{"id":30947,"date":"2015-12-08T07:36:25","date_gmt":"2015-12-08T06:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=30947"},"modified":"2015-12-07T14:56:21","modified_gmt":"2015-12-07T13:56:21","slug":"gesucht-innovative-landwirte-fuer-den-silphieanbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gesucht-innovative-landwirte-fuer-den-silphieanbau\/","title":{"rendered":"Gesucht: Innovative Landwirte f\u00fcr den Silphieanbau"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30949\" aria-describedby=\"caption-attachment-30949\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30949 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/PM_2015-57_TLL_sucht_Silphiebetriebe_Anzeige.jpg\" alt=\"PM_2015-57_TLL_sucht_Silphiebetriebe_Anzeige\" width=\"300\" height=\"225\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30949\" class=\"wp-caption-text\">Etablierter Silphiebestand. Foto: FNR\/Henryk Stolte<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (TLL) erforscht seit Jahren die Durchwachsene Silphie als alternative Energiepflanze f\u00fcr Biogasanlagen. Um Erkenntnisse aus dem aktuell laufenden Forschungsvorhaben \u201eSilphie &#8211;\u00a0Anbauoptimierung, S\u00e4technik und Z\u00fcchtung\u201c in der Praxis zu \u00fcberpr\u00fcfen, sucht sie Betriebe, die 2016 einen Silphieanbau planen. Eine intensive Beratung und Betreuung sichert die TLL zu. Den Landwirten verspricht die Kooperation vor allem einen Wissenszuwachs f\u00fcr ihren Silphieanbau. Der Mehraufwand f\u00fcr Datenerfassung, Bonituren und Informationsaustausch wird ihnen finanziell erstattet.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft f\u00f6rdert das Verbundvorhaben \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Informationen stehen auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/projektfoerderung\/projekte\/suche\/\" target=\"_blank\">fnr.de<\/a> unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22027012&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22027012&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=03.12.2015&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1000&amp;anzahl=1000&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22027012<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22027112&amp;suche=Silphie%20-%20Anbauoptimierung,%20S%C3%A4technik%20und%20Z%C3%BCchtung&amp;suchefkz=Nummer%20eingeben!&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=03.12.2015&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1000&amp;anzahl=1000&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22027112<\/a>\u00a0bereit.<\/p>\n<p>Die Silphie bringt abh\u00e4ngig von Standort und Rahmenbedingungen sehr unterschiedliche Ertr\u00e4ge. W\u00e4hrend Praxisbetriebe aus Niedersachsen von etwa 20 Prozent Minderertrag gegen\u00fcber Mais berichten, gibt es bei der TLL und Landwirten in S\u00fcddeutschland sehr positive Ergebnisse. So lieferte die Silphie in entsprechenden Versuchen auf einem typischen Ackerstandort am Rande des Th\u00fcringer Beckens im zehnj\u00e4hrigen Schnitt h\u00f6here Trockenmasseertr\u00e4ge als Mais. Die Pflanze kann mit ihrem weitverzweigten B\u00fcschelwurzelsystem Wasser bis in eine Tiefe von 2 m erschlie\u00dfen und so Trockenperioden tendenziell besser als Mais \u00fcberstehen. Um von dieser F\u00e4higkeit \u00a0zu profitieren, muss der Landwirt jedoch zun\u00e4chst Geduld mitbringen, denn erst ab etwa dem 4. Standjahr hat sich die ausdauernde Staude vollends etabliert.