{"id":29089,"date":"2015-10-08T07:39:02","date_gmt":"2015-10-08T05:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F154834%2Fwasserstoff-nach-wunsch.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2015-10-06T11:34:23","modified_gmt":"2015-10-06T09:34:23","slug":"wasserstoff-nach-wunsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserstoff-nach-wunsch\/","title":{"rendered":"Wasserstoff nach Wunsch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bei der k\u00fcnstlichen Photosynthese wird mit Sonnenlicht Wasserstoff erzeugt, um die Energie aus der Sonne effizient speichern zu k\u00f6nnen. Da die bisherigen Systeme jedoch viele M\u00e4ngel aufweisen, wird weltweit an effizienteren Verfahren geforscht. Chemiker um Professor Bettina Lotsch vom Department Chemie der LMU und vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Festk\u00f6rperforschung in Stuttgart konnten nun erstmals zeigen, wie sich eine neue Klasse por\u00f6ser organischer Materialien dazu nutzen l\u00e4sst, molekular ma\u00dfgeschneiderte Photokatalysatoren f\u00fcr die licht-induzierte Wasserstoffentwicklung herzustellen. \u00dcber ihre Ergebnisse berichten sie aktuell in der Fachzeitschrift Nature Communications.<\/strong><\/p>\n<p>Die Chemiker um Lotsch forschen unter anderem an sogenannten kovalenten organischen Netzwerken. \u201eSolche zweidimensionalen Polymere verf\u00fcgen \u00fcber Eigenschaften, die f\u00fcr photokatalytische Prozesse wesentlich sind: Die Materialien sind kristalline und por\u00f6se Halbleiter, die sich zudem chemisch ma\u00dfschneidern lassen\u201c, sagt Bettina Lotsch. Sie werden bereits f\u00fcr die Speicherung von Gasen und als Sensoren untersucht, zudem haben sie Potenzial f\u00fcr Anwendungen in der Optoelektronik.<\/p>\n<h3>Effizienter und billiger<\/h3>\n<p>Bettina Lotsch untersuchte mit ihrem Team in Zusammenarbeit mit Forschern um Professor Christian Ochsenfeld, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Theoretische Chemie an der LMU, am Beispiel einer Triphenylarylplattform, inwiefern sich die por\u00f6sen Polymere f\u00fcr die Photokatalyse eignen. \u201eDer Vorteil dieser Materialklasse ist, dass sich ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften nach Bedarf einstellen lassen\u201c, sagt Dr. Vijay Vyas, Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Bettina Lotsch am Max-Planck-Institut f\u00fcr Festk\u00f6rperforschung. \u201eDadurch konnten wir ihre F\u00e4higkeit, Wasserstoff zu produzieren, gezielt verbessern. Ihre Leistungskraft ist mit denen etablierter Kohlenstoffnitrid- und Oxid-Photokatalysatoren vergleichbar.\u201c Die neu entwickelten Materialien sind \u00fcber Azin-Br\u00fccken verbunden, sie haben eine zweidimensionale Grundstruktur und wurden auf Basis von Hydrazin und Trialdehyden synthetisiert.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber Katalysatoren auf Metallbasis, die oft mit hohen Kosten verbunden und nur wenig modifizierbar sind, hat die neue Materialklasse einen entscheidenden Vorteil. \u201eDa sich ihre Eigenschaften spezifisch molekular \u00e4ndern lassen, l\u00e4sst sich auch ihre Leistung gezielt verbessern\u201c, sagt Frederik Haase aus der Arbeitsgruppe von Bettina Lotsch. Damit liefern die neu entwickelten Materialien beste Voraussetzungen, um auf ihrer Basis umweltfreundliche und preiswerte Photokatalysatoren entwickeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWir konnten erstmals auf molekularer Ebene zeigen, dass sich die strukturellen, morphologischen und optoelektronischen Eigenschaften kovalenter organischer Netzwerke pr\u00e4zise daraufhin einstellen lassen, ihre photokatalytische Aktivit\u00e4t zu verbessern\u201c, fasst Bettina Lotsch das Ergebnis zusammen. Die Grundlagenforschung der LMU-Chemiker k\u00f6nnte daher dazu beitragen, Solarenergie k\u00fcnftig effizienter zu nutzen als dies bislang m\u00f6glich ist.<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/ncomms\/2015\/150930\/ncomms9508\/full\/ncomms9508.html\" target=\"_blank\">Nature Communications 2015<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LMU-Chemiker haben neue por&ouml;se Materialien f&uuml;r die Photokatalyse entwickelt. 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