{"id":29125,"date":"2015-10-08T13:51:27","date_gmt":"2015-10-08T11:51:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=29125"},"modified":"2015-10-08T13:53:14","modified_gmt":"2015-10-08T11:53:14","slug":"globale-biooekonomie-im-spannungsfeld-von-biomasseangebot-und-nachfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/globale-biooekonomie-im-spannungsfeld-von-biomasseangebot-und-nachfrage\/","title":{"rendered":"Globale Bio\u00f6konomie im Spannungsfeld von Biomasseangebot und -nachfrage"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/global-bioeconomy-in-the-conflict-between-biomass-supply-and-demand\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/global-bioeconomy-in-the-conflict-between-biomass-supply-and-demand<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>Welche Mengen an Biomasse k\u00f6nnen im Jahr 2050 weltweit nachhaltig produziert werden? Welche Nachfrage von Lebens- und Futtermitteln, stofflicher Nutzung, Bioenergie und Biokraftstoffen kann damit gedeckt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie \u201e<strong>Nachhaltig nutzbare Potenziale f\u00fcr Biokraftstoffe in Nutzungskonkurrenz zur Lebens- und Futtermittelproduktion, Bioenergie sowie zur stofflichen Nutzung in Deutschland, Europa und der Welt<\/strong>\u201c geben einen detaillierten Blick auf die Bandbreiten einer nachhaltigen Biomassebereitstellung bis zum Jahr 2050 und gleichzeitig auf die Nachfrageentwicklung in allen Sektoren der Biomassenutzung: Lebens- und Futtermittel, stoffliche Nutzung in Chemie und Werkstoffen, Bioenergie und Biokraftstoffe. Die Szenarios basieren auf fundierten Annahmen zu Faktoren wie Bev\u00f6lkerungswachstum, Einkommensentwicklung, \u00c4nderungen in Konsummustern, Erosion, Produktivit\u00e4tssteigerung in der Landwirtschaft etc. Gut nachvollziehbar wird dargestellt, unter welchen Annahmen weltweit Engp\u00e4sse oder auch eine ausreichende Deckung der Nachfrage zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Auf 270 Seiten werden in der deutschen Langfassung alle Parameter und Szenarien-Annahmen im Detail vorgestellt und diskutiert. Die wesentlichen Annahmen und Ergebnisse finden sich in einer 14-seitigen Kurzfassung, die auch auf Englisch vorliegt. Dar\u00fcber hinaus steht nun ein Modellierungswerkzeug zur Verf\u00fcgung, mit dem es relativ einfach ist, mit ver\u00e4nderten Input-Parametern neue Szenarien zu berechnen. Interessenten k\u00f6nnen sich direkt\u00a0beim\u00a0nova-Institut\u00a0melden.<br \/>\n<strong>S\u00e4mtliche Dokumente und die wichtigsten Grafiken zum Projekt k\u00f6nnen unter <a href=\"http:\/\/bio-based.eu\/nova-papers%20\" target=\"_blank\">http:\/\/bio-based.eu\/nova-papers <\/a>kostenfrei runtergeladen werden.<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt wurde durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) gef\u00f6rdert (F\u00f6rderkennzeichen: 22501112 bzw. 12BMU011), vom Expertenteam des nova-Instituts durchgef\u00fchrt und die Ergebnisse des Projekts im August 2015 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<h3>\u00a0Ergebnisse der Studie<\/h3>\n<p>Die beiden folgenden Grafiken fassen die Ergebnisse der weltweiten Biomasse-Angebots- und -Nachfrageszenarien zusammen; sie beinhalten die Ist-Situation f\u00fcr das Jahr 2011 und die oben beschriebenen Zukunftsszenarien f\u00fcr das Jahr 2050.<\/p>\n<p>Unter den in der Studie ausf\u00fchrlich diskutierten Annahmen wird sich das globale Biomasseangebot bis 2050 im Niedrig-Szenario gegen\u00fcber 2011 kaum ver\u00e4ndern, im BAU-Szenario (Business-as-usual) fast verdoppeln und im Hoch-Szenario mehr als verdoppeln. Die Spannbreite des globalen Biomasseangebots im Jahr 2050 liegt entsprechend der Szenarien zwischen 12,4 und 25,2 Milliarden Tonnen Trockenmasse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_29127\" aria-describedby=\"caption-attachment-29127\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-29127\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/15-10_Abb1-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Welt_nova-300x225.png\" alt=\"Abbildung 1:Vergleich zwischen Biomasse-Angebots- und -Nachfrageszenarien (nach Biomassequellen und -verwendung) (Quelle: nova-Institut)\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb1-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Welt_nova-300x225.