<\/p>\n<p>Ein weiterer, den Ertrag beeinflussender Faktor ist der Boden: Die Silphie scheint sich offenbar auf mineralstoffreichen B\u00f6den, etwa auf Verwitterungsb\u00f6den auf Mor\u00e4nenschotter, wohl zu f\u00fchlen. Mineralstoffarme Standorte wie Moorb\u00f6den sind hingegen weniger geeignet. Dies ist die Beobachtung des Agrarbiologen Dr. Walter Fr\u00f6lich, der die beim Silphieanbau erfolgreichen Landwirte im Energiepark Hahnennest (Ostrach, Baden-W\u00fcrttemberg) betreut.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich spielt auch das Klima eine Rolle, eine ausreichende Temperatur im Fr\u00fchjahr und gesch\u00fctzte Lagen sind nach den Erfahrungen einiger Landwirte vorteilhaft. Andere Beispiele aus der Praxis zeigen wiederum, dass die Silphie sehr gut auf Mittelgebirgsstandorten auf \u00fcber 700 m \u00fc. NN mit Jahresdurchschnittstemperaturen unter 6\u00b0C auskommt.<\/p>\n<p>Die Pflanze hat aber auch viele \u00f6kologische Vorteile: Sie ben\u00f6tigt bei erfolgreicher Bestandesetablierung in der Regel ab dem 2. Jahr keine Herbizide mehr. Die langandauernde Bodenbedeckung wirkt sich positiv auf Bodenleben, Erosionsschutz, Humusaufbau und Wasserr\u00fcckhalteverm\u00f6gen aus, zudem hat die Staude ein hohes N-Aneignungsverm\u00f6gen und reduziert ganzj\u00e4hrig Stickstoff im Boden, dies pr\u00e4destiniert sie auch f\u00fcr Wasserschutzgebiete. Schlie\u00dflich spendet sie bis in den Fr\u00fchherbst hinein Nektar und Pollen f\u00fcr Bienen, Wildbienen, Hummeln und zahlreiche andere Insekten.<\/p>\n<p>Die TLL will im Rahmen des Probeanbaus mit Landwirten diverse Aussaatversuche mit unterschiedlichen S\u00e4-, Pflege- und Erntetechniken sowie weiteren relevanten Versuchsparametern durchf\u00fchren. Dabei soll in Abstimmung mit dem Institut f\u00fcr Landtechnik der Universit\u00e4t Bonn zum Teil optimierte Einzelkorns\u00e4technik zum Einsatz kommen, insbesondere aber die betriebs\u00fcbliche Drill- und Einzelkorns\u00e4technik der einzelnen Landwirte mit m\u00f6glichst geringen Modifikationen. Die TLL l\u00e4dt auch \u00d6kobetriebe ein, sich am Versuchsanbau zu beteiligen, um auch mechanische Pflegema\u00dfnahmen testen und beurteilen zu k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich geht es darum, das von den \u201eHahnennestern\u201c entwickelte und im klimatisch beg\u00fcnstigten s\u00fcddeutschen Raum erfolgreich praktizierte Anbausystem \u201eEtablierung von Silphie unter der Deckfrucht Mais\u201c unter Praxisbedingungen auf geografisch und klimatisch m\u00f6glichst unterschiedlichen Standorten zu testen.<\/p>\n<p>Neben der Nutzung als Energiepflanze eignet sich Silphie zudem gut als Grundfutterkomponente in Milchviehrationen, was ihr Einsatzspektrum zus\u00e4tzlich erweitert. Interessierte Futterbaubetriebe sowie Energiepflanzenanbauer wenden sich bitte schnellstm\u00f6glich an die TLL:<\/p>\n<p>Johannes K\u00f6hler<br \/>\nTel.: +49 3641 683-241<br \/>\nMobil: +49 152 22800683<br \/>\nMail:\u00a0<a href=\"mailto:johannes.koehler@tll.thueringen.de\" target=\"_blank\">johannes.koehler@tll.thueringen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (TLL) erforscht seit Jahren die Durchwachsene Silphie als alternative Energiepflanze f\u00fcr Biogasanlagen. Um Erkenntnisse aus dem aktuell laufenden Forschungsvorhaben \u201eSilphie &#8211;\u00a0Anbauoptimierung, S\u00e4technik und Z\u00fcchtung\u201c in der Praxis zu \u00fcberpr\u00fcfen, sucht sie Betriebe, die 2016 einen Silphieanbau planen. Eine intensive Beratung und Betreuung sichert die TLL zu. 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