{"id":30330,"date":"2015-11-18T07:26:28","date_gmt":"2015-11-18T06:26:28","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=30330"},"modified":"2015-11-17T15:16:11","modified_gmt":"2015-11-17T14:16:11","slug":"designer-chili-molekuel-bekaempft-blutkrebszellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/designer-chili-molekuel-bekaempft-blutkrebszellen\/","title":{"rendered":"Designer-Chili-Molek\u00fcl bek\u00e4mpft Blutkrebszellen"},"content":{"rendered":"<p>Chili oder Peperoni z\u00e4hlen zu den sch\u00e4rfsten Gew\u00fcrzen der Welt. Verantwortlich f\u00fcr das Brennen auf der Zunge ist eine ganze Gruppe von Molek\u00fclen, die sogenannten Capsaicinoide. Einen dieser \u201eScharfmacher\u201c haben Leipziger Forscher nun so ver\u00e4ndert, dass\u00a0das Molek\u00fcl\u00a0gezielt\u00a0entarteten Blutzellen\u00a0den Garaus machen k\u00f6nnte. Wie das Team im Fachjournal ACS Chemical Biology (<a href=\"http:\/\/pubs.acs.org\/doi\/abs\/10.1021\/acschembio.5b00817\" target=\"_blank\">2015, Online-Ver\u00f6ffentlichung<\/a>) berichtet, entwickelten\u00a0es daf\u00fcr eine Methode, mit deren Hilfe zuk\u00fcnftig auch schneller chemische Substanzen f\u00fcr\u00a0die Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe gefunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Chili oder Peperoni sind wegen ihrer Sch\u00e4rfe ein beliebtes Gew\u00fcrz. Das Feuer auf der Zunge wird von der Molek\u00fclgruppe der Capsaicinoiden ausgel\u00f6st. Aber auch in der Medizin haben die \u201eScharfmacher\u201c l\u00e4ngst einen festen Platz. In Salben lindern sie beispielsweise Muskelschmerzen oder regen die Durchblutung wieder an. Nun haben Forscher der Universit\u00e4t Leipzig einen Weg gefunden, eines dieser scharfen Molek\u00fcle auch als Waffe gegen Blutkrebs einzusetzen.<\/p>\n<p>Wie das Team um den Biochemiker Thorsten Berg berichtet, entwickelten sie eine neue Methode, um den feurigen Geschmackstoff in einem Hemmstoff zu verwandeln, der Blutkrebszellen abt\u00f6ten kann.<\/p>\n<p>Eigenschaften von Naturstoffen ver\u00e4ndern<\/p>\n<p>&#8220;Unsere Methode erm\u00f6glicht es, gezielt die biologischen Eigenschaften von Naturstoffen zu ver\u00e4ndern&#8221;, sagt Berg.\u00a0Der Grund:\u00a0Naturstoffe haben\u00a0eine &#8220;angeborene&#8221;\u00a0F\u00e4higkeit zur Bindung\u00a0an Eiwei\u00dfe.\u00a0\u00a0&#8220;Diese F\u00e4higkeit resultiert aus der gemeinsamen Entwicklung von Naturstoffen und Eiwei\u00dfen im Laufe der Evolution. Daher sind die chemischen Strukturen vieler Medikamente auch von Naturstoffen abgeleitet&#8221;, erl\u00e4utert der Biochemiker. Diese nat\u00fcrliche Begabung haben die Leipziger Forscher genutzt, um das\u00a0 Chili-Molek\u00fcl zu einer wirksamen Waffe gegen Blutkrebszellen umzufunktionieren.<\/p>\n<p>Naturstoff mit Bindungseiwei\u00df erg\u00e4nzt<\/p>\n<p>Der Trick der Wissenschaftler: Sie mussten dem scharfen Naturstoff eine bestimmte chemische Gruppe hinzuzuf\u00fcgen, die zur Bindung an eine Gruppe von Eiwei\u00dfmolek\u00fclen ben\u00f6tigt wird, die eine wichtige Funktion f\u00fcr das \u00dcberleben von Blutkrebszellen spielen. Im Ergebnis f\u00fchrte die Bindung des ver\u00e4nderten Naturstoffs an\u00a0das Eiwei\u00df STAT5b.\u00a0Das f\u00fchrt bei den\u00a0Blutkrebszellen dazu, dass sie absterben. Der Vorteil dieser neuen Methode: Sie k\u00f6nnte zu einem schnelleren Auffinden chemischer Substanzen f\u00fchren, die f\u00fcr die Entwicklung neuer Wirkstoffe bedeutend sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chili oder Peperoni z\u00e4hlen zu den sch\u00e4rfsten Gew\u00fcrzen der Welt. Verantwortlich f\u00fcr das Brennen auf der Zunge ist eine ganze Gruppe von Molek\u00fclen, die sogenannten Capsaicinoide. Einen dieser \u201eScharfmacher\u201c haben Leipziger Forscher nun so ver\u00e4ndert, dass\u00a0das Molek\u00fcl\u00a0gezielt\u00a0entarteten Blutzellen\u00a0den Garaus machen k\u00f6nnte. Wie das Team im Fachjournal ACS Chemical Biology (2015, Online-Ver\u00f6ffentlichung) berichtet, entwickelten\u00a0es daf\u00fcr eine [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[1783,1225],"class_list":["post-30330","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-acs-publications","supplier-universitaet-leipzig"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30330\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30330"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=30330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}