{"id":31080,"date":"2015-12-14T07:29:21","date_gmt":"2015-12-14T06:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31080"},"modified":"2015-12-12T11:34:33","modified_gmt":"2015-12-12T10:34:33","slug":"kleinste-plastikteilchen-der-rhein-gehoert-weltweit-zu-den-am-staerksten-belasteten-stroemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kleinste-plastikteilchen-der-rhein-gehoert-weltweit-zu-den-am-staerksten-belasteten-stroemen\/","title":{"rendered":"Kleinste Plastikteilchen: Der Rhein geh\u00f6rt weltweit zu den am st\u00e4rksten belasteten Str\u00f6men"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_31082\" aria-describedby=\"caption-attachment-31082\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-31082\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/holm_srep_2015_2_1000x500.jpg\" alt=\"holm_srep_2015_2_1000x500\" width=\"518\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/12\/holm_srep_2015_2_1000x500.jpg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/12\/holm_srep_2015_2_1000x500-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/12\/holm_srep_2015_2_1000x500-600x300.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-31082\" class=\"wp-caption-text\">Probe aus dem Rhein bei Duisburg mit \u00fcber 65% opaken Mikroplastikk\u00fcgelchen in 15-facher Vergr\u00f6sserung; der Durchmesser der K\u00fcgelchen betr\u00e4gt 0,4\u20130,9 Millimeter. (Foto: Universit\u00e4t Basel, Thomas Mani)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Im Rhein zwischen Basel und Rotterdam finden sich mit die h\u00f6chsten Konzentrationen von kleinsten Plastikteilen, die bisher in Meereszufl\u00fcssen gemessen wurden \u2013 am meisten im Ruhrgebiet mit bis zum Vierfachen des Durchschnitts. Damit geh\u00f6rt der Rhein zu den untersuchten Fl\u00fcssen, die weltweit am st\u00e4rksten mit Mikroplastik belastet sind. Dies berichten Forschende der Universit\u00e4t Basel, die erstmals in einem grossen Meereszufluss den Plastikanteil im Oberfl\u00e4chenwasser ausgewertet haben. Ihre Studie ist eben in der Zeitschrift \u00abScientific Reports\u00bb erschienen.<\/strong><\/p>\n<p>Kleinste Plastikteile unter 5 Millimetern, auch Mikroplastik genannt, finden sich heute in fast allen Gew\u00e4ssern. Sie treten als Zwischenprodukt bei der Kunststoffherstellung sowie als Granulat in Reinigungs-und Pflegeprodukten auf und entstehen bei der Zersetzung gr\u00f6sserer Plastikteile in der Umwelt. In den Weltmeeren, wo der Plastikabfall in allen Formen und Gr\u00f6ssen als riesige Inseln treibt, werden diese Partikel von zahlreichen Organismen aufgenommen \u2013 von Protozoen bis zum Bartenwal. Obwohl rund 80% des Plastiks von den Ozeanzufl\u00fcssen stammt, ist bisher noch kein grosser Strom \u00fcber seine L\u00e4nge auf Mikroplastik wissenschaftlich untersucht worden.<\/p>\n<h3>Umweltbelastungen abgebildet<\/h3>\n<p>Die Umweltwissenschaftler der Universit\u00e4t Basel haben nun erstmals die Menge und Zusammensetzung des Mikroplastiks an der Wasseroberfl\u00e4che des Rheins zwischen Basel und Rotterdam ver\u00f6ffentlicht. Sie entnahmen dem Nordseezufluss auf einer Strecke von rund 820 Kilometern an elf Standorten 31 Wasserproben. Mikroplastik wurde in s\u00e4mtlichen Proben in unterschiedlichen Konzentrationen gefunden, wobei der Durchschnittswert bei 892\u2019777 Partikel pro Quadratkilometer (oder 4&#8217;960 Partikel pro 1000 Kubikmeter) lag.