{"id":31012,"date":"2015-12-11T07:23:33","date_gmt":"2015-12-11T06:23:33","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=31012"},"modified":"2015-12-10T10:36:12","modified_gmt":"2015-12-10T09:36:12","slug":"erste-umweltproduktdeklaration-fuer-wpc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erste-umweltproduktdeklaration-fuer-wpc\/","title":{"rendered":"Erste Umweltproduktdeklaration f\u00fcr WPC"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) hat f\u00fcr seine Hersteller eine Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) f\u00fcr Produkte aus Wood Polymer Composites (WPC) vom Deutschen Institut f\u00fcr Bauen und Umwelt e.V. (IBU) erhalten. Die daf\u00fcr obligatorischen Produktkategorie-Regeln (Product Category Rules, PCR) hat der VHI nach den Vorgaben des IBU entwickelt.<\/strong><\/p>\n<p>EPDs erm\u00f6glichen es besser als \u00d6kobilanzen, Produkte unter Umweltaspekten zu vergleichen. Die jetzt erstellten EPDs f\u00fcr Terrassendielen und Fassadenelemente aus WPC sollen diesen Produkten vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an das nachhaltige Bauen in der EU zus\u00e4tzliche Marktchancen er\u00f6ffnen. Sie dienen zudem als Basis f\u00fcr die Nachhaltigkeitszertifizierung von Geb\u00e4uden nach DGNB, BNB, LEED<strong><sup>1<\/sup><\/strong> oder anderen Systemen.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert, der Abschlussbericht steht auf fnr.de unter dem F\u00f6rderkennzeichen 22003913 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>WPCs sind Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe, die haupts\u00e4chlich im Au\u00dfenbereich, aber auch beim Innenausbau u.a. von Autos zum Einsatz kommen. Das Marktwachstum ist mit j\u00e4hrlichen Steigerungsraten im zweistelligen Bereich hoch.<\/p>\n<p>Auf der Basis von EPDs k\u00f6nnen die Umweltauswirkungen verschiedener Baustoffe verglichen werden, allerdings nur im Kontext der konkreten Einbausituation.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr galt es in einem ersten Schritt, den Untersuchungsrahmen, die zu untersuchenden Parameter und die Rechenregeln f\u00fcr die jeweilige Produktkategorie festzulegen. Dies erfolgt \u00fcber die so genannten Product Category Rules (PCR). F\u00fcr WPC gab es sie bislang nicht.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt wurden EPDs nach ISO 14025 und EN 15804 erstellt. Beide EPDs beziehen sich nicht auf spezifische Produkte bestimmter Hersteller, sondern\u00a0 deklarieren die\u00a0 durchschnittliche Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr alle WPC-Terrassendielen bzw. Fassadenelemente der Mitgliedsunternehmen des VHI. Die Angaben repr\u00e4sentieren 80 Prozent des\u00a0 deutschen Marktes. Im Ergebnis enth\u00e4lt zum Beispiel die EPD zu den Terrassendielen u.a. folgende Aussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die durchschnittliche WPC-Terrassendiele besteht zu 63 Prozent aus Fichten- und Kiefernfasern aus Industrierestholz, zu 29 Prozent aus Polyethylen, Polypropylen oder Polyvinylchlorid und zu acht Prozent aus Additiven.<\/li>\n<li>Durchschnittlich werden f\u00fcr die Verpackung eines Quadratmeters Terrassendiele 280 g Polyethylenfolie und Polyesterband ben\u00f6tigt.<\/li>\n<li>WPC-Terrassendielen sind in Wasser unl\u00f6slich. Es sind keine Inhaltsstoffe bekannt, die bei Wassereinwirkung ausgewaschen werden k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>F\u00fcr\u00a0 WPC-Produkte bestehen zwei Entsorgungswege, die stoffliche und die thermische Verwertung. Bei der stofflichen Verwertung wird das Produkt sortiert, aufgemahlen und z.B. f\u00fcr die Produktion von WPC-Unterkonstruktionen verwendet. Bei der thermischen Entsorgung werden die WPC\u2013Abf\u00e4lle z.B. in einer kommunalen M\u00fcllverbrennungsanlage entsorgt.<\/li>\n<li>Alle\u00a0 mit PE oder PP gebundenen WPC-Produkte sind der Altholzkategorie A II zuzuordnen, mit PVC gebundene WPC-Produkte sollten in A III einsortiert werden.<\/li>\n<li><\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hintergrund:<\/h3>\n<p>Das Institut f\u00fcr Bauen und Umwelt e.V., ein Zusammenschluss von Bauproduktherstellern, vergibt als alleinige Einrichtung in Deutschland die EPDs nach den Normen ISO 14025 und DIN EN 15804. Da es auch in anderen L\u00e4ndern EPD-Programme gibt, die ebenfalls auf der ISO 14025 basieren, sind Baustoffe und Geb\u00e4ude so auch im internationalen Ma\u00dfstab vergleichbar.<\/p>\n<p>Die 2013 in Kraft getretene EU-Bauproduktenverordnung (BauPVO) fordert f\u00fcr Bauwerke und -produkte eine nachhaltige Nutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen und den Einsatz umweltvertr\u00e4glicher Roh- und Sekund\u00e4rstoffe. F\u00fcr WPC-Fassadenelemente, die unter die BauPVO fallen, kann k\u00fcnftig die Verbands-EPD als Bewertungsgrundlage der Umwelteigenschaften herangezogen werden.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlichen Schub k\u00f6nnten Produkte mit EPDs durch die neue EU-Beschaffungsrichtlinie von 2014 erhalten. Diese erm\u00f6glicht es, beim \u00f6ffentlichen Einkauf \u00f6kologische und soziale Kriterien st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen, 2016 muss sie auch in Deutschland in nationales Recht \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Die EPDs des VHI sind auf <a href=\"http:\/\/bau-umwelt.de\" target=\"_blank\">bau-umwelt.de<\/a> oder vhi.de einsehbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><sup>1<\/sup> <\/strong>DGNB: Deutsche Gesellschaft f\u00fcr nachhaltiges Bauen; <a href=\"https:\/\/www.bnb-nachhaltigesbauen.de\/\" target=\"_blank\">BNB: Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen<\/a>; LEED: Leadership in Energy and Environmental Design<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) hat f\u00fcr seine Hersteller eine Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) f\u00fcr Produkte aus Wood Polymer Composites (WPC) vom Deutschen Institut f\u00fcr Bauen und Umwelt e.V. (IBU) erhalten. 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