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb1-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Welt_nova-1024x768.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb1-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Welt_nova-600x450.png 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb1-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Welt_nova.png 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29127\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Vergleich zwischen Biomasse-Angebots- und -Nachfrageszenarien (nach Biomassequellen und -verwendung) (Quelle: nova-Institut)<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_29128\" aria-describedby=\"caption-attachment-29128\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-29128\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/15-10_Abb2-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Inhaltsstoffe-Welt_nova-300x225.png\" alt=\"Abbildung 2:Vergleich zwischen Biomasse-Angebots- und -Nachfrageszenarien (nach Hauptkomponenten) (Quelle: eigene Darstellung) Unter den in der Studie ausf\u00fchrlich diskutierten Annahmen wird sich das globale Biomasseangebot bis 2050 im Niedrig-Szenario gegen\u00fcber 2011 kaum ver\u00e4ndern, im BAU-Szenario (Business-as-usual) fast verdoppeln und im Hoch-Szenario mehr als verdoppeln. Die Spannbreite des globalen Biomasseangebots im Jahr 2050 liegt entsprechend der Szenarien zwischen 12,4 und 25,2 Milliarden Tonnen Trockenmasse. (Quelle: nova-Institut) \" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb2-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Inhaltsstoffe-Welt_nova-300x225.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb2-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Inhaltsstoffe-Welt_nova-1024x768.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb2-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Inhaltsstoffe-Welt_nova-600x450.png 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2015\/10\/15-10_Abb2-Biomasse-Angebot-Nachfrage-Inhaltsstoffe-Welt_nova.png 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29128\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Vergleich zwischen Biomasse-Angebots- und -Nachfrageszenarien (nach Hauptkomponenten) (Quelle: eigene Darstellung)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>F\u00fcr die Deckung der Nachfrage ergibt sich folgendes Bild (beachten Sie bitte auch \u201eZusammenfassung und Ausblick\u201c am Ende):<\/strong><\/p>\n<p>Im Angebotsszenario Niedrig kann 2050 im Wesentlichen nur die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln gedeckt werden. Die Sektoren Stofflich, Bioenergie und Biokraftstoffe k\u00f6nnen nur marginal versorgt werden. So nachhaltig sich das Niedrig-Szenario auf der Agrarseite zeigt, so wenig kann die Bio\u00f6konomie ihren Beitrag zur nachhaltigen Bedarfsdeckung der anderen Sektoren leisten und ebenfalls nicht zur Minderung der Treibhausgasemissionen beitragen.<\/p>\n<p>Im Angebotsszenario BAU kann die Nachfrage des Nachfrageszenarios BAU f\u00fcr Lebens- und Futtermittel, stoffliche Nutzung und Bioenergie gedeckt werden. Es bleiben dann noch etwa 1 Mrd. t TM Biomasse f\u00fcr die Produktion von Biokraftstoffen \u00fcbrig. Damit k\u00f6nnten nach IEA 2012 etwa 25-30\u00a0% der zur Erreichung des 2\u00b0C-Klimaziels notwendigen Menge Biokraftstoff erzeugt werden. Andererseits stellen die 1 Mrd. t TM gegen\u00fcber dem Jahr 2011 eine mehr als Versiebenfachung des Biomasseeinsatzes f\u00fcr die weltweite Biokraftstoffproduktion dar.<\/p>\n<p>Im Angebotsszenario BAU kann die Nachfrage des Nachfrageszenarios \u201eBio-based\u201c f\u00fcr Lebens- und Futtermittel, stoffliche Nutzung und Bioenergie weitgehend gedeckt werden; es bleibt hier aber keine Biomasse f\u00fcr Biokraftstoffe \u00fcbrig. Geht man stattdessen vom Nachfrageszenario \u201eBio-based Hoch\u201c aus, kann die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln und Biomasse f\u00fcr die stoffliche Nutzung vollst\u00e4ndig, aber schon die Nachfrage von Seiten der Bioenergie nur zur H\u00e4lfte gedeckt werden; es bleibt keine Biomasse f\u00fcr Biokraftstoffe \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Im Angebotsszenario Hoch kann die Nachfrage aller Szenarien gedeckt werden und es bleibt sogar Biomasse f\u00fcr dar\u00fcberhinausgehende Anwendungen \u00fcbrig. In den Angebotsszenarien BAU und Hoch f\u00e4llt der relativ hohe Anteil an Cellulose auf, der zum einen aus der st\u00e4rkeren Waldnutzung und zum anderen aus der st\u00e4rkeren Nutzung von Agrarnebenprodukten resultiert. Dies spricht in den BAU- und Hochszenarien daf\u00fcr, dass sich der Anteil der sogenannten \u201eSecond Generation\u201c Rohstoffe gegen\u00fcber der Nutzung von St\u00e4rke, Zucker, Fetten und Proteinen relativ erh\u00f6hen wird und zwar in allen Sektoren.<\/p>\n<p>In den Angebotsszenarien \u201eBAU\u201c und \u201eHoch\u201c gibt es relevante Fl\u00e4chenausdehnungen und die deutliche Gefahr eines weiteren R\u00fcckgangs der Biodiversit\u00e4t sowie eines erh\u00f6hten Aussto\u00dfes von Treibhausgasen (auf der Agrar- und Waldseite), weshalb diese Szenarien zun\u00e4chst nicht nachhaltig erscheinen.<\/p>\n<p>Die Autoren zeigen aber auch, dass ein \u201eNiedrig\u201c-Szenario mit einer nachhaltigen Agrar- und Forstwirtschaft nur dann nicht kontraproduktiv f\u00fcr eine insgesamt nachhaltige Entwicklung der Weltwirtschaft ist, wenn parallel massive Investitionen in Solar- und Windenergie sowie Speichersysteme und Carbon Capture &amp; Utilization-Technologien erfolgen. Nur so kann der Bedarf der stofflichen und energetischen Nutzung ohne Biomasse gedeckt werden.<\/p>\n<p>Die identifizierten Zukunftstrends zeigen zudem weitere Systeme und Technologien auf, mit denen gro\u00dfe zus\u00e4tzliche Mengen an Biomasse bereitgestellt werden k\u00f6nnen, ohne den Druck auf die Natur und Biodiversit\u00e4t relevant zu erh\u00f6hen. Insbesondere die Urbarmachung der W\u00fcsten, die Bereitstellung von S\u00fc\u00dfwasser aus Meerwasser mit Solarenergie sowie Meeresfarmen der Makroalge Kelp seien hier als Beispiele genannt. So k\u00f6nnte bis 2050 mehr zus\u00e4tzliche Biomasse bereitgestellt werden, als im Hoch-Szenario durch Fl\u00e4chenausdehnung und Intensivierung erreicht wird.<\/p>\n<h3>Zusammenfassung und Ausblick<\/h3>\n<p>Insgesamt zeigt sich unter Einbeziehung der genannten Zukunftstrends, dass zuk\u00fcnftig der Widerspruch zwischen Schaffung und Erhalt gro\u00dfer Schutzzonen und nat\u00fcrlicher Fl\u00e4chen und gleichzeitig einer deutlich erh\u00f6hten Produktion an Biomasse und anderen Formen erneuerbarer Kohlenstofftr\u00e4ger dauerhaft \u00fcberwunden werden kann. Bio\u00f6konomie und Erneuerbare Energien in Verbindung mit einer CO<sub>2<\/sub>-\u00d6konomie sind in der Lage, die Rohstoffversorgung der Welt langfristig und nachhaltig sicher zu stellen, ohne die Natur und Biodiversit\u00e4t zu gef\u00e4hrden. Hierf\u00fcr sind allerdings konsequente politische Weichenstellungen und enorme Investitionen in diese neuen Technologien notwendig.<\/p>\n<p>Michael Carus, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts und Co-Autor der Studie, fasst zusammen: \u201eDie Bio\u00f6konomie kann, eingebettet in die richtige Gesamtstrategie mit Erneuerbaren Energien und in Verbindung mit einer CO<sub>2<\/sub>-\u00d6konomie, einen wichtigen Beitrag zu einer weltweit nachhaltigen Entwicklung leisten.\u201c<\/p>\n<p><strong>M\u00f6chten Sie mit eigenen Annahmen weitere Zukunftsszenarien entwickeln und die Folgen analysieren? Unser Modellierungswerkzeug erm\u00f6glicht es mit relativ wenig Aufwand, auf Basis ver\u00e4nderter Input-Parameter neue Szenarien zu berechnen. Politik, Nicht-Regierungsorganisationen, Verb\u00e4nden und Unternehmen k\u00f6nnen hiervor gerne Gebrauch machen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt: Michael Carus, +49 (0)2233 4814 40, michael.carus@nova-institut.de<\/strong><\/p>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF:<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/15-10-08-PM-globale-Biooekonomie-2050-nova.pdf\">15-10-08 PM globale Biooekonomie 2050 nova<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version: https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/global-bioeconomy-in-the-conflict-between-biomass-supply-and-demand Welche Mengen an Biomasse k\u00f6nnen im Jahr 2050 weltweit nachhaltig produziert werden? Welche Nachfrage von Lebens- und Futtermitteln, stofflicher Nutzung, Bioenergie und Biokraftstoffen kann damit gedeckt werden? 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