{"id":29432,"date":"2015-10-20T07:10:22","date_gmt":"2015-10-20T05:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=29432"},"modified":"2015-10-15T16:41:13","modified_gmt":"2015-10-15T14:41:13","slug":"effiziente-verfahren-zur-produktion-von-biokerosin-und-chemischen-wertstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/effiziente-verfahren-zur-produktion-von-biokerosin-und-chemischen-wertstoffen\/","title":{"rendered":"Effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_29437\" aria-describedby=\"caption-attachment-29437\" style=\"width: 435px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-29437\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_innen_AH_190704_900.jpg_01_c0e1715e0c.jpg\" alt=\"csm_151012_Algentechnikum_innen_AH_190704_900.jpg_01_c0e1715e0c\" width=\"435\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_innen_AH_190704_900.jpg_01_c0e1715e0c.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_innen_AH_190704_900.jpg_01_c0e1715e0c-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_innen_AH_190704_900.jpg_01_c0e1715e0c-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29437\" class=\"wp-caption-text\">Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig B\u00f6lkow Campus in Ottobrunn \u2013 Foto: Andreas Heddergott \/ TUM<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein weltweit einmaliges Technikum f\u00fcr die Algenzucht hat die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group auf dem Ludwig B\u00f6lkow Campus in Ottobrunn s\u00fcdlich von M\u00fcnchen aufgebaut. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen erforscht werden. Heute wird das Technikum im Beisein des Bayerischen Wissenschaftsministers, Dr. Ludwig Spaenle, des Chief Technical Officer der Airbus Group, Dr. Jean Botti und des Pr\u00e4sidenten der TU M\u00fcnchen, Professor Wolfgang A. Herrmann, feierlich er\u00f6ffnet.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_29438\" aria-describedby=\"caption-attachment-29438\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-29438 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_Algentech_B_900_672351f4a0.jpg\" alt=\"csm_Algentech_B_900_672351f4a0\" width=\"190\" height=\"195\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29438\" class=\"wp-caption-text\">Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig B\u00f6lkow Campus in Ottobrunn \u2013 Foto: Andreas Heddergott \/ TUM<\/figcaption><\/figure>\n<p>150.000 Algenarten gibt es, so sch\u00e4tzen Wissenschaftler. Rund 5000 davon sind bisher ansatzweise charakterisiert. Doch nur etwa zehn Arten haben es bisher bis zu einer kommerziellen Nutzung gebracht. Das wollen die Forscher mit dem neuen Algentechnikum \u00e4ndern. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen entwickelt werden.<\/p>\n<p>Das 1500 Quadratmeter gro\u00dfe Geb\u00e4ude beherbergt drei R\u00e4ume zur Algenkultivierung sowie Labor- und B\u00fcror\u00e4ume. Die Besonderheit des Ottobrunner Algentechnikums besteht darin, dass die lichttechnischen und klimatischen Bedingungen f\u00fcr praktisch jeden Ort auf der Welt simuliert werden k\u00f6nnen. Die Kosten von etwas mehr als 10 Millionen Euro teilen sich die Airbus Group und das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.<\/p>\n<h3>Simulation der Wachstumsbedingungen jedes Ortes weltweit<\/h3>\n<p>Die Fassade besteht aus Spezialglas, das auch UV-Strahlung passieren l\u00e4sst. Eine ausgefeilte Klimatechnik sorgt daf\u00fcr, dass sowohl tropische als auch sehr trockene Klimabedingungen erzeugt werden k\u00f6nnen. In den beiden \u00e4u\u00dferen Hallen k\u00f6nnen dabei unterschiedliche Klimazonen simuliert werden. Die mittlere Halle dient Anzucht- und Vorbereitungsexperimenten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_29440\" aria-describedby=\"caption-attachment-29440\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-29440 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_Brueck_AH_190518_900_56570ded72.jpg\" alt=\"csm_151012_Algentechnikum_Brueck_AH_190518_900_56570ded72\" width=\"190\" height=\"195\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29440\" class=\"wp-caption-text\">Professor Br\u00fcck im neuen Algentechnikum &#8211; Foto: Andreas Heddergott \/ TUM<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine zus\u00e4tzliche LED-Beleuchtung erm\u00f6glicht es, dass die Licht- und Klimabedingungen jedes Ortes auf der Welt erzeugt werden k\u00f6nnen. Die hoch effizienten LEDs liefern Licht im Wellenl\u00e4ngenbereich zwischen 300 und 800 Nanometern und einer dem Sonnenlicht sehr nahekommenden Intensit\u00e4tsverteilung. Da die verschiedenen LED-Typen einzeln ansteuerbar sind, k\u00f6nnen die Wissenschaftler zus\u00e4tzlich auch von der Sonne abweichende, individuelle Spektren einstellen.<\/p>\n<p>\u201eNiemand kann voraussagen, ob eine Alge aus der S\u00fcdsee unter den Lichtbedingungen in Deutschland genauso produktiv ist wie in ihrer Heimat\u201c, sagt Thomas Br\u00fcck. \u201eGenauso wenig wei\u00df man, ob hier in Bayern erfolgreiche Kandidaten unter den Lichtbedingungen der Sahara noch genauso erfolgreich w\u00e4ren. All dies k\u00f6nnen wir jetzt in unserem Technikum testen.\u201c<\/p>\n<p>Die Kultivierung ist dabei nicht auf einen Typ Photo-Bioreaktor beschr\u00e4nkt. In den Hallen k\u00f6nnen verschiedene offene und geschlossene Systeme parallel bei gleichen oder unterschiedlichen Klimabedingungen getestet werden. Dank der ausgefeilten Geb\u00e4udeautomation arbeitet das Algentechnikum h\u00f6chst energieeffizient.<\/p>\n<h3>Keine Konkurrenz zwischen Teller und Tank<\/h3>\n<figure id=\"attachment_29439\" aria-describedby=\"caption-attachment-29439\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-29439 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_151012_Algentechnikum_aussen_AH_190812_900.jpg_c32822f039.jpg\" alt=\"csm_151012_Algentechnikum_aussen_AH_190812_900.jpg_c32822f039\" width=\"190\" height=\"195\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29439\" class=\"wp-caption-text\">Algentechnikum bei Nacht \u2013 Foto: Andreas Heddergott \/ TUM<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eW\u00e4hrend bei der Produktion von Biokraftstoff aus Mais eine problematische Konkurrenz zwischen Teller und Tank besteht\u201c, sagt Professor Thomas Br\u00fcck, Professor f\u00fcr Industrielle Biokatalyse an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, \u201ewachsen Algen auch in Salzwasser; sie brauchen keinen fruchtbaren Boden und keine Pestizide. Trotzdem k\u00f6nnen sie einen bis zu zehn Mal h\u00f6heren Ertrag pro Hektar und Jahr liefern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit dem Algentechnikum stellen wir der Wissenschaft eine weltweit einmalige Forschungseinrichtung zur Verf\u00fcgung\u201c, sagt Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. \u201eGleichzeitig ist das eine strategische Investition auch in den Wirtschaftsstandort Bayern, denn nur durch permanente Innovation k\u00f6nnen wir im weltweiten Wettbewerb bestehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Investition in das Algentechnikum auf dem Ludwig B\u00f6lkow Campus unterstreicht einmal mehr das starke Interesse und das Engagement der Airbus Group an der Entwicklung regenerativer Treibstofftechnologien\u201c, sagt Dr. Jean Botti, Chief Technical Officer der Airbus Group.<\/p>\n<p>Das Technikum ist ein wesentlicher Baustein des vom Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gef\u00f6rderten Projekts \u201eAlgenFlugKraft\u201c. Weitere Partner des Projekts sind die Lehrst\u00fchle f\u00fcr Technische Chemie II (katalytische Konversion der Biomasse) und f\u00fcr Bioverfahrenstechnik (technische Skalierung der Kultivierung) der TUM, die Airbus Group, die Clariant Produkte Deutschland GmbH (Algenaufarbeitung, Fettseparation) und die conys GmbH (Wasserstoff-\/Biogasproduktion).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weltweit einmaliges Technikum f\u00fcr die Algenzucht hat die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group auf dem Ludwig B\u00f6lkow Campus in Ottobrunn s\u00fcdlich von M\u00fcnchen aufgebaut. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen erforscht werden. 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