{"id":30133,"date":"2015-11-13T07:00:30","date_gmt":"2015-11-13T06:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=30133"},"modified":"2015-11-10T11:39:33","modified_gmt":"2015-11-10T10:39:33","slug":"asphalt-aus-holz-niederlande-testen-biostrassenbelag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/asphalt-aus-holz-niederlande-testen-biostrassenbelag\/","title":{"rendered":"Asphalt aus Holz: Niederlande testen Biostra\u00dfenbelag"},"content":{"rendered":"<p>Stra\u00dfenbel\u00e4ge k\u00f6nnten schon bald pflanzliche Anteile haben. Die niederl\u00e4ndische Provinz Zeeland testet jetzt den nachwachsenden Baustoff Lignin als neue Zutat f\u00fcr Asphalt. Es geht dabei um nicht weniger als die Unabh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6l.<\/p>\n<p>Asphalt ist eine Mischung aus Splitt und Bitumen. J\u00e4hrlich werden etwa 2 Millionen Tonnen des klebrigen Baustoffs auf deutsche Stra\u00dfen gegossen. Der Stoff wird jedoch aus Erd\u00f6l gewonnen. Die F\u00f6rderung der schwindenden Ressource belastet die Umwelt. Zudem ist der \u00d6lpreis den Kapriolen des globalen Markts unterworfen. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Preis f\u00fcr Bitumen mehr als verdoppelt \u2013 trotz des aktuell niedrigen \u00d6lpreises.<\/p>\n<p>Grund genug f\u00fcr Wirtschaft und Forschung, einen Ersatz zu suchen. Beton liegt zwar nahe, ist aber unflexibel und bricht leicht. Also suchen die Produzenten mittlerweile in der Pflanzenwelt.<\/p>\n<p>Raps\u00f6l und Mikroalgen etwa sind dabei im Gespr\u00e4ch. Beides muss man aber erst anbauen. Im Gegensatz zu Lignin: Die organische Substanz f\u00e4llt an, wenn Papier hergestellt wird. Lignin ist der Stoff, der Holz holzig macht, indem es die Zellw\u00e4nde h\u00e4rtet. Aber eignet es sich auch als pflanzlicher Kleber f\u00fcr Asphalt?<br \/>\nErst muss sich der Pflanzenstoff beweisen<\/p>\n<p>Genau das testet jetzt ein Zusammenschluss aus Forschung, Unternehmen und Verwaltung im niederl\u00e4ndischen Zeeland, und zwar auf 100 Metern Landstra\u00dfe. Die Baufirma H4A hat dort Asphalt verlegt, der nur zu einer H\u00e4lfte aus Bitumen, zur anderen aus Lignin besteht. Zwei Jahre muss sich der Pflanzenstoff jetzt unter realen Bedingungen beweisen. Der Hersteller ist zuversichtlich, dass sich das Vorhaben lohnt. \u201eWir wollen damit auf den Markt gehen, sobald alle Details gekl\u00e4rt sind\u201c, sagt Martijn Verschuren von H4A. \u201eSchon in f\u00fcnf bis zehn Jahren k\u00f6nnten alle Stra\u00dfen in den Niederlanden mit Bioasphalt \u00fcberzogen sein.\u201c<\/p>\n<p>Forscher sind da zur\u00fcckhaltender. \u201eNiemand wei\u00df, ob sich das in absehbarer Zeit rechnen wird\u201c, sagt Thomas Hahn vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Bioverfahrenstechnik in Stuttgart. Hahn erforscht die Einsatzm\u00f6glichkeiten von Lignin. Genug Lignin gibt es zwar \u2013 es f\u00e4llt zu Hunderttausenden Tonnen j\u00e4hrlich an und wird bislang verbrannt \u2013, aber es fehlen noch effiziente Verfahren, um es zu Asphalt zu verarbeiten. Bisher kostet Ligninasphalt deshalb doppelt so viel wie Bitumenasphalt.<\/p>\n<p>Damit Bioasphalt billiger wird, m\u00fcssten Unternehmen in die Weiterentwicklung der Produktion investieren. Das werden sie aber erst tun, wenn klar ist, ob der Belag unter realen Bedingungen funktioniert. Deshalb ist Hahn gespannt auf die Ergebnisse aus den Niederlanden: \u201eWenn der Ligninasphalt Druck und Hitze standh\u00e4lt, h\u00e4tten wir es mit einem realistischen Baustoff f\u00fcr die Zukunft zu tun.\u201c<\/p>\n<p>Einen Trumpf k\u00f6nnte der Pflanzenkleber zus\u00e4tzlich ausspielen: Die IngenieurInnen in Zeeland nehmen an, dass Ligninasphalt weniger Reibung erzeugt. Damit w\u00fcrden Autos auf Bioasphalt spritsparender fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stra\u00dfenbel\u00e4ge k\u00f6nnten schon bald pflanzliche Anteile haben. Die niederl\u00e4ndische Provinz Zeeland testet jetzt den nachwachsenden Baustoff Lignin als neue Zutat f\u00fcr Asphalt. Es geht dabei um nicht weniger als die Unabh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6l. Asphalt ist eine Mischung aus Splitt und Bitumen. 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