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse bilden die wesentlichen Umweltbelastungen entlang des Rheins ab \u2013 wie st\u00e4dtische Zentren und Industrieanlagen, Standorte von Kl\u00e4ranlagen und Schleusen \u2013, aber auch die jeweiligen Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse. Die geringste Belastung durch Mikroplastik fand sich im Abschnitt zwischen Basel und Mainz (202\u2019900 Partikel pro Quadratkilometer), eine mittlere Belastung bei Bad Honnef, K\u00f6ln-Porz und Leverkusen (714\u2019053) und die h\u00f6chste in der Rhein-Ruhr-Region (2\u2019333\u2019665). Als H\u00f6chstwert wurden in Rees am Niederrhein in einer einzelnen Probe 3,9 Mio. Plastikpartikel pro Quadratkilometer (oder 21\u2019839 Partikel pro 1000 Kubikmeter) verzeichnet.<\/p>\n<h3>T\u00e4glich 191 Millionen Teilchen<\/h3>\n<p>\u00abDie Konzentrationen von Mikroplastik im Rhein liegen damit im Bereich der h\u00f6chsten Konzentrationen der bisher weltweit untersuchten Gew\u00e4sser\u00bb, sagt die Leiterin der Studie, die Biologin Prof. Patricia Holm vom Departement Umweltwissenschaften der Universit\u00e4t Basel. So wurden in den am meisten belasteten Schweizer Seen \u2013 Genfersee und Lago Maggiore \u2013 je rund 220\u201900 Partikel und im Eriesee in den USA 105\u2019503 Partikel gez\u00e4hlt. Auch in der Rhone bei Genf wurde weitaus weniger Mikroplastik gefunden. Allgemein gilt, dass es jeweils bei Regen oder nach Unf\u00e4llen zu Spitzenwerten kommt.<\/p>\n<p>\u00abUnsere Ergebnisse zeigen, dass die Verschmutzung des Rheins mit Mikroplastik erheblich ist\u00bb, so Holm weiter. \u00abGehen wir von der mittleren Mikroplastik-Konzentration am Tag der Probenahme in Rees aus, tr\u00e4gt der Rhein t\u00e4glich eine Fracht von mehr als 191 Millionen Plastikteilchen in Richtung Nordsee, und das allein an seiner Oberfl\u00e4che. Gewichtsm\u00e4ssig entspricht das zwar nur etwa 25 bis 30 Kilo pro Tag, doch im Jahr summiert sich das immerhin auf 10 Tonnen. Jedes einzelne dieser vielen Milliarden Plastikteilchen kann von Organismen aufgenommen werden und sch\u00e4dliche Auswirkungen haben.\u00bb<\/p>\n<h3>Herkunft teils unklar<\/h3>\n<p>Die Forschenden konzentrierten sich auf Mikroplastikteilchen, wie sie in der Produktion weltweit in grosser Zahl anfallen und eine geringe Dichte aufweisen \u2013 wie etwa Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol. Diese Kunststoffarten werden in der Industrie unter anderem f\u00fcr Verpackungen, Innenausstattung und im Fahrzeugbau verwendet und schwimmen auf der Wasseroberfl\u00e4che auf langen Distanzen. Die Entnahme der Proben erfolgte meist von Schiffen der Rheinpolizei Basel-Stadt und der Wasser- und Schifffahrts\u00e4mter in Deutschland und den Niederlanden aus.<\/p>\n<p>Mikroplastik fanden die Forschenden sowohl in Form von opaken und transparenten K\u00fcgelchen wie auch von Fragmenten und Fasern. \u00abAuffallend ist der enorm hohe Anteil von bis zu \u00fcber 60% Mikrok\u00fcgelchen in gewissen Flussabschnitten, deren Herkunft und Zweck noch weitgehend unklar ist\u00bb, sagt Thomas Mani, Erstautor der Studie und Doktorand am Departement Umweltwissenschaften der Universit\u00e4t Basel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><em>Originalbeitrag<\/em><\/h3>\n<p><em>Thomas Mani, Armin Hauk, Ulrich Walter &amp; Patricia Burkhardt-Holm<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1038\/srep17988\" target=\"_blank\"><em> Microplastics Profile along the Rhine River<\/em><\/a><br \/>\n<em> Scientific Reports (2015), doi: 10.1038\/srep17988<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rhein zwischen Basel und Rotterdam finden sich mit die h\u00f6chsten Konzentrationen von kleinsten Plastikteilen, die bisher in Meereszufl\u00fcssen gemessen wurden \u2013 am meisten im Ruhrgebiet mit bis zum Vierfachen des Durchschnitts. 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