{"id":30759,"date":"2015-12-02T07:30:50","date_gmt":"2015-12-02T06:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=30759"},"modified":"2015-12-01T12:48:45","modified_gmt":"2015-12-01T11:48:45","slug":"faserverbundwerkstoffe-aus-schoenmalve-und-leindotter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/faserverbundwerkstoffe-aus-schoenmalve-und-leindotter\/","title":{"rendered":"Faserverbundwerkstoffe &#8211; Aus Sch\u00f6nmalve und Leindotter"},"content":{"rendered":"<p><strong>In moderne Autos werden vermehrt Naturfasern wie Hanf oder Kenaf eingesetzt \u2013 jedoch meistens in Kombination mit Kunststoffen. Diese so genannten naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffe sind vor allem im Innenraum der Fahrzeuge zu finden, zum Beispiel als T\u00fcr- oder Kofferraumverkleidung. W\u00e4hrend Hanf aus europ\u00e4ischem Anbau stammt, wird Kenaf aus Bangladesch importiert.<\/strong><\/p>\n<p>Die Forscher Jan Petersen und Oliver T\u00fcrk haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, Faserverbundwerkstoffe f\u00fcr die Automobilindustrie zu entwickeln, die vollst\u00e4ndig auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus der heimischen Produktion erzeugt werden. Auf diese Weise kann Erd\u00f6l, das die Grundlage f\u00fcr die Herstellung von Kunststoffen bildet, eingespart und der Aussto\u00df des klimasch\u00e4dlichen CO<sub>2<\/sub> reduziert werden. Gleichzeitig wird durch den Einsatz von Naturstoffen der recyclingf\u00e4hige Anteil von Fahrzeugen gesteigert.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des <a href=\"http:\/\/www.fh-bingen.de\/forschung-technologie\/forschungsprojekte\/abutilon-fasernutzung.html\" target=\"_blank\">Forschungsprojekts<\/a> steht die Sch\u00f6nmalve \u2013 eine Pflanze, die eine \u00e4hnliche Faserqualit\u00e4t aufweist wie Kenaf, im Vergleich zu diesem jedoch in Deutschland angebaut werden kann. Sie ist zudem anspruchslos und kann auf n\u00e4hrstoffarmen B\u00f6den kultiviert werden. Somit steht sie nur in geringer Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Um Faserverbundwerkstoffe herstellen zu k\u00f6nnen, ist ein Bindemittel notwendig, das aus pflanzlichen \u00d6len gewonnen wird. Zu diesem Zweck verwenden die Forscher Leindotter, der aufgrund hoher Anteile unges\u00e4ttigter Fetts\u00e4uren optimale Voraussetzungen mit sich bringt. Gegen\u00fcber heimischen \u00d6lpflanzen wie Sonnenblumen und Raps hat dieser den Vorteil, dass er auch auf schlechten Standorten gedeihen kann.<\/p>\n<p>Petersen und T\u00fcrk untersuchen zun\u00e4chst unterschiedliche Anbaumethoden f\u00fcr Sch\u00f6nmalve und Leindotter und pr\u00fcfen, wie diese in Fruchtfolgen integriert werden k\u00f6nnen. Anschlie\u00dfend entwickeln sie ein Verfahren zur Gewinnung von Naturfasern aus Sch\u00f6nmalve und\u00a0ein Rezept f\u00fcr Bindemittel auf Leindotterbasis. Die so erzeugten Faserverbundwerkstoffe werden dann auf ihre Einsatzm\u00f6glichkeiten im Automobilinnenraum getestet. Au\u00dferdem werden die bei der Herstellung anfallenden Reststoffe gepr\u00fcft &#8211; auf ihre Eignung zur energetischen und stofflichen Verwertung und auf ihre Verwendung als Futtermittel.<\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung unterst\u00fctzt das Forschungsprojekt im Rahmen der F\u00f6rderlinie \u201eIngenieurNachwuchs\u201c des Programms \u201eForschung an Fachhochschulen\u201c mit rund 592.000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In moderne Autos werden vermehrt Naturfasern wie Hanf oder Kenaf eingesetzt \u2013 jedoch meistens in Kombination mit Kunststoffen. Diese so genannten naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffe sind vor allem im Innenraum der Fahrzeuge zu finden, zum Beispiel als T\u00fcr- oder Kofferraumverkleidung. W\u00e4hrend Hanf aus europ\u00e4ischem Anbau stammt, wird Kenaf aus Bangladesch importiert. 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