-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gnadenfrist-fuer-die-einweg-plastiktuete-in-frankreich\/","title":{"rendered":"Gnadenfrist f\u00fcr die Einweg-Plastikt\u00fcte in Frankreich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Rahmen des Gesetzes zur Energiewende (transition \u00e9nerg\u00e9tique) setzt die franz\u00f6sische Regierung weitere umweltpolitische Ma\u00dfnahmen um. Dazu geh\u00f6rt die weitgehende Abschaffung von Einweg-Plastikt\u00fcten. In einem ersten Schritt sollten diese bereits zum 1.1.16 von den Supermarktkassen verschwinden. Durch Verz\u00f6gerungen bei der Ver\u00f6ffentlichung der entsprechenden Verordnung verschiebt sich die Frist nun bis zum 1.4.16. Im n\u00e4chsten Jahr sollen Kunststoffbeutel f\u00fcr Frischobst und Gem\u00fcse folgen.<\/strong><\/p>\n<p>Rund 17 Mrd. Plastikt\u00fcten werden nach Angaben des Umweltministeriums pro Jahr in Frankreich verwendet, davon 6,5 Mrd. Einwegt\u00fcten. Fast alle bestehen aus kaum recycelbaren d\u00fcnnen Folien. Mit einer Reihe von Verordnungen plant die Regierung in Paris in den kommenden Jahren den Umstieg auf wiederverwendbare Taschen beziehungsweise T\u00fcten aus abbaubaren Materialien. Im ersten Schritt betrifft dies ab dem 1.4.16 alle im Einzelhandel an den Kassen ausgeteilten Einwegbeutel. An ihre Stelle treten kostenpflichtige Tragetaschen aus stabileren Materialien zur mehrfachen Verwendung oder von den Kunden mitgebrachte Taschen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einige Supermarktketten die neue Politik bereits Ende 2015 umgesetzt haben, stellt die Ma\u00dfnahme insbesondere kleine Nachbarschaftsl\u00e4den und Fachgesch\u00e4fte, in denen in der Regel nur kleinere Mengen gekauft werden, vor Probleme. Denn die Alternativen aus Papier oder biologisch abbaubarem Kunststoff sind zwei- bis dreimal so teuer wie die erd\u00f6lbasierten Beutel. Im h\u00f6herpreisigen Segment, wo aufw\u00e4ndiger gefertigte Taschen ohnehin gerne als Werbetr\u00e4ger genutzt werden, ist dies weniger problematisch. Auch viele Apotheken haben bereits auf Papier oder Bioplastik umgestellt.<\/p>\n<h3>Bioplastik-Hersteller in den Startl\u00f6chern<\/h3>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt wird zum Jahresanfang 2017 erfolgen. Dann m\u00fcssen auch die heute \u00fcblichen d\u00fcnnen Kunststoffbeutel aus den L\u00e4den verschwinden, die in fast allen Superm\u00e4rkten und Frischwarengesch\u00e4ften zur Verpackung von Obst und Gem\u00fcse bereitgestellt werden. An ihre Stelle sollen kompostierbare Beutel aus Papier oder Bioplastik treten. Frankreich greift damit der europ\u00e4ischen Gesetzgebung voraus, die lediglich eine Kostenpflicht f\u00fcr Plastikt\u00fcten ab 2018 vorsieht und den Verbrauch pro Person bis 2025 auf 40 d\u00fcnnwandige Plastikt\u00fcten (Definition siehe unten) im Jahr beschr\u00e4nken will. Im Jahr 2010, f\u00fcr das die letztverf\u00fcgbaren Vergleichsdaten vorliegen, haben die Franzosen im Schnitt 79 Plastikt\u00fcten verbraucht, der EU-Durchschnitt lag bei 175 T\u00fcten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Produktion bedeutet die neue Rechtslage einen deutlichen Einschnitt. Werden bislang etwa 80% aller Plastikt\u00fcten aus Asien importiert &#8211; bei den d\u00fcnnen Beuteln f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse erreicht der Anteil 90% &#8211; so stammen Bioplastiktaschen fast vollst\u00e4ndig aus einheimischer oder europ\u00e4ischer Produktion. Hersteller wie Biotec (Sph\u00e8re), Roquette oder Limagrain warten nun vor allem auf die Details der Verordnung f\u00fcr die Obst- und Gem\u00fcsebeutel ab 2017. Branchenvertreter sehen ein Potenzial von rund 4.000 neuen Stellen im Bereich Bioplastik, zumal ab 2022 s\u00e4mtliche Kunststoffverpackungen in der gelben Tonne gesammelt werden sollen. Kritischer sehen dies die Hersteller individualisierter herk\u00f6mmlicher Plastikt\u00fcten, die im Gegensatz zu den importierten Blankot\u00fcten etwa zu H\u00e4lfte in Frankreich gefertigt werden. Die meist kleinen Unternehmen m\u00fcssten ihre Produktionstechnik entsprechend umstellen und sehen ihrerseits etwa 3.000 Stellen in Gefahr.<\/p>\n<h3>N\u00e4chstes Ziel: Einweggeschirr<\/h3>\n<p>Eine Umstellung der Produktionsanlagen sehen auch die Hersteller von Einweggeschirr auf sich zukommen. Ab 2020 sollen zun\u00e4chst Becher, Tassen und Teller durch wiederverwertbare Produkte ersetzt werden, das Besteck ist noch davon ausgenommen. Etwa 15 Hersteller produzieren in Frankreich und decken rund 80% des Bedarfs ab. Sie m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren \u00fcber alternative Materialien und Produktgestaltung nachdenken. Die Forderung nach Kompostierbarkeit und Rohstoffen biologischer Herkunft wirft hier allerdings mehr Fragen auf als bei den T\u00fcten. Entsprechend abwartend ist daher noch die Haltung der Unternehmen, solange keine konkreten Ma\u00dfgaben vorliegen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die zum 1.4.16 betroffenen Einwegt\u00fcten gilt als Definition zum einen die Dicke der verwendeten Folie (unter 50 Mikrometer) und zum anderen die Gr\u00f6\u00dfe (maximal 25 Liter Inhalt). Hierzu war noch eine Stellungnahme der Europ\u00e4ischen Kommission notwendig, die besagt, dass die Regelung den freien Warenverkehr innerhalb der EU nicht beeintr\u00e4chtigt, was dem Vernehmen nach zu der Verz\u00f6gerung beim Inkrafttreten gef\u00fchrt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Gesetzes zur Energiewende (transition \u00e9nerg\u00e9tique) setzt die franz\u00f6sische Regierung weitere umweltpolitische Ma\u00dfnahmen um. Dazu geh\u00f6rt die weitgehende Abschaffung von Einweg-Plastikt\u00fcten. In einem ersten Schritt sollten diese bereits zum 1.1.16 von den Supermarktkassen verschwinden. 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