{"id":31510,"date":"2016-01-15T07:23:59","date_gmt":"2016-01-15T06:23:59","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31510"},"modified":"2016-01-14T11:24:14","modified_gmt":"2016-01-14T10:24:14","slug":"kunststoff-cluster-rezyklateinsatz-fuer-wpc-und-rezyklieren-von-wpc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoff-cluster-rezyklateinsatz-fuer-wpc-und-rezyklieren-von-wpc\/","title":{"rendered":"Kunststoff-Cluster: Rezyklateinsatz f\u00fcr WPC und Rezyklieren von WPC"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_31512\" aria-describedby=\"caption-attachment-31512\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-31512 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/26595_s.01.jpg\" alt=\"26595_s.01\" width=\"200\" height=\"209\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-31512\" class=\"wp-caption-text\">WPC-Profile &#8211; (Bild: TCKT). <a href=\"http:\/\/plasticker.de\/news\/images\/_news\/26595_f.01.jpg\" target=\"_blank\">&#8211; Zoom &#8211;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Den Rezyklateinsatz f\u00fcr Wood Plastic Composites (WPC) sowie das Rezyklieren von WPC haben f\u00fcnf \u00f6sterreichische Unternehmen des Kunststoff-Clusters in einer eineinhalbj\u00e4hrigen Kooperation untersucht. Das Ergebnis: Richtiges Recycling von und f\u00fcr WPC biete deutliche Kostenvorteile, ohne dass die Qualit\u00e4t der aus Recyclingware hergestellten Produkte leide. Eine Voraussetzung f\u00fcr einen industriellen Einsatz seien aber ausreichend verf\u00fcgbare Rohstoffe.<\/strong><\/p>\n<h3>Projektgruppe erarbeitet vielf\u00e4ltiges Wissen<\/h3>\n<p>In verschiedenen Arbeitsgruppen haben die f\u00fcnf Unternehmen die Rezyklatstr\u00f6me f\u00fcr Kunststoffe, f\u00fcr Holz-Reststoffe und auch f\u00fcr WPC-Dielen genau betrachtet und die Qualit\u00e4ten, Mengen, Kosten und Verf\u00fcgbarkeiten ermittelt.<\/p>\n<p>WPC-Profile und WPC-Pr\u00fcfk\u00f6rper wurden in unterschiedlichen Zusammensetzungen mit wechselnden Anteilen an Rezyklaten und Neuware hergestellt und deren Eigenschaften ermittelt. Die mechanische Charakterisierung erfolgte mittels Zug-, Biege-, Schlagbiege- und Kerbschlagbiegeversuch. Die physikalischen Eigenschaften wie Dichte, Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit und Profilausbildung wurden ebenfalls ermittelt. Auch die Langzeitstabili\u00e4t mittels k\u00fcnstlicher Bewitterung im Weather-o-Meter, Wasseraufnahme und Lagerung bei unterschiedlichen Klimata oder Temperaturwechselbelastung wurde eingehend untersucht.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden in gemeinsamen Meetings analysiert und diskutiert. So gelang es, geeignete Materialqualit\u00e4ten auszuw\u00e4hlen und die Einsatzgrenzen von Rezyklaten festzulegen.<\/p>\n<h3>Konkrete Ergebnisse<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Projektpartner verf\u00fcgen nun \u00fcber eine einzigartige Material-Datenbank. Diese zeigt auf, welche Rezyklate bzw. Sekund\u00e4rrohstoffe von Holz, Polymer oder WPC, zu welchen Preisen (relativ zur Neuware) und in welchen Mengen verf\u00fcgbar sind.<\/li>\n<li>Die Teilnehmer wissen nun, wie mit geeigneten Analysemethoden der Rezyklateinfluss bestimmt werden kann. Als einfache M\u00f6glichkeit die grunds\u00e4tzliche Eignung eines Polymer-Rezyklats ohne Verarbeitung des Materials zu Pr\u00fcfk\u00f6rpern festzustellen, stellte sich beispielsweise die Ermittlung der OIT (Oxidation Induction Temperature) heraus. Liegt diese \u00fcber 210\u00b0C, ist das Material prinzipiell gebrauchsf\u00e4hig, gut stabilisierte Rezepturen weisen eine OIT um die 250\u00b0C auf.<\/li>\n<li>Beim In-House-Recycling von WPC zeigte sich, dass unabh\u00e4ngig von der Verarbeitung in Spritzguss oder Extrusion die Mechanik bei mehrfacher Verarbeitung erhalten bleibt \u2013 und dies ohne Zugabe zus\u00e4tzlicher Stabilisatoren. Einzig kam es zu einer Verdunklung des Materials, abh\u00e4ngig von Schmelzindex und Holzgehalt. Das Material kann also problemfrei und ohne merklichen Qualit\u00e4tsverlust wiederum zu neuen Produkten verarbeitet werden. Auch in der Bewitterungsstabilit\u00e4t wurden keine negativen Effekte festgestellt. Dies war auch zu erwarten gewesen, denn die UV-Stabilisatoren des urspr\u00fcnglichen Materials werden bei den \u00fcblichen Verarbeitungstemperaturen nicht abgebaut.<\/li>\n<li>Beim Post-Consumer-Recycling von verlegten Dielen (nach 4 Jahren Bewitterung) zeigten sich selbst bei 100% Rezyklatanteil noch mit der Grundrezeptur vergleichbare mechanische Eigenschaften. Einzig die OIT zeigte den Einfluss der Wiederverarbeitung bzw. der eingebrachten Verunreinigungen. Sie verringerte sich um 14% auf 219\u00b0C. Bei Variation von 50% bis 90% Neuware-Anteil zeigten sich kaum Unterschiede. Bedingt ist dies, so sind die Projektpartner \u00fcberzeugt, durch die ausreichende Stabilisierung der Neuware aufgrund der oft langen Gew\u00e4hrleistungszeiten.<\/li>\n<li>Bei der Herstellung extrudierter Hohlkammerprofile aus Rezyklaten zeigten sich teilweise leichte Einfallstellen an der Oberseite der Profile. Diese konnten aber durch eine Optimierung der Prozessf\u00fchrung bzw. eine geringe Anpassung des Werkzeugs an das zu verarbeitende Polymer ausgeglichen werden.<\/li>\n<li>Bei WPC-Dielen lassen sich durch den Einsatz von Recycling-WPC deutlich Kosten sparen. So berechnete die Projektgruppe, dass bei einer Verwendung von 50% R\u00fccklaufmaterial und 50% Neuware sich die Materialkosten um beachtliche 37% reduzieren. Der R\u00fccklauf von Verlegeabf\u00e4llen ist derzeit noch gering. Die n\u00e4chsten Jahre k\u00f6nnten aber einer deutlichen Mengenanstieg von Post-Consumer-WPC bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Projektpartner sind:<\/h3>\n<ul>\n<li>Erema Engineering und Recycling Maschinen und Anlagen GmbH,<\/li>\n<li>Rehau Polymer Industrie GmbH,<\/li>\n<li>Thermoplastkreislauf GmbH,<\/li>\n<li>Theurl Leimholzbau GmbH,<\/li>\n<li>Transfercenter f\u00fcr Kunststofftechnik GmbH (TCKT)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Dr. Christoph Burgstaller, Transfercenter f\u00fcr Kunststofftechnik GmbH:<\/strong> &#8220;Die Ergebnisse zeigen uns, dass solche Reststoffstr\u00f6me wieder sinnvoll verwertet werden k\u00f6nnen, wenn man die Qualit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcfen und gegebenenfalls durch Additive wieder verbessern kann.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Michael Heitzinger, Erema-Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Ges.m.b.H.:<\/strong> &#8220;Bei den Versuchen auf unseren Kunststoff-Recyclinganlagen hat sich gezeigt, dass nicht das technische Recycling das Problem darstellt, sondern dass die konstante Quelle der Inputmaterialien der limitierende Faktor ist.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Alexander Wei\u00df, Rehau Polymer Industrie GmbH:<\/strong> &#8220;Wichtig f\u00fcr uns war: Was passiert nach jahrelanger Nutzung der von uns produzierten WPC-Dielen? Unser Ziel ist die stoffliche Nutzung statt thermischer Verwertung. Und dazu haben wir wertvolle Erkenntnisse erlangt.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Mag. Michael Theurl, Theurl Leimholzbau GmbH:<\/strong> &#8220;Einen besonderen Nutzen im Projekt zogen wir als Holzreststofflieferant aus dem Benchmark unserer Produkte im Vergleich zu etablierten Lieferanten im Bereich WPC-Holzkomponenten. Wir wissen nun, welche Altholzfraktionen und S\u00e4genebenprodukte f\u00fcr WPC eingesetzt werden k\u00f6nnen und kennen deren Einfluss auf die Qualit\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Christian Wind, Thermoplastkreislauf GmbH:<\/strong> &#8220;Wir als Kunststoffrezyklat-Anbieter haben erfahren, dass einzelne Reststoffe aufgrund der sehr hohen Mengenanforderungen f\u00fcr WPC nur bedingt nutzbar sind. Von gro\u00dfen Nutzen f\u00fcr uns war die Auslotung der M\u00f6glichkeiten der vorhandenen Doppelschnecken-Extruder f\u00fcr WPC.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Rezyklateinsatz f\u00fcr Wood Plastic Composites (WPC) sowie das Rezyklieren von WPC haben f\u00fcnf \u00f6sterreichische Unternehmen des Kunststoff-Clusters in einer eineinhalbj\u00e4hrigen Kooperation untersucht. Das Ergebnis: Richtiges Recycling von und f\u00fcr WPC biete deutliche Kostenvorteile, ohne dass die Qualit\u00e4t der aus Recyclingware hergestellten Produkte leide. Eine Voraussetzung f\u00fcr einen industriellen Einsatz seien aber ausreichend verf\u00fcgbare Rohstoffe